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Central-Verein-Zeitung · 1928-07-01 · Heft 7 (Juli 1928) · page 3

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1928
Issue
Heft 7 (Juli 1928)
Date
1928-07-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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67 fehlen wieder. Hingegen wird von dem jüdischen Geltungstrieb und Anschlustbedürfnis gesprochen, das, svsern man es überhaupt zngebeu null, ganz andere Gründe hat als die ihm Vvn Stapel unterschvbenen. Und die praktische Kvnsegnenz? Soll man nun prügeln? Ntnu kann sich Radikalkuren ausdenken, aber wie wärm sie praktisch möglich, antwortet Stapel, dem andere Entwände gegen solche Methoden offenbar nicht kommen, mit melancholischer Resignation. Dann aber folgt ivieder einer seiner geliebten Dunkelsätze: die geschichtliche Situation hat noch keinen Kairos zur Losung geboten. Das einzige, was man inzwischen tun kann, ist Distanzwahrnng, in welche Forderung das Buch ansklingt. Nicht den Ansnahmeparagraphen, tvohl aber die s e e l i s ch e W ü st e soll m a n z >v i s ch e n sich und den Inden legen. Man kritisiert dieses Werk am besten, wenn man seinen Autor so umfangreich zu Worte kommen läßt, wie wir es taten. Zusätze sind dann kaum noch vonnöten. Was nach der Lektüre bleibt, ist nichts als ein unerfreulicher N a ch - g c s ch m a cf. Für den Juden mag es einen gewissen Trost bedeuten, für uns Nichtjuden bleibt neben dem Gelächter eine schmerzliche Scham: Dies ist nun der beste Fechter, der für den „Germanismus" auf den Plan tritt. Wenn irgend etwas geeignet wäre, in jüdischen Kreisen jenen Anti-Germanismus zu erzeugen, der bisher nur in der Stapelschen Phantasieivelt hernmspnkt, so ist es diese Sorte Vvn Antisemiten, vvn denen wir den Antiselnitismns verachtenden Nichtjuden mit aller Deutlichkeit abrücken, und die wir nur aus das dringendste ersuchen können, uns bei künstigen Schreibereien nicht mehr in ihr „Wir" einznbeziehen. Ludendorffs neueste Entdeckungen Das Korpsstudententum, eine jüdische Erfindung — Br, Goethe — Mordverschwörung gegen Ludendorff Das Ehepaar Ludendorss läsit in nnheiinlicher Schnelligkeit „Entdeckung" ans „Entdeckung" svlgen. Zunächst entlarven sie die Bräuche der deutschen Korpsstudenten als „sreiinnurerisch-jüdisch". Dann mutz Goethe und ganz Weimar daran glauben. Man ist geivohiit, das Couleurstudeiitentum als einen Exponenten des sogenannten nationalen Deutschlands anznschcn und ist daher um so erstaunter, wenn man Plötzlich erfährt, dafi all diese sich häufig so radikal und nationalistisch' gebärdenden Verbände in Wirklichkeit völlig unter jüdischein Einfluß stehen, ja, das; die meisten ihrer traditionellen und geheiligten Bräuche Erfindungen jüdischer Bosheit sind, dazu bestimmt, die deutsche akademische Jugend zu eutinanncn und sittlich zu verderben. Wir verdanken diese überraschende Entdeckung dem Ehepaar Ludendorsf, dessen kriminalistischer Scharfblick ja schon so manches Verbrechen, das Juden, Jesuiten und Freimaurer an der Seele des deutschen Volkes begingen, aufgedcckt hat. Die Nummer 27 ihrer „Dculscheu Wochenschau" vom 30. Nvsenmvnd (Juni) 1928 ist der Entlarvung des deutschen EonlcurstndententnmS gewidmet. Diesem Feind des deutschen Volkes wird dort mit brutaler Hand die nationale Maske von der Stirn acrissen. Es wird gezeigt, das; alle diese sich nach autzcnhin vielsach so antisemitisch gebärdende, aus das Ariervrinzip schwörende Korporation in Wirklichkeit völlig uuter dem Einslus, und der Hörigkeit ihrer völlig verjudeten und srcimaurerisch verseuchten Aliherreuschaft stehen, und das; die meisten ihrer wesentlichen Sitten uird Gebräuche glcichsalls dem Freimaurern,»,, dieser teuslischsteu Ersiudung jüdischer Bosheit, eutlchnt sind. „Judenhohu der «»sichtbaren Väter treibt i» dem Brauchtum der Stnventcn unter Beihilfe der künstliche» Juden in der Altherrenschast mit deutscher Jugend ein frivoles Spiel." Zwei Bräuche haben cs dem Ehepaar Ludendorss besonders angetan: Der „Landcsvntcr" — und die Mensur. Die Mensur, nach Mathilde Ludendorss von den Juden eigens dazu erfunden, nur den alten ehrlichen deutsche» Zweikampf zu bcscitiaen und in der studentischen Mensur zu einer Spielerei herab,;n>vürdiacn und dadurch seines sittlichen Kerns zu berauben. General Ludendorss gictzt die Schale seines Zorns besonders über das „Landcsvater-Stcchcn" ans, jene harmlose Demviistraiivn der Bnndesbrüderlichkeit und Vaterlandsliebe, die arrch heute »och den Höhepunkt studentischer Kommerse zu bilde,. Pflegt. Diese Zeremonie besteht bekanntlich in dem Absingen eines Liedes und dem Durchbohren der Coulcnrnrützcn, die nachher alle aus einen Schläger