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Central-Verein-Zeitung · 1929-01-01 · Heft 1 (Januar 1929) · page 7

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1929
Issue
Heft 1 (Januar 1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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7 sormgebend gelvirit l>at? Und beiu Delikt'»? Lieh, Jute einfam du bleiben musst. Wer steht hinter btt -? -v-aft btt eine Bewegung in3 Rvileit gebracht? Hast du bas Gewissen Vvtt Seti hinter bir? Ober bveh ztnn ntindesicii irgendeinen arcn, shinbvlhast-bnnbhaslcn Körper Vvn Menschen gleicher Ideen, die sich zn gemeinsatner Antzsaak verpflichtet und itn innersten Gewissen berufen fühlen? Nichts vvn allebem. Dein Denken ist keine Macht tut Volkstum geworben, es hat sich keine sichtbare Stätte geschassen — und also must ihm die lebendige Kraft fehle», der das bentsche Gewissen nie verschlossen ist — wozu also diskutieren? Unser ist das Leben, lind deshalb wird unser der Sieg sein. Gewiß, dem ist sehr viel entgegenznhalten, und in diesen Blättern ist es fast in jeder Nummer geschehen, tmö man soll nicht anshören, es entgegenzuhalten, aber tvir Nichtjuden, >vir sollten ansangeti, aitch ettvas entgegenzntnit! Es handelt sich gar nicht darnni, baf; wir ein wer tveift wie aufgeklärtes „Ktiltnrgcwissen" haben, cs handelt sich dartnn, das; die Wahrheit in das Volkstum dringt, es handelt sich darum, daß das Gewissen breiter und tverlvvller Volts-- kreise ans dein stlggestiven Baun des Antiseinitisntns wachgerusett wird. Es kontmt seht alles darauf an, daß wir unser Wissen tu Tatkraft umsetzen. daß wir Praktisch und zielbewusst irt das Volksdenken hineintvirken. Ich darf sagen, daß es das Ergebnis Planmäßiger, sorgfältiger und weitreichender Beobachtungen ist, wenn ich feststelle: Was heute jede Gcgentvirkttng gegen den Antisemitismus, ganz gleich, ob sie im engen, Privaten und freundschaftlichen oder im vsfentlich-breiten Kreise geschieht, so außerordentlich erschivetl, ist der Umstand, daß die antisemitischen Bewegungen aller Dichtungen sich einbezogen und gesichert sehen twohlgemerlt: nicht stibjektiv glauben, sondern objektiv richtig sehen) in eine Vvn breitesten Massen getragene Gesamtbetvegnng, die unangefochten, unwidersprochen und deshalb nnaufgehalteit wachsend ihren Zielen enigegenstettert. Jawohl, es ist keine Uebertreibung, täuschen lvir uns tticht: unangefochten und unJviderfprocheu. Denn Widerspruch und Abwehr, die vvn jüdischen Kreisen atisgehen, lverden als reine Interessenpolitik sofort als nndiskutabel abgelehnt, der Widerspruch einzelner Nichtjuden wird als eilte ettvas lebensfremde, veraltethuinanitätsdnselige LiteraturiveiSheit init mildcin Lächeln übergangen. Co ergibt sich für den Antisemitelt das suggeftiv-slärkende, ihn Vvn vornherein ins Recht sehende Bild, daß es nur eine einzige sichtbare Stellung des „uitbeeinslußt aus feinem mt» entstellten Artiltstinkt tirteilenden deutschen Volkstums" znm Indentum gibt: die der Feindschaft. Und unter diesem Zeichen wird der ÄntisetnitiSmtts zusehends eine Art Kvllektivmvral, eine Gesiunnng, die inechauisch angeliomine» lvird, tveil sie das „geltende Urteil" enthält. D e r A tt t i s e in i t i 8 - m tt s w ä ch st v r g a n i s ch als vvn I a h r z u Jahr sich v c r f e st i g e n d c, n n g e st ö r t c> T r a d i t i o n i ti das Volksd e n k c n h i n e i n. Begreifeit wir endlich, in letzter Stttnde, daß Nur handeln mnsfen und daß wir ans eine ganz einfache, schlichte Weife sichtbar, fühlbar handeln können! Au uns liegt es, daß jenes suggestive Bild von der Alleinherrschaft des AlttiskmitiSntus im Volksiunt selbstherrlich wirbt und zwingt. An uns ist cs. dieS Bild zu zerstören und damit dem Antisemitismus einen wesentlichen Teil seiner Suggestivkrast ztt nehmen. Es gibt Tausende Vvn geistigen und verantwvrtnngSbeivnßtcu Nichtjuden, die den E. V.-Eedanken vom Standpunkt des rein ethischen und des volkhaften Denkens bejahen. Aber wer glaubt cs? Wer sieht . es? Wer kann es glauben — tvenn es ihm unsichtbar bleibt? Nur das Sichtbare überzeugt die Massen. Wenn invrgen eine sichtbare Gemeinde . nenne» wir sie hier einfach: die Freunde des E. V.