Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 5 (Mai 1929)
- Date
- 1929-05-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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37 Männer im Alter von 20 bis 30 Jahren, die sämtlich anS Russisch-Polen stnmmten, also auch in bezug nus Wvhnweise, Sitte und Lebensart ein einheitliches Menschemiialcrial dnrslellten, Bor allem aber, und das ist die Hauptsache, sind diese Personen so, tuie sie die Paßstelle passierten, hintereinander genonnncn, ohne jede Auswahl meinerseits. Hier ist also jede Willkür des llnicrsuchers ausgeschlossen, und die Fixierung auf großen Takeln gestattet es, zur Kontrolle meiner eigenen Ansicht die Bilder beliebig vielen anderen Gutachtern zu unterbreiten. So konnte man znniichst die Frage studieren: wie viele dieser Gesichter sehen jüdisch ans? Die Leute waren im Äenhere» allesamt schon „modernisiert", lein Kaftan, kein Kopskäppchen, keine Schläsculockrn, vielmehr Kragen nsw. Also siel auch die Fehlcrgnclle der andersartigen Tracht fort, die während des Krieges unsere Soldaten so oft über die „Erlennbarlcit" des Ostjuden tauschte, Da zeigte sich nun, daß nur 29 v, H. dieser M änn e r z»in sog, jü di sch e n Th pn s zn r cch » c » w n r e n. Andere Beurteiler dieser Bilder kamen fast genau zu denselben Zahlen wie ich. Es fanden sich aber auch einige ausgesprochen schmale „nordische" und ausfallend viele breite „vsiischc" Gesichter, um die G ü n t h e r - scheu Bezeichnungen zu gebrauchen: Germanen oder Slawen nach der üblichen Bezcichnnng. Es ist dies ein neuer Beweis für die alte Erfahrung, daß die Juden sich überall in ihrer äußeren Erscheinung d e m anthropologischen TYP ihrer ll m g e b n n g a n g l c i ch e n. Das ist nicht nur durch die Vermischung mit umgebenden Nichijuden in Mischehen m erklären, sondern auch durch die sehr komplizierte Wirkung, die Klima, ' Ernährung, Lebensweise, Denkungsart und Landcssitte ans die Kvr- Perform ausüben. Dies ist der Grund, ivarnin wir in Polen und Rußland so viele slawisch ansschende Inden treffen, in Italien und Südsrankreich „romanische Inden", in Nordasrila „arabisclx Inden", in Deutschland, England und Skandinavien „germanische Ir,den". Denselben Mangel an Einheitlichkeit finden wir, wenn wir die Farbe von Haar und Augen betrachten: von den Abgebildetcn hatten 5 8 D. H, braune oder schwarze, also dunkle Augen, 4 2 v, H. blaue, graue oder sonst helle Augen. Die Haarfarbe war dunkel bei 6 7 v, H., hell- oder dunkelblond bei 3 0,5 V, H„ r ot bei 2,5 v, H. Besonders wichtig ist die Häufigkeit der Kombinationen: Blan-blond, d, h. blaue Auge» bei blondem Haar, letztere 8 v, H„ und Dnnkeltypen, d, h. dunkle Augen bei dunklem Haar, zeigten 59 v, H,, während der Nest ans Mischthpcn entfällt. Da derartige Mischtypen, wie z, V. Blauäugige mit schwarzen Haaren oder Blonde mit dunkler Iris, ein sehr wichtiges Kritcrimn für Nassenmischnng sind, finden wir sic am seltensten bei Völkern reiner Rasse, wie den Schweden, den Sizilianern oder Griechen. Daß etiva ein Drittel dieser Ostjndcu solche Mischthpcn sind, ist ein wichtiger Bewcispnnkt gegen ihre Neinrassigleit! Uebrigens Passen unsere Prozentznhlen sehr gut zu den Angaben Fishbergs über seine New Yorker Untersuchungen an Osijnden, Auch ihre Körpergröße liegt in den von ihm und Weisieuberg angegebenen Grenzen; durchschnittlich sind he mir 161,5 