Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 4 (April 1929)
- Date
- 1929-04-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Dawesplan - Internationale Finanz - Talmud Und Hetmatrecht* / Neue Antworten aal alte Fragen. Die in Ho f erscheinende „Nationale V v l k s - Z e i t u u g" (Nr. 38) nimmt A» der Rubrik nnscrcr Mouatsausgnbc „Weiht du daS?" Stellung. Sie druckt fünf Fragen und Antworte» ab und schreibt: „Mit echt jüdischer Rambnlistik (buchstäblich!) und echtem Schmus bringt die „C. V. - Zeitung des berüchtigte» lwiüralvcn'ins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (!) ein ticrziges Frag- und Aulnnittspiel. Wir walten eS nach weiter fvrtschen und nufere Antworten auch noch dazu setzen." Unsere erste Frage hieß: „Ist der sogenannte Dawesplan ein jüdisches Erzeugnis?“ Wir antworteten: „Nein, cr ist benannt nach seinem Verfasser, dem nichtjiidischcn General DaweS." Die „Nationale BolkS-Zcitnng" sägt hinzu: „. . . dem Strohinan»» der jüdische»» Drahtzieher." Wir sagen dazu: „Was sind Drahtzieher, und für tuen Zieht dieser Strohmann den Draht? Jeder Politisch geschulte Mensch weiß, daß der Daives-Plau dazu geführt hat, die Repnrationsfrage ans einer politischen zu einer ivirtschnstlichcn Angelegenheit zu machen. B o r dem Dawes-Plan hatten die Franzosen und ihre Verbündeten jederzeit, wen» Deutschland nach ihrer Ausfnssnng irgendeine Verpflichtung aus dem Iriedcnsvcrtrag schlecht erfüllt hätte, wieder — w i e b e i m R u h r e i u b r u ch — in Deutschland c i n s a l l e n , deutsches Gebiet b e - sehen, deutsche Arbeiter brotlos machen und die d e u t s ch e Währung d u r ch eine neue I n s l a - tion vernichten können. Dies alles verhindert der Daivcs-Plan. Er stellt für das deutsche Volk zivnr eine uugehenre Belastung dar. AVer jeder verantwortungsvolle Politiker lvird die schwersten >v i r t s ch a f t l i ch e n Opfer geringer cinstellcn als Berlustc an deutschem Land, an deutschen B ürgc r n und vielleicht auch an deutschem Leben » n d Das Kvinitce war aus den Kreisen der ersten Fiuauzlcute Amerikas, Englands, Frankreichs, Italiens und Belgiens ausgesucht und bestand a»8 zehn Männern, die in keinerlei Abhängigkeit, nicht ein inn l von ihren 9! c g i c r u n g c n, standen. Das sind die Tatsachen! Der Begriff „jüdische D r a h t z i e h e r" ist eine demagogische Phrase. Unsere zwei te Frage lantete: „Wer übt die Dawes-Kontrolle aus?“ Wir antworteten: „Eine Kommission, in der keine Juden an leitender Stelle sind. Auch in» Bnrca« dcS Ncparationsagcntcn finde», sich in leitender Stelle keine Juden. In den init der Regelung der ReparationSfragcn bcaustraglcn staatlichen Dienststellen sind keine Juden. Der amerikanische Finanzininister Mellon ist nicht , Die „N ationale Volks-Zeit n » g" fügt Hinz»: „In den BureanS und Dienststelle,» arbeiten natürlich die GojlniS, der Ehcs jedoch, der unsichtbare Blutsauger, ist die internationale jüdische Hochfinanz." Wir sagen dazu: Ist mit „internationaler jüdischer Hochfinanz" etwa das Bankhaus Morgan genannt, die mächtigste und geradezu in bezug aus Ncparationssrngen maslgebcndstc Bank der Erde, unter deren fünf Inhabern sich kein einziger Jude befindet? Auch Morgan s e l b st i st w c d e r I u d e noch j ü d i s ch c r A b st n m in » u g. Auch unter den leitenden Angestellten ist kein Jude, und daS Banthaus gilt in amerikanischen Finanzkrcisen direkt als j u d e n s e i n d I i ch. Gewiß, in vielen Staaten der Erde gibt cs Inden, die reich sind, aber eS gibt in jedem einzelnen Staat entsprechend viel mehr Nichijuden, die ebenso r e i ch u n d m c i st n o ch reicher sind als diese Juden. Unter den