-Gedaukeus - aus allen Teilen des Reiches in die denlsche Oeffentlichkeit träte mit der Grundhaltung des Gewissens: Wir stehen gegen die völkische Idee auf, weil sie nicht eine Vvlthaft mnsasjende, sondern Vvlkzerrcißendc Idee ist, tveil sie nicht synthetisch-organische Kulturgestalttutg, sondern thevriegebvrcne Etitstaltitug nach sich zieht, west sie nicht aus dem Geist der Stärke ttttb des Rechts, sondern aus dem Geist der Furcht und der neurasthenischen Willkür wirbt und tveil nur sie deshalb für eine deutsche Gefahr halten (und es ist kein Zweifel, daß diese Gemeinde sehr viele Namen der Führer in Wissenschaft und Kunst, Wirtschaft und Technik auszuweisen hätte) . dann wäre das Gegen,Zeichen aufgerichtel. Dann tväre sichtbar gemacht, daß der Antisemitismus t e i u c s w e g s eine selbstverständliche, »aturhasiiivtzvendige Reaktion des echten Voittzttuns ist. Nochmals: Es nutzt nichts, daß iv i r es tv i s s e ». Denn das betvirkt nichts. Wir müjfeu es sichtbar macheii und damit i»t vssentlichcn Bewußtsein die Legende von der Selbstverständlichteit des mit volkstreuem Tenken gewissermaßen schon geborenen Antisemitismus zerstören Wir müssen das (bisher leider berechtigte) Selbsibelvtlßtseiit der Gegner, nur ihr Geist habe Macht der Bewegung, unser Denken sei vereinzelt, gleichsam lncnschenleer und daittit fremd und zur Einöde verdammt; tvir iniisseii dies Selbstbewnßtsein der Gegner überwinden durch das sichtbare Zeichen unseres Seins. Nichts überzeugt als dies elemeniarste und deshalb jedermann begreifliche Zeichen. Darum also svlltett tvir dies tun: Aus einzelnen zutn Zeichen werden. Beileibe kein Verein tnit Statuteit und organisatorischem Leerlauf, fottbem* ein Kreis, verbunden durch die gleiche Einsicht, aber — ein Kreis, der sich ueitnt und sich bekennt. Einsicht ohne Verpflichtung ist tot. Sie erweckt tticht die Kraft des Glaubens in der Menge, die dem folgt, der ihr das Zeichen des Glaubens bringt. Eittsicht, die sich den Kreis schuf ztmr überall sichtbaren und bekanttten Zeichen, wächst, wie Wälder wachsen. Auch ohne Reglement. Mit der Kraft der Natur. Sie schafft sich Kanäle, atts denen sie in das Volk dringt und zum tragenden und mitreißenden Ctroine tvird wie der Quell in Mahomets Gesang. Welche werbende Ai acht ein solcher Kreis, attch tvenn er „nicht gleich die Massen, sondern die wenigen sucht", bedeuten kann, zeigt der Kreis um Stefan George, der heute eine sehr tiefe Wirkung innerhalb der Jugendbewegung und weit über sie hinaus ansttbt, tvietvvhl dieser Kreis aus sehr tvenigcn Erwählten tutb ohne jedes äußere Organisationsband besteht. Ich setze hierher, >vas sein bester Kenner, Friedrich Gnndols, über ihn anssagth: „Der Kreis ist weder ein Geheimbnild mit Statutcn und Zusinnmenküiislcii, noch eine Sette, noch ein Liicrltteiillüiigel, sondern es ist eine kleine Anzahl cinzclner mit bestimmter Haltung und Gesinnung, vereinigt durch die untvillkttrüche Verehrung eines großeit Bkenschen, und bestrebt,, der Idee, die er i» ihnen verkörpert (nicht diltiert) schlicht, sachlich und ernsthast durch iliv Alltagsleben oder durch ihre öjsentiiche Leistnng zn dienen." Was tvirkt also an diesem Kreis? Eben diese Atmosphäre der Reinheit, die um die als notwendig erkannte Idee den verkörpernden Kreis fügt, der sie nennt und sich zu ihr bekennt, sie dadurch znm Zeichen int öffentlichen Bewußtsein macht, an denr utau nicht vorübergehcn kann, ohne ihm Rede und Antwort gestanden zu haben. Und diese Reinheit der Atmosphäre, die daS Zeichen des Daseins pflichthaft attsrichtet vorder Menge, daß es sehe, tver Augen hat zn sehen, doch allen Masscnritf, jeden Schlagwortschrei verschmähend, sie ist es, die der Jugend Ehrfurcht einslößt — deren beste Instinkte immer zur echtesten Vornehmheit des Reinen rufen —, sie ist es, die mit stiller Gewißheit ans den stiggerierten Massen Mensch um Mensch herattsztilösett und zur Besinnnng ttttb Einkehr zu laden vermag. Dies sollen tvir tun. Dies stille Werk der Pflicht, sichibar tvcrdettd am freien, bekennendett Kreis der Pflichtbewußte tt, ans dem heraus ohne viele Worte greifbar deutlich wird vor Nnzähligeti, die es bisher nicht sehen kvttnteu: daß es a u ch unter de n tt i ch tjüdis ch e n Deutscheu g c tv i ch t i g e, d tt r ch ans national tut d verantwortungsbewußt denkende Kreise gibt, die eben darum in deui A n t i semi t i sm n s e i n e En tart tt ngs gefn h r s ür d a s dent schc VolkStum sehen, tt u b die nicht atts surrsttsche n tt tt b rationalen, s tut b c r tt a ns sittlich c tt n tt b deuts ch e n G r n n d e n den C. B.-Ged a n k e n als einen notwendige n Bestandteil des Ringens mit d ie S oli d a r i tä t a l l er denks ch e n Volksgenossen bejahe tt. Es ist ein Grundsatz der Massenpsychologie: Gründen glatibt turnt tticht, sondern dem Sichtbarcit, das Grüttde. erzeugt haben. Wir muffen es also tun: sichtbar werden. Uns nennen und bekennen, ttttb int Bekenntnis die einzelnen sammstn ztnn Besinnung erwirkenden Kreis. >) (fmntmif: „etefan oVorflc", S. 3t.

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