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Central-Verein-Zeitung · 1929-02-01 · Heft 2 (Februar 1929) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1929
Issue
Heft 2 (Februar 1929)
Date
1929-02-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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n 2. Das Werk ist in den verschiedensten 'Ausgaben erschienen und jedem zugänglich. Es ist also kein Geheimwerk. 8. Es wird den Juden zuin Borwnrs gemacht, der Schulchan Aruch gestatte Verbrechen gegen Andersgläubige. D i c s i st g r o b e Unwahrheit und Lüge, Tie von den Antisemiten beigebrnchtcn Zitate sind, wie von den berühmtesten jüdischen und christliehen Autoritäten unter Eid vor Gericht nnchgewiesen wurde, Fälschungen. Das jüdische Gesetz gebietet vielmehr Ehrlichkeit und Gerechtigkeit gegen jeden Menschen. Spnagogenbeschäüigung in öraunfchweig. In der Nacht vom 6. zum 7. Dezember 1028 und auch schon vor diesem Zeitpunkte sind — wie erst jetzt belnnntgegcben wird — von den Gittcrtüren der Portale an der Synagoge in Vraunsehivcig vier ElsenverzierungSspitzen mntwillig herausgcbrvchen und vor die Türen ans die Straße gelegt worden. Ter gleiche Vorgang wiederholte sich in den Nächten vom 19. zum 20. und vom 22. znm 23. Tczcinber v. I. Im ganzen sind dreizehn VerzicrungSstabe hernnsgebrochen worden; ein vierzehnter wurde stark mngebvgcn, lieft sich aber nicht abbrechen. Ta die Eiscnspitzen nicht mitgenommen wurde»,!>andelt es sich ossenbar nur einen d e m o n st r a t i v e n a n t i s e m i - tisch e n 'A k t. Am Abend des 18. November 1928 wurde das Eisengitter überstiegen und mt einer der Eingangstüren zur Synagoge ein kleines H o l z w o l l s c n e r angelegt, das aber glücklicherweise nur unter der Tür hindnrchgeschivelt 1111b einen kleinen dunklen Fleck ans den Fliesen der Vorhalle »mnittelbnr hinter der Tür hinterlassen hat, ohne weiteren Schaden anznrichten. Ter Eentralvercin, die Jüdische Gemeinde und die Behörden haben eine Belohnung sür die Ermittlung der Täter auSgesetzt. Zur Nachahmung empfohlen. vH» Beschluß des Reichsverbanvcs der hcimattrcnc» Ost- ,md Westpreußen. Je ferner die Tage rücken, da in überwältigender Eimnütigkeit Deutsche aller Stände »nd Konscssionen in die A b st i m ur nn'gs - gebiete eilten, u m d i e H e i in a t für d a s Vaterland z n retten, um so stärker wird der Geist der Volksgemeinschaft minderbcwertet, ans dem heraus allein der Sieg der Abstimmung erwuchs. In den kleinen und kleinsten Untergruppen derjenigen Vereinigungen, die das l a n d s m a n n s ch a f t l i ch e Gefühl über die Zeit seines länipfcrischen Einsatzes erhalten und Pflegen wollen. kommen mitunter Stimmungen zinn Durchbruch die die Einheitlichkeit zu stören geeignet sind. Daher muß freudig begrüßt werden, daß der R eichsverband der h e i m a t t r e n e » C st - u n d W c st p r e i, ft e n , der die Spitzenorganisntivn einer großen 'Anzahl von Einzelvercincn darstellt, in seiner letzten Vorstandssitzung einen Beschluß gefasst hat, der die Treibereien, die hier und da von ,',uneutwegte>i" Juöcnfeindeii eingclcitet werden, entkräftet. In diesem Beschluß lzeisst es: ..DerJauplvorstand hat Anlaft, auf die sahuugsgcmäßc parteipolitische und konfessionelle Neutralität unserer Vereine ausdrücklich hinzuweiscn. Wir sollen keinen Landsmann nach seiner jUmfoffion oder Religion und nach seiner