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Central-Verein-Zeitung · 1929-03-01 · Heft 3 (März 1929) · page 5

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1929
Issue
Heft 3 (März 1929)
Date
1929-03-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Weist t 1. Biömarlls Stellung zu de» Jude»». Die ^.ubcnfoiube lieben t'S noch immer, B i s m a rck für einen der Ihrigen zu erklären. Praktisch äußerte sich seine Gesinnung in der Gcivnhrnng dr e völligen Gleichberechtigung siir die Inden in 'Deutschland, i!)eore:isctz m Aue-, lassnngen, ivie dem (Scfpvüdj mit Lehrend, im November ISN): „Ich mißbillige ganz entschieden diese» Kamps gegen die Juden, sei cs, daß er sich auf konfessioneller oder gar ans der Grundlage der Abstammnng bewege, SUtit gleicl>ein Recht könnte man eines Tages über Deutsche von pvlnischer oder srnn- Zösischcr Abstainninng herfallen ivvllen und sagen, es seien keine Deutsche . . . Ich werde niemals daraus eingehen, das; den Inden die ihnen verfassungsmäßig Anstehenden Rechte in irgendeiner Weise verkümmert werden." Gespräch mit Hermann Hofniann (1S9-J); „Wenn ich noch "Minister lvüre, würde ich in bezug ans die Inden den Grundsatz empfehlen: „La Recherche de la confession est interdite.“ (Tic Nachfrage nach der Konsession ist verboten.) 2. Das Kol-Nidre-Gcbet. Das ,Kol-Nidre Gebet ivird von den Antisemiten immer lvieder als Beweis dasür angeführt, daß der Jude mit Erlaubnis seiner Religion Meineide schwören dürfe, in Wirklichkeit lautet es: „Alle Gelübde, Enisagnngen, Bannnngen, Entziehungen, Kasteinngen und Gelöbnisse unter jedem Namen, auch alle Schwüre, so >vir gelobt, geschworen, gebannt und entsagt haben für unsere Seele .. . seien aufgelöst, ungültig, aufgehoben und vernichtet," Tis Antisemiten lassen die Worte „siir unsere $celc" »»- überseht, so daß nicht nur ein falscher Dian, sondern das Gegenteil des Gebetes heranstounnt! Der iromme Jude null alle Gelöbnisse nsiv,, durch die er sich;u einer religiösen Leistung verpflichtete, ohne in frommer Geinnlsausivallnng die Ausführbarkeit erivogen zu habe», für nichtig erllären, um sich, lvenn er sie nicht ausführen tan», nicht vor Gott schuldig zu mache». Wenn etwa eia Later am Bett seines todkranke!! »indes sich gelobt, daß er jede» Tag nur drei Stunden schlafen wolle, un-un Gott sein Kind gesund mache, so soll dieses i» der Lerpveislung sich auf. gebundene Gelübde ohne religiöse Lerbindliehteit sein. Nur auf solche Fälle bezieht sich die Kvl-Nidre-Fvrmel, Dagegen ist jedes Versprechen einen» Dritten gegenüber unlösbar: „Wenn man einem anderen etwas gelobt, sei es auch eine»! Kinde oder einem Nichtjudcu, findet eine Auflösung nicht statt, cs sei denn mit Zustimmung jenes, dem geschworen wurde/' ^Talmud, Trakt,-Ncdariin 65a), Ter Eid ist unter allen Umständen heilig: „Wer schwort oder beschworen ivird und den Schwur mit dem Worte „Amen" anniinmt, auch wenn vvn einem 'Nichtjuden oder Kinde (beschwuren ivird), ist zur Wahrheit verpflichtet »ud «bei Unwahrheit) des Meineides schuldig," lMninwnides, Äischue Thora Ijildjüt Schebuot II, 1.) Das jüdische Gesetz nimmt jede Aussage (etwa eines Zeugen! sehr genau; Beweis: Wird einem Zeugen nachgewiesen, daß