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Central-Verein-Zeitung · 1928-02-01 · Heft 2 (Februar 1928) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1928
Issue
Heft 2 (Februar 1928)
Date
1928-02-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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14 Dr. ftron Hirsch - -er Zöröerer -er -eutjchen Technik. Zu seinem 70. Geburtstage. „Unter den Schöpfern der nwdernen Wirtschaftsorganisation, den Großunternehmern. sindct sich kaum ein Jude. Dieser Typus »var christlich »nd mir ans christlichem Boden denkbar. Der jüdische Fabrikant ist eine moderne Erscheinung." Man wird diesen Ausführungen Max Webers nur bedingt znstimuim können. Denn um Großunternehmer und um Fabrikant zu werden, mußte der Jude die politische Gleichberechtigung besitzen. Aber sobald er das Bürgerrecht erworben Halle, strebte er über die Hanöclssphäro hinaus. So sehen wir überall, tvie sich gerade in Deutschland nnS den Kreisen des Handels unter den denlschen Juden schöpferische Kopfe zu Führern der de»! scheu Wirtschaft erheben. Zu diesen W i r t sch n s t S s ü h r c r n Deutschlands muß unbedingt Aron H i r f ch gerechnet werden. Der Metallhandel lag bo» jeher in Deutschland in starkem Maße in jüdischen Händen. Jüdische Händler »raren es, die die Verbindung zivischen dem Me« tallproduzentcn und dem -lonsnmenieii herstelltcn. sie waren es aber auch, «die dank ihrer Begabung für die Börsentcchnik die Borbedin« gungen fftt den börsemnäßigcn Metallhandel schufen. Bon ihnen wurden die »richtigen internationalen Verbindungen eingelcitek, doppelt »,'chtig für ein Land, da?, »vie Deutsch.and, selbst sehr arin an metallischen Rohstoffen ist. Daneben »raren es dieselben Metall- Händler, die es verstanden, die Benvertung der Altmetalle und Metallabsnllc in den Vordergrund zu rücken, eine Maßnahme, die bejvnderS im Kriege ihre Bedeulu»»g bctriescn hat. So kann es nicht .verivundrr», daß zu den sührenden deutschen Mctallhandelssirmen Häuser gehörten und noch gehören, die sich in jüdischen Händen befinden. Schon zn Bcgii»»» des ly. Jahrhunderts, int Jahre 1805, wurde in Halberstadt die Firma Aron Hirsch n. Sohn gegründet, also in der Nahe einer sehr bedeutenden Metallindustrie: sind doch Halle, Magdeburg, Erfurt, Dossa», Leipzig und andere Orte Mitteldcntschlniids von jeher der Sitz führender Metall- »nd Maschinensabrilen gcivescn. In dieses Handelshaus trat schon in jungen Jahren der 1858 in Halberstadt geborene Aron Hirsch ein, wurde bald Mitinhaber der Firina »nd verstand es, den Kundenkreis seiner Firm» ül'er ganz De»»tsch!nnd zu erivcitern. Aber es gelang ihin vor allem. Berbinduiigeu mit dem Ausland anziiknnpfcn, besonders ü»U Amerika, den» Metallprodnzenlen. Sv war die Firma Aron Hirsch n. Sohn uuter den Frankfurter Firmen Beer, Soiidheiincr u. Co. »nd der auch von Juden begründeten Metallgescllschast eines der cinslußrcichsten Mctallhäuser der ganzen Welt. Das englische „Aicht-Eiseli-Metall-Gesetz", in seiner Bedeutung nur der Navigations-Alte Cromwells vergleichbar, sollte die überragende Stellung dieser deutschen Metallsirmen vernichten, ein Zeichen für ihre Weltbedeutung. U»»ter der Leitung dieser Firmen wurde auch das Zinkshndikat gegründet. Alles deutsche Z'iuk konnte nur durch ihre Vermittlung zum Verkauf gelangen. Als eS dann 1926 zur Auslösung gelangte, »var es gerade die Firina Aron Hirsch ». Co., die sofort bei» Versuch machte, die B e h e r r I ch u n g d e s d c u t s ch e n Z! u k u» a r k i c s d u r ch e i n polnisch-amerikanisches Syndikat — die großen obcrschlesischen Zinkgrubcii waren ia inzwischen Polnisch geworden — Schon früh ist der Händler Aron Hirsch selbst ein Produzent geworden. Um 1900 verlegte er seinen Wohnsitz nach Berlin, um von hier aus das in Eberswalde gegründete Mcssingwerk besser leiten zn löiinc», das bereits auf eine lange Tradilion zurückblicken konnte. Tenn hier in Ebcrswalde befand sich schon seit Jahrhunderten ein Kupferhammcrwerk. Die industriellen Interessen Ivurden dann in» Jahre 1906 in der Hirsch Kupfer und Messingwerke A.-G. zusammcngefaßt, einer Gesellschaft, die ursprünglich mit sechs Millionen Mark Kapital gegründet, heute nach der Nmstellnng ein Kapital von 12 Millionen Mark besitzt. Mit diesem Werk wurde Aron Hirsch der schöpferische Führer der deutschen Metall-, besonders der Meta ll >v a lz i nd u st r i c. Durch diese Firma beteiligte er sich an dem alten