Partei,zugehörigteil fragen; auch die Feststellung des Standes oder Berufes ist sür Die Aufnahme unerheblich und höel)stens zu statistischen Zwecke» von Wert. Zuwiderhandlungen gegen diese Grundsätze der Neutralität können nur unsere Berbandsarbeit stören .n d unser 'Ansehen und das Gewicht unserer stimme beeinträchtigen." Alan wird die Hoffnung aussprccheii dürfen, daß dieser Beschlris; auch in die kleinsten Orte dringt und dort Handlungen verhütet, die ebensosehr von Politischer Unfähigkeit wie politischer Undankbarkeit zeugen würde. Tie charaktervolle Gcsimningssrciheit des ReickMerbandes aber verdient die Nacheiferung nuef) anderer Spitzenorganisationen. bei denen es durchaus angebracht wäre, wenn sie zieh um die Entwicklung der ihnen angeschlossenen Gruppen mit größerer Entschiedenheit kümmerten. Zu Jude» ernannt. Als vor einiger Zeit in Düsseldorf den Gefallenen des ehemaligen Füsilier-Regiments Nr. 39 ein Denkmal errichtet wurde, tvar in zahlreichen völkischen Blättern zu lesen, daß die „geistigen Väter des Schandmals vier Juden gewesen sind". Die Völkischen behaupten: Musenmsdirektvr K v t s ch a u, Gek-eimrnt Schlorrmann, Bildhauer Nübsan und der für städtische Kunstangelogenheiien maßgebende Herr Cohn sind Inden. W« aber ist die Wnhrl(eit? Geheim rat S ch l o r r m ann hat mit dem Denkmal nicht das geringste zu tun. Bildhauer R ü b s a n, Museumsbirektvr Kots ch a n (Költschau) sind keine Inden. Ter Kunstdezernent der Stadt Düsseldorf heißt nicht Cohn, sondern Dr. Cohen, und ist nicht Jude. Wer fördert das deutsche Musikleben? Bemerkenswerte Entstellungen der „akademischen Blätter". Znm eisernen Bestand des antisemitischen Arsenals gehören die Klagen über die „Berjudnng" des deutschen Musiklebens. Durch ihren beherrschenden Einfluß am Dirigentenpult und Intendantenschrcibtisch, ihre sührcndc Stellung im Mnsilschrifttnin sollen die Juden, so Horen wir von völkischer Seite oft, den musikalischen Geschmack der deutschen Nation in unheilvollster Weise beeinflussen. Wahrhaft deutsche Künstler wie P s i tz n e r und H i n d e m i t h würden von den jüdischen Konzcrtveranstaltern und Opcrnlcitern boykottiert, ernste musikalische Veranstaltungen, insbesondere Aufführungen klassischer deutscher Musik, vernachlässigt zugunsten allerneuester, meist ausländischer Musik höchst zweifelhafter Qualität. Eine besondere Schuld an diesen Zuständen soll das jüdische Konzert- Publikum tragen, das in seiner internationalen Einstellung allem Ausländischen vorbehaltlos den Beifall spende, den cs srchöpsungen deutscher 'Meister verständnislos verweigere. Gegenüber diesen Behauptungen verdienen nachstehend wiedergegebene Ausführungen von sehr sachkundiger völkischer Seite Beachtnng. In den „'Akademischen Blättern", der Zeitschrift des ans der Stöcker-Zeit bekannten V. D. St. (Verein deutscher Studenten), finden wir einen 'Artikel: „Das Tentschtnin in der Musik" von Professor Tr. H e r m a n n U » g c r , in deni der Verfasser eine Analyse des deutschen Musiklebens der Gegenwart zu geben sucht und ans die seiner 'Ansicht nach vorhandenen Schäden hinweist, die er in erster Linie in der Bevorzugung ausländischer Musik zum Nachteil deutscher Meister erblickt. Er kommt dabei zu folgenden lehrreichen Feststellungen: „Gewiß »eich der Jude dank seiner elastischen Geistigkeit, seiner,, die nationalen Schranken überspringenden 