ansgcreiht werde!» Diese symbolische Handlung soll die Brüdcrschast der Korporativnsaiigchörigcn neu bckrüsüncn und ihre Vaterlandsliebe dokumeuticrcn. Der Dame Ludendorss bedeutet diese, ihrer Ansicht nach ans der sranzösischcn Revolution stammende sreiiuanrerische Sille ein Symbol der Empörung gegen: eine völkische Staatsgewalt. Die Freimaurer hätten sie cingesührt, um in den Studenten den gegen die dainaligc völkische Staatsgewalt, den Landesherr«, zu nähren, der symbolisch in der Mütze durchbohrt ivird. Heute soll damit der Kanipf gegen die völkische Staatsgewalt überhaupt shmbolistert werden. Das- Absurde der Idee, das; gerade die sich meist zum Nationalisiuus bekeimcndei! Studenten sich mit einer so kindischen Demonstration gegen die völkische Staatsidcc wenden, bedarf keiner Begründung. Es erscheint auch zwecklos, den General Ludendorss über Entstehung und Bedeutung dieser studenti» schcn Bräuche aus klaren zu wolle»: wer nicht belehrt werden will, dem kann nicht geholfen werden. Man könnte sonst General Ludendorss aus hervorragende 'Darstellungen der deutschen Stndeiitengcschichte, cstva aus Fabricius, „Geschichte der Corps", oder andere Werke Hinweisen, die sich eingehend mit der Entwicklung der Mensur und der Bedeutung und Entstehung des „Landcsvatcrs" beschästigen. Es Ivürde sich dann Herausstellen, datz zum Beispiel der „Landesvater" bereits bei den alten Landsmannschastcn des 17. und 18. Jahrhunderts in Brauch war, die in dieser Form mit den neuen in die Hochschule cinzichendcn Landslenien Brüderschaft tranken und dabei auch ihres Landesherr,! gedachten. Man könnte ihn daraus himveiscu, das; bereits der Rciiomuiistmlonvcnt von 1778 den „Lmidesvnter" als eine bemerkenswerte Hebung ans alten Zeiten er- Ivähnt und eingehend beschreibt. An dieser Stelle erübrigt sich eine ausführlichere Widerlegung der Behauptungen LndcndvrsfS, die das angegrissene Couleurstudenten» tnm selbst, das auch bereits beginnt, sich seiner Haut zu wehren, vornehmen mag. So wird z. B. bekannt, das; die Turnerschast Philippina in Marburg, deren Ehrenmitglied Ludendorss war, ihn aus der Reihe seiner Ehrenmitglieder gestrichen hat. Ludendorss selbst teilt dieses Faktum in der „Deutschen Wochenschau" mit und bemerkt in seiner bekannten Bescheidenheit „Wie lächcrlich wird sich in der Weltgeschichte die Turnerschast Philippina in Marburg ansnehmcn, die den Führer des Weltlriegcs, der seinerzeit die grenzenlose Gulmittigkeit hatte, unter vielen anderen auch die Ehrciimitglicdschast dcS Verbandes der Turnerschnsieii ans Deutschlands Hochschulen anzinichmcn, die Ehremnitglicdschast kündigic." Wir deutschen Inden befinden uns übrigens nach diesen neuesten Lndcndorfsschcii Feststellungen in ausgezeichneter Gesellschaft. Während wir bisher nur gemeinsam mit Jesuiten und Freimaurern nach Lndcndorffs Diktat antzcrhalb des deutschen Volkes standen, steht numnehr auch — um die eigenen Worte des Generals zu zitieren — „daö Akademikertum in seiner freimaurerischen Hörigkeit ansterhalb der lebendigen Einheit des erwachenden deutschen Bottes". Die deutschen Akadeiniker mögen sich trösten! Die Ausführungen nnseres früher so populären Generals finden heute nur noch eine bescheidene Nesonnanz. W.R. „Br. Goethes Verrat an Schiller." „Die Rncye der unsichtbaren Väter an Schiller" überschreibt sich das Elaborat von Frau Mathilde in der „Deutschen Wochenschau" vom 8. Juli d. I. Wir ersahren, das; Lessing, Mozart und Schiller einem Frciinnurermvrd zum Opfer sielen! „Weil Mozarts .Zaubcrslöte' die Politische,, Kchcimzielc des Ordens andciitete, Ivurdc ihre .Bruderliebe* noch deutlicher, er wurde zum Tode verurteilt, lind z,n» Zcichcn, datz die Vollstreckung nahe devorstnnd, gaben die Mordbnben ihm den Anstrag, ein Reguicm zu komponieren." (!) Ebenso wurde S ch i l l e r e r m o r d e t — G o e th e hat ihn verraten und „den erteilten Befehl befolgt". — Einen ganzen Kübel Schmutz gictzt Frali Ludendorss über Goethe ans: Er, der „Verräter", ist „charakterlich anfällig": — seine Werke sind „plumpe Verherrlichungen der Logengehei,„lehren", „Faust II. Teil ist ein verworrenes Werk, das die leuchtenden Meister bis zur heutigen Stunde vergebens de» klaren delüschen Geistern als Meisterwerk auszuschwätzen versuchen". — Aber nicht nur „Br." Goethe ist ein „künstlicher Jude", der ganze „Geist von Weimar" ist verjudet. „Goethe nnterwars sich wie ganz Weimar den Gehcimverordnungen einer Tscheka der Inden, Illuminate», Roscnkrenzer und Freimaurer und befolgte einen erteilten Beseht." Dies war in Nr. 28 vom 8. Heuert. Inzwischen war das Thermometer aus 35° Celsius im Schatten gestiegen, und nun

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