Zentiineter groß, also recht kleine Menschen, Hier ist aber auf die schon erwähnte Verlängerung der Gestalt hinzu,reisen, die unter besseren Lcbcnsbedingungen rasch eintriit, nämlich in ein bis zwei Generationen, Weisen doch die in New York geborenen Juden eine durchschnittliche Größe bon 167,9 Zentimeter ans, und die Inden von London-Wcsiend erreichen sogar im Turchschniit 171,5! Ausfallend ist die Häufigkeit eines nusgesprochcu geistigen Ausdrucks auf den Gesichtern mciiier Paßbilder mid, worauf besondc"'s Hans Friede nthal nusiuerksam geniachl hat, die Seltenheit eigentlich derber oder bäuerischer Züge. Dabei sind diese Leute in ihrer sozialen Stellung durchnns keine Geistesarbeiter, keine sogenannte Oberschicht, vielmehr zu 80 v. H. Hnndiverker und Arbeiter, zu 14 v. H. Händler oder Kanslente und mir 6 v, H, freie Berufe, wie Studenten, Lehrer u. dgl. Ter einzige Schriftsteller unter ihnen zeigt allerdings eine ganz charakteristlsche Durchgeisiigung seiner Zuge, so daß sein ctivas schwärinevisches Idcalisicnnnilitz jedem Beschauer sofort anffällt. Aber em ähnlicher Eindruck bietet sich auch bei vielen andere», deren Paß sie als Schuhmacher. Schneider oder ungelernte Arbeiter anSwcist, — Nach der gleichen Methode ist ans den Paßbildern voii Frane» eine Tascl hergestellt worden. Die Zahl der niisivandernden Oftjüdinnen des ciitsprcchendcn Alters ivar zu geriiist für wissenschistlick^ Beobachtungen, und Kinder oder Greisiiineii eignen sich nicht zu derartigen Untersuchungen. Ich gebe daher die solgeiideii Zahlen nur m,t aller Reserve. Außerordentlich viele zeigten das typische Bild der Slawin. Nur 26 v. H, den eigcnilich jüdische» Typiis. Ganz selten, kaum 5 v, H,, sind die germanischen Gesichter, Diese Personen zeigen auch die zu ihrem Gesichisausschniit passende „Blanblond-Koinbination", d, h, blaue Augen utib Blondhaar. Genau die Halste weist die Koiiibination von dunklem Haar mit diinklen Auge» auf, und die Mischthpcn crreiclM hier sogar die Höhe von 45 v, H, Als Ergänzung zu dieser Methode habe ich eine zivciie zr»i, Stiidinin des w e st jtt d i sch e n Gesichts bennht, nnd zwar sammelie ich nnS dm illustrierten Zeitschrifteu die Abbildungen jüdischer Männer, Da cs hier mir auf die Abstammung nnkain, ivaren natürlich aiis dem Jndcntlnn Ausgetretene und Getaufte mitziiveriverten. Es ivaren im Gegensatz zu meinen Ostjuden ansnahiiislos Prviiiincnte, denn liian m>>si ans irgendeinem Gebiete proniinent sein, um sein Bild vervsfcnt- Weisst Du das? Wer fördert den Bolschewismus? Die Inden sollen dem russischen Volschcwismns Vorschub geleistet haben. Wie liegen die Dinge in Wirklichkeit? Die chemalige kaiserlich deutsche Regierung gab 1917 L e n i ii 50 Millionen Gvldmark nnd fuhr ihn im Snlvmvageii von der Schweiz durch Deutschland nach Rußland, Die russischen Juden hatten gar kein Interesse am Erstarken des Bolschewismus. Sviveit sie zu den Begüterten gehörten, waren sie Mitglieder der rechtsstchendeii Kndetienpnrici, als Arbeiter ivaren sie meist Menschewiki (Sozialdoinokratc») und iviirden deshalb von den Bvlschciviki grausam verfolgt, Die drei bcsiehendeii jüdischen Arbeiterorganisationen waren aniibolschcwistisch iind knmpstcn hartnäckig gegen den Bolschewisniiis, der den jüdischeil Mittelstand in Rußland vernichtet und die jüdische Religion ebenso bedroht wie die christliche, da er seiner Natur nach religioiiSfcindlich