'Beweglichkeit, dem Fehlen einer ans eigenem Kulturboden gewachsenen musikalischen Tradition (die erst neuerdings von wenige», so dem 'Amerikaner Ernst Bloch, dem Lesterreicher W o l f s o h n , mit gutem Gelingen geweckt wirb) zur eupickitaa novaruin rerum und bildet so den Grundstock der Zuhörergemcinden für allerneneste Musik. Aber dies alles sind doch nur Nebensächlichkeiten. Auch hier wieder mutz der letzte Anlaß tiefer gesucht werden. Es geht nicht an, die Schuld Ammer nur bei den anderen zu suchen. Einige unwiderlegbare Tatsachen' mögen besser als nachdenkliche Betrachtungen zu uns reden: Wer besucht die ernsthaften, künstlerischen Veranstaltungen, auch die, welche durchaus nicht auf den großen Geldbeutel des Publikums spekuliere», wenn nicht der Jude? Kammerttiufikvcreinigungen, Gesellschaften zur Pflege zeitgenössischer Musik werden finanziell u»d ideell getragen von Juden. Ter brave Christ uud deutsche Mann schimpft darüber — und bleibt zu Hause oder geht in anspruchslosere Vergnügungen. Eine deutsche Bühne, ein deutsches Konzerthaus, welches die Jude» vom Besuche ausschlietzen würde, könnte wenige Tage nach seiner Eröffnung die Pforten wieder znmachen. Man bedauert notleidende deutsche Künstler und ihre Angehörigen, überläßt cs jedoch de» Inden, sic zu unterstützen. (Selostverstündlich gehe ich nicht von erdichteten, sondern allein von praktisch erlebte» Fällen aus.) Alan lästert über den Zusammenhalt jüdischer Künstler, von denen einer dem anderen empfiehlt, vorwärtsbringt, selbst mit sanfter Gewalt und gelegentlicher „Zudringlichkeit", huldigt aber im übrigen dem schönen und ach so vegncinen Wort: „Mensch, hilf dir selbst", und sieht dann empört, wie die jüdischen Künstler rascher und widerstandsloser in die Oesfentlichkeit kommen. Alan rümpft die Rase über die „Verjndung" der Presse, deren Einfluß ans das Musikleben kein Bernnnstiger mehr zu leugnen vermag, und nimmt es als gvttgegebeu hin, wenn nationale Zeitungen »nd Zeitschriften von einem rührenden Mangel an fcnilletonistischcm Ehrgeiz, einer erstaunlichen Sparwut erfaßt, ihre Mitarbeiter entweder gar nicht oder schlecht ablohnen, also allmählich die besten Kräfte auf diesem Gebiete an die verwünschte jüdische Konkurrenz verlieren. Alan freut sich, wenn ein Mann vvm Range P f i tz n c r s sein nationales Ehrgefühl auch als sckwssendcr Meister bekundet, und läßt ihn geruhig die sehr hohen Kosten dafür tragen, vergißt hierbei aber mir eines: daß derselbe Psißncr selbst bekennt, keine hilfsbereiteren Förderer besesie» zu haben als die Inden Bruno Walter, den Kapellmeister Nieolaus Coftmann, den Herausgeber der nationalistischen. „Sttddeuts<l>en Monatshefte", Lcwin» den mächtigen Theater- „ mann, während der einstige Alünchener Intendant, Herr Vvn Speidel, das selbstverstündlicht Verlangen dieses Musikers, nicht mit zweitklassigen Kräsien ausgeführt zu werden, durch einen mehrjährigen v Boykott beantwortete. ä Es gilt hier keineswegs, eine Apotheose des Judentums aus Kosten unseres eigenen Volkes in Szene zu setzen. Aber: derjenige I erweist uns keinen Dienst, der parteilich seinen Genossen Sand in die Augen streut und ein dröhnendes „Haltet den Dieb" ruft, anstatt 3 die Geister wachzurntteln und ein nationales Ehrgefühl zu wecken,M das beute einen gefährlichen Alichelschlas schläft. . ." "iM

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