reichsten Leuten der Welt kommen ctiva an sechzehnter Stelle erst jüdische Namen. Wer reich ist hat das Bestreben, reich zu bleiben. So haben zum Beispiel auch die Landwirte aller Staaten das Bestreben, den Grund und Boden im Werte zu steigern und für ihre Produkte erhöhte Preise zu bekommen. Alle diese von der Grenzziehung der Länder unabhängigen Bestrebungen zur Erhaltung und zur Vermehrung des eigenen Wohlstandes kann man natürlich als international bezeichnen. Daß aber innerhalb dieser übernationalen Interessengemeinschaften die jeder einzelnen Interessengruppe angehorendcn Juden nun noch eine besondere jüdische Internationale bilden sollen, wird jedem vernünftigen Menschen als Unsinn erscheinen. Es gibt in Deutschland jüdis ch e Großgrundbesitzer ebenso, wie cs solche in Frankreich, England, Amerika und anderwärts gibt. Wird es da jemandem einsallcn, von dem internationalen jüdischen G r o s; g r n n d b es i tz zu spreche»? Weshalb verivcndet man den Begriff „internationale jüdische Hochfinanz?" Weil der kleinste Bauer auf Grund seiner eigenen Erfahrung über die uatioualsozialistischcu Agitatoren lachen würde, weil er wüßte, das; Großgrundbesitzer Großgrundbesitzer i st u n d bleibt, gleichgültig, ob cr gr i c ch i s ch - k n t h o l i sch. römisch-katholisch, protestantisch, puritanisch oder jüdisch i st. Weil aber der einfache Mann — Jude wie Nichtjude — von komplizierten wirtschaftlichen Vorgängen in der Regel nur sehr wenig versteht, redet man ihm etwas von einer mystischen internationalen jüdischen Hochfiuanz vor, die ihn gegen die Inden allgemein und insbesondere gegen die jüdischen Volksgenossen aufreizcn soll. Unsere dritte Frage lautete: „Seit wann leben Juden in Deutschland?“ Wir beantworteten diese Frage in drei Teilen: „1. Schon vor EftristnS ftimet» Talmndlchrcr jüdische Niederlassungen in Germanien. 2. Trotzdem sie rechtlos gemacht »vurden, kein Handwerk betreiben, keine» Boden besitzen durften, haben sic sich immer alS Deutsche gefühlt. 3. Sie sind in» Osten (selbst in Nustland!) die Pfleger deutscher Sprache geblieben. In« Orient spricht ein Teil der Juden heute noch dc»itsch." Dazu antwortete die „Nationale V o l k s - Z c i t n » g": „1. Der Tal»m»d ist für „nS Deutsche kein BcloeiSmittel. 2. DaS ist jo die Gemeinheit dieser Nasse, das; sie sich änmastt, «nS Germanen cihisch »nd moralisch ebenbürtig zu sein. 3. Ja, da legst dich nieder: — Welcher Frontsoldat kennt nicht daS klassische deutsch« Wort: ,Rix daitselp, daS »»an von den Inden in Rustland, Polen und Galizien gehört hat? In diesen zwei Worte,» soll »vohl die „Pflege der dciitsclic» Sprache" liegen? Und im Orient? Do kann es höchstens der Korrespondent des jüdischen „Berliner Tageblatts" sein, der daitsch »nanschclt." Wir sagen dazu: Zu 1. Das Z n g e st ä n d n i s von völkischer Seite, daß der Talmud kein Beweismittel sei, ist außerordentlich Ivcrtvoll. Bisher hat die jndcnfeindliche Agitation einen sehr beträchtlichen Teil ihrer Anschuldigungen gegen das Judentum und gegen Juden gerade ans dem Talmud hcrgeholt. Ihr Vertrauen in die Beweiskraft des Talmud war so stark, daß mau auS ihm Dinge hcrauslaS, die gar nicht oder anders in i h m enthalten waren. Aber augeuvunucii, Aeußernngcn von Talmudlehreru hätten plötzlich für Völkische keine Bcweiskraft. Daun löuucn sie auf Urkunden verwiesen werden, die durchaus n i ch t j ü d i f ch e u Ursprungs sind, so zum Beispiel aus das Edikt des Kaisers K o n st a n t i n von 3 2 1 u. Eh r., durch das die Rechtsverhältnisse in der Kölner jüdischen Gemeinde geregelt wurden. ES muß also schon beträchtliche Zeit vor 321 Juden am Rhein gegeben haben.