ist. Es ivird behauptet, die „jüdische Weltsinanz" habe den Bolschcivismns und das Chaos in Rußland geivollt. Das ist schon deshalb ividersinnig, weil die erste siiinnziclle Maßnahme der Bolscheivilcn die Aminllicrnng sämtlicher Auslandsschulden war, „Die jüdische Weltsinanz" hätte sich damit geradezu selbst bckäinpstl Die Ehre der deutschen Frau. Jndenseindliche Hetzblätter vom Schlage des „Stürmer", die sich selbst als Erneuerer der deutschen Sittlichkeit zu bezeichnen Pflegen, stcelln in einer Art nnd Weise, wie sic nnv in schlimmsten pornographischen Schriften üblich ist, ihren Lesern in Wort nnd Bild angebliche Schändnngen christlicher Franc» durch Juden dar. Sie behaupten, daß der Talinud die Schändung nichtjüdischer Mädchen den Juden zur rcligiöseii Pflicht mache. Anläßlich eines Prozesses gegen den Nednkicnr der völkischen Zciischrist „Die Flamme" in Bamberg, der diese Behaiiptiing verbreitet hatte, hat der Sachverständige, Prälat Gehcimrat Prof. Dr, I vH an »es, vor Gericht unter Eid »achgewicsen, daß diese Behauptung unwahr ist. Das Schivnrgcricht Bamberg und das Reichsgericht schlossen sich den Ausführungen des Giltachtens an. Wie solche Belege für die angebliche Planmäßige Enisittlichnng durch Inden anssehen, soll ein Beispiel zeigen: In einem wiederholt verbreiteten antisemitischen Flugblatt ivird erzählt, die beiden Rabbiner Abraham und Karcsk! ans Berlin hättcu in einer im Mai 1920 in der „Gesellschaft der Freunde" in Breslau abgchaltcneu Zionisteuversammluug die uiiglaublichsicn Ratschläge über die Behandlung christlicher Frauen erteilt. Dagegen ist sestgestellt: Eine Zionistenvcrsnmmliing am angegebenen Ort hat niemals stnttgefnudcii. Weder in Berlin noch irgendwo aiiders exisiicreii Rabbiner, die die angegebenen Name» führe». Gegenüber derariigeu Verleumdungen des Talmud sei ein für allemal sestgestellt, daß die jüdische Siticulchre die Ehre aller Frauen, gleichgültig welchen Stammes, schützt i,„d hochstcllt. licht zu scheu. Diese Bilder sind methodologisch wciiiger braiichbnr als die Paßbilder, dciiu sie sind rctnschiert, Die Menschen gehören verschiedenen Altersklassen an, Ihre Kleidung, ihre Haltung, ihr Ausdruck sind bisweilen für die Oesfcntlichlcit zurcchtgemacht — und trotzdem fast genau dasselbe Resultat: auch hier etwa 30 v, H. die man, ohne sie zu kennen, für jüdische Typen erklärte, Niir war die Zahl der nordischen bziv, germanischen Köpfe vielleicht ein wenig höher; ich sage „vielleicht", ivcil gerade dieser Typus oft sicherlich das Wimschbild war. Gewissermaßen als Gegenstück zu diesen modernen Jndengesichicrn habe ich nus dem beknnnien Buche von Kohut 292 Porträts bertthmter Juden darnnfhin geprüft, ivie viele ansgesprochei, jüdischen Typus zeigen; es waren 141, also 48 v.H. Daß diese Zahl so viel höher aussiel, wird nur zmu Teil durch die altvaterische Haar- und Baritracht erklärt; es scheint doch auch im Typus i„ den letzten Jahrzehnten eine deiiilichc Angleichung an die nichkjüdische ttmgebiing statt, gesunden zu haben. Dafür sprechen die New Yorker Untersuchungen an den Auswanderern uiid ihren Kindern, Ich bin weit davon entfernt, meine Resultate für abschließend nnd endgültig z,i halte». Aber ich glaube, daß es nützlich war, mit einigermaßen exakter Methode cm Gebiet zu betreten, ans dem grenzenlose Willkür, Boreingenomiiiciiheit nnd Tendenz sich nur allzusehr tummeln.