er einen Vorgang nicht beobachtet haben kann, über den er als Selbstbeobachtung ausgesagt hat, so wird er selbst dann bestraft, >venn der Vorgang sieh tatsächlich seiner Aussage gemäß abgespielt hat. Es ist also eine grobe Lüge, wem» behauptet wird, die jüdische Religion gestatte vor Gericht falsche Eide. 3. Jüdische Flieger. Im Krieg haben nachweislich über hundert jüdische Kampf- und Schulslieger ihr Leben für Deutschland in die Schanze geschlagen, dreißig von ihnen sind den Heldentod gestorben. Und angesichts dieser Tatsachen fordern noch heute die Antisemiten: „Zeigen Sie mir einen jüdischen Flieger!" Deshalb seien genannt: I)r. meci. Herm. Jaffa ans Santvmischcl, Leutnant Erich Bloch ans Enunendingen und Bizeseldwcbel Walter Bloch aus Emmendingen, Flieger Rosin, der ein feindliches Lager mit Bomben belegte und in den dadurch hervvrgerusciicn Brand abstsirzte, wobei er den Tod fand, Ter Flugzeugkonstrukteur Rumpler (die „Rumpler-Tauben") ist jüdischer Abstammung! Luftschisfcr Paul Spiegel (Chemnitz) trat als Zweiundsechzigjährigcr bei den Fliegern ein, Leutnant Wilhelm Frankl (Rour!e meinte), Leutnant Joseph : Ziirndorfer aus Nexingen, Freiwilliger Jakob Lichtcnstcin ans j Neustadt a, d. Pinne, Llrth, Ehasanowitz (obwohl russischer Jude!), : Leutnant Arnheim und Sicgfr, Wittkotvskh ans Ansbach, Leutnant (Kurt Königöbcrger ans Fürth, Paul Goldman» und Edgar Hirsch, Zöglinge des Israelitische.', Erzichniigsheims Dahlem, finit* |Jiant Simon Pinczower aus Benthe», P Auch an den Erfolgen der Segeislicgerci sind die Juden beteiligt ^(Ledermann, Rnban und andere). Dudas? i. Die Weise» von Zion. Das von völkischer «Seite immer wieder als nnwandzrcies Dokument hingcstellte Buch „Die Geheim- »nssc der Weisen vo»r Zion" ist längst von autoritativer Seite als eines der itnpideiteii Fälsehenvcrkc sestgestellt und vom Reichsgericht als dw „Bibel der Rathennn-Mvrdcr" bezeichnet worden. -Das Buch ist 1005 in Rußland, kurz vor der dortigen Revolution, aus vcrschicdcnste» Onetlen znsanimengestoppelt worden, um zur Förderung der zaristischen Despotie den Haß gegen das Judentum zu entstammen. , , , - Diese Ausgabe gibt den Schwindel als Protokolle von jüdische»» Gchciiilsihungei» in Frankreich aus. , Die zweite russische Ausgabe, erschienen 1917 während der zweiten russischen Revolution, gibt den Sch'.vindcl ans als Protokolle von 24 (Schcintsthuiigcn, abgehalteii auf den, (dreitägigen!) l. Jio- »irstcnkongrcsz in Basel 1897 <der vvn den „vereinigten Zionisten und Freimanrern" (!!!) einberufen worden sei). In die Enge getrieben, bezcichneten die Verbreiter des Schtoindcls in Deutschtaiiü die Protokolle als „Richtlinie»»", die der jüdische Schriftsteller Ilschcr Ginzberg i„Achad Haam") für den 1, Zionistenkongrcß abgesagt habe, (Da die Lehivindelberichte Plagiate ans einer Schrift Pobjedonoszews enthalten, so hätte Ginzberg seinen Todfeind plagiiert!) Ginzberg verklagte einen der Verbreiter dieser Behauptung, den Grafen Reveitttvw, Reventlow erklärt, daß er seine Behnnpinng nicht anfrechterhaltcn kann, er bedauert die Angabe verbreitet zu haben und übernimmt die Kosten, «Lcrhandlnng vor dem Schösfengericht Bertin-BUtle am 19,April 1923,) Tic .