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Central-Verein-Zeitung · 1929-06-01 · Heft 6 (Juni 1929) · page 3

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1929
Issue
Heft 6 (Juni 1929)
Date
1929-06-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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warum (logt Herr Mnchmeyer uichl? Die Wahrheit, die wir über Münchmeyer verbreitet haben, hat ihm die Rede verschlagen. Er weiß auf die genau aufgezählten Behauptungen nichts zu antworten, was sie widerlegt, sondern bringt Vorgänge aus seiner Vergangenheit zur Sprache, die keinen Zusaminenhang mit unseren Anklagen haben. Wir wollen den Inhalt unserer ersten Flugblätter nicht wiederholen, sondern behaupten und wiederholen über Münchmeyer heute nur, 1. daß er bisher schon für fünf verschiedene Parteien agitiert hat; 2. daß er kein Pfarrer mehr ist und auch seinen Titel Pfarrer a.D. zu Unrecht führt; 3. daß er wegen Verleumdung zu Gefängnis verurteilt wurde; 4. daß er sich vom Schöffengericht Emden in einem Urteil vom 7. Mai 1926 über seine Tätigkeit auf Borkum und in Emden attestieren lassen mußte, „ein solcher Geistlicher verdiene nicht den Namen eines Geistlichen", „feine Behauptungen feien wissentlich falsch und eine Lüge und eines Geistlichen durchaus unwürdig", daß er selbst im Gotteshaus über Dinge in einer Form gesprochen habe, die „nicht nur die Kirche gefährden, sondern auch im Munde eines Geistlichen absolut verwerflich sind". Wenn nur ein Wort von dem, was wir behaupten, unwahr wäre, hätte Herr Miinchmeyer längst geklagt. Aber er schweigt zu unseren Beschuldigungen still — und redet über andere Dinge. Wir wiederholen darum heute nochmals, was wir über Münchmeyers Vergangenheit behauptet haben, und sind gespannt, ob Herr Alünchmeyer uns nunmehr verklagt. Wir warten darauf! Genlratverei» deutscher Staatsbürger Mische» Glaubens G. 3. Scrlin 8W HK, Linöenstraße 13. Wo bleibt die Antwort, Km Major! Von Rabbiner Dr. Eckstein (Bamberg). Im Interesse der geschichtlichen Wahrheit und zum Zwecke einer notwendig erscheinenden Abrechnung fühle ich mich veranlaßt und halte es für meine Gewisscnspslicht, in dieser Frage »vch cinnml das Wort zu ergreifen. In einem nnf S. 71 der Mochenniisgabe der „C. B.-Ztg." d. I. veröffentlichten Artikel habe ich Herrn Major n. T. B n u m an», Spczialiftcn für „völkische" Berechnungen der indischen Kricgsvcrlnstc, das Anerbieten gcinacht, die in meiner Abwehrschristy znsnmmcngestclltcn Statistiken, insbesondere meine Verlustliste (Beilage VI), durch ein Kollegium von sachverständigen Gelehrten nachprüsen zu lassen, und habe mich bereit erklärt, einem solchen zu diesem Zwecke das in Betracht kvnnnende Qnellcinnatcrial zur Verfügung stellen zu wollen. Ich habe 'J.Unjoi' Bamnann zu einer solchen Nachprüfung öffentlich nusgesvrdert und hinzugefügt: „Sollte er aber der Mciining sein, das; in diesem Falle das Schwelgen besser sei als das Dieben, so wird jeder Wnhrheitssrcund dann urteilen können, auf welcher Seite die ivvii il)in behaupteten) .Vcrtiischmigsiiimiover' gemacht werden und das Gift der Verleumdung in die Seele des Volkes gestreut wird." Wer die Methode der völkische» Wahrheitssvrschnng einigermaßen kennen gelernt hat, hat sich keinen Augenblick der Erwartung hingegeben, daß der Herr Major a. D. denjenigen Mut nufbriugcn würde, welcher der edelste ist, nämlich durch Erkenntnis dcS Irrtums sich zum Bekenntnis der Wahrheit durchzuringe». Aber ich hatte mich auch nicht der Erwartnirg hiugrgeben, das; er den ivcniger edlen als kühnen Mut nusbringcn würde, nicht blvh meine Hernnsforderung stillschweigend unbeachtet zu lassen, sondern sogar noch cimnnl meine wissenschaftliche Ehrlichkeit zu bezweifeln und zu verdächtigen. Am Schlüsse eines längere» Artikels im „Völkischen Beobachter" vom 10. Mürz d. I. — erst Mitte Mai zu meiner Kenntnis gelangt — äußert er folgendes: „Da die (bayerische) Liste zwar den Dienstgrad und die Angaben über den Todcsort und die Tvdcsnrt, aber nicht den Truppenteil bringt, kann auch hier nicht überprüft werden, ob und iwTdjc .Anleihen' anderweitig nnfgenommen worden sind. Bemerkenswert ist, das; die Liste Namen bringt, deren Träger zmn Teil erst lange nach Kriegsende — 1922, 1925, 1927 — gestorben sind." Daß Major Banmann von seinen früheren Berdächtigmigen (erst „Mogelei", dann „Vcrtiischmigsiiianöver", endlich „Anleihe") gradweise einen Rückzug angctrcten hat, ist immerhin ein Fortschritt aus dem Wege zur Wahrheit. Ans seine Vorhalte aber habe ich solgendes zu erwidern: 1. Die Angabe des Namens, des letzte» Wohnortes «nd der Vcrlustdatcn (Zeit und Ort) in meiner bayerischen Vcr- >> „Haben die Juden in Bauer» ein HeimalrechU schafttiche Untersuchung mit Iricgsstatistiicheil Beilagen.' besserte Austage. Eine aeschichtswiffen» Phito-Bcrtag. 2., verlnstlistc sind z« einer Nachprüfung vollkommen ansreichcnd: die Angabe des (schwer feststellbaren) Truppenteils oder vielmehr der verschiedenen Truppenteile, denen ein Kriegsteilnehmer in der Regel zugchvrte. ist zu dicscin Ztvecke ganz irrelevant. 2» Eine „'Anleihe" an Verlusten zu machen, haben die bayerische» Israeliten leider nicht nötig. ll. Tie bcanstandctc» Todesfälle ans der Nachkriegszeit — zusammen sind cs etwa % Man» ans hundert — sind selbstverständlich solche, die ärztlich anerkannt infolge von im Kriegsdienst vernrsachten Krankheiten oder Vcrlehnngen eingctrctcn sind. Solche Verluste, die hinsichtlich des ursächlichlichru Zusauuncuhaiiges getvisscuhaft nachgeprnst wurden, sind statistisch selbstverständlich als Kriegsverluste zu buchen. (Bgl. Reichsversorgungsgcsctz vom 12. Mai 1920, § 2.) Ziisamiliciisnssend darf mau sonach erkläre»: Der Man», der mit unermüdlicher Wicdcrhvlnng den dctitschcn Juden den Vorwurf der Drückebergerei zu machen wagt, hat sich selbst hinter die Front de'r Wahrheit Von meiner mianfechibnren bayerischen Verlnststnttstik ausgehend, habe ich mn Ende meines oben angezogenc» Artikels einen Wahrschcinlichleitsschlns; auf die Ziffer der jüdischen G e s a m t Verluste iin Deutschen Reiche ehemaligen Ilmsangs gefolgert. Nun hat sich aber inzwischen ans Grund ergänzender Mitteilungen die Endziffer der bayerische» jüdischen Verluste ans rund 1090 erhöht. Und da die israelische Gcsanitbevöllerung von Bayer» nach der letzten Vorkriegszählung den 11,16 Teil der jüdischen Gesmiitbcvvlirrung im Reiche betrug, so ergibt eine Wahrschclulichkeitsrechuung: 1090X11,16 12 164 als Miudestzisser der jüdischen Gesamtvcrluste im Reiche. (Agl. „Der Schild" 1929, Nr. 14.) Der Mund unserer Tote», die ihr Leben ans dem Altäre des Vaterlandes dnrgebrncht haben, kann für ihr Dagewescnscin nicht zeugen. Aber itic vergossenes Blut schreit zum Himmel, es schreit lauter ats die Stimme der Verleumder und Verlästerer, denn es ist die Stimme der Wahrheit! Die Wahrheit aber hat Herr Oberstleutnant a. D. 2* v ii ii z l v w am Schlüsse seiner Besprechung meiner Abivehrsckrist (in der Zeitschrist „Der Morgen" 1929, S. 97) mit folgenden Worten bestätigt: „Dtag man mm noch so sehr gegen die Inden Voreingeiivinme» sein, das eine kann man ihnen nicht nehmen: sic haben iin Weltkriege ihre Aufopferungsfähigkeit sür die Heimat in derselben restlosen Weise bewiesen wie ihre christlichen Knmpsgenosscn und Mitbürger. Dann aber ihnen ein Anrecht nnf die Heimat, für dtc sie geblutet habe», nbziisprcchcn, erscheint mir widersinnig. Wer aber trotz der gebotenen Unterlagen die Leistungen der deutschen Inden als Soldaten hcrabziisehen sich bemüht, den kann ich mir verweisen aus die von Wilhelm I. erlassene Verordnung Über die Ehrengerichte vom 2. lUfai 1874, in der cs heißt: .Denn einen Ossizier, der imstande ist, die Ehre eines Kameraden in frevelhafter Weise z» verletzen, ivcrde ich ebensowenig in Meinem Heere dulden wie einen Ossizier, welcher seine Ehre nicht zu wahren

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