«öanplqncllc der Fälschnng ist eine Ende der 60er Jahre des vorigen Jal>rhnnderts erschienene nnd gegen die Weltherrschafts- Pläne Napoleons III. gerichtete nniiniachinvellistiiche Schrift des Pariser Advokaten Joln, die nid): e : n e Zeile gegen die Inden enthalt. Tic Fälscher haben die Wellherrichafispläue 'Napoleons in den „Gelwsimnissen" ersetzt durch die „Weltlierrichattsptäne" der Inden, Das Luch wurde nnd wird in Riefenaiiflagcn verbreitet, obwohl die Fsitschnng eindeutig bewiesen ist,.- Es sind Ausgaben in fast allen europäischen Sprachen erschienen, außerdem eine chincfische nnd arabische <!). Ganze Waggonladnngen wurden zeitweise nach dem Südosten Europas versandt, — Dauernd werden die „Weisen von Zivn" in unzähligen Sc>>rjften zitiert »ud als Material gegen die Inden vcnvandt. Für den I>andgreiflichen llnftitn nur ein Beispiel: In den „Protokollen" <4. Auslage 192(1, Seite 94) ivird behauptet, die Untergrundbahnen seien von Inden angelegt, tun die ganzen Städte „mit ben Ctaaislcitungen, Aemtern, Urknndensammtinigen und den Richijuden mit ihrem Hab nnd Gut in die Lust zu sprengen", )!',!) «Als wenn dabei nicht auch die Inden zngrimdegingcn!) Zum 66. Geburtstage von Kardinal xaulhaber. In diesen Tagen vollendet Kardinal F a n l h a b e r , gefeiert von der gesamten katholischen Welt, sein 60, Lebensjahr, Auch wir gedenten dieses Tages nnd gebe» der Hoffnung Ausdruck, daß es il)m noch viele Jahrzehnte vergönnt sein möge, der Bersohiinng und der Liebe zu dienen und dabei auch gegen Klnssenhaß und Rassenhaß zu tvirke». In aller Erinnerung leben die Worte, die er 1922 ans dem 62. Katholikentag nach der Ermordung Nathenaus sprach: „Wenn dann die Leidenschaften des Volkes durch diese persönliche Hetze nnfgepcitscht werden und einer den Revolver zieht, dann brauchen wir keinen Stanksgerichtshof, um den Mörder zu suchen, dann sitzt der Mörder in der Schreibstube jener Zeitung, welche die Leidenschaften in persönlicher Hetze aufgepeitscht hat, Friede unter den einzelnen Religionsbekenntnissen des Landes," Im Jahre 1924, im November, prägte er auf der Caritas-Woche in München folgende Worte: „Wir wollen schauen, daß die Selbstzcrslcischimg des deutschen Volkes aufhört, Wir wollen schauen, daß München nicht mehr eilt Höllcntrichtcr von Haß nnd Roheit und Aufreizung bleibt, die eines zivilisierten Volkes nnd seiner Vergangenheit nicht würdig sind," Und als im Jahre 1927 den jüdischen Studenten der Universität M n n ch e n im Januar die Teilnahme an der Jubiläumsfeier der Universität nicht möglich ivar, da sagte Kardinal Faulhaber in seiner Festrede „Paulus ans dem Areopag" die seinerzeit auch in diesen Blättern wicdergcgebenen Worte: „Alles was Mensch ist, hat den einen gleichen Stammvater.,., also ist ,vor Gott kein Unterschied zwischen einem Juden und einem Griechen' (Römer. 10,12) . . ., also sind alle Menschen in Adam Brüder nnd noch mehr in Christus, . . , also darf es kein Kastenwesen geben, keinen Standesdünkel bevorzugter Volksschichten.' . Wir hoffen, daß der Tag nicht mehr fern ist, an dem seine Saat des Friedens znin Segei» Tentschlands nnd der Menschheit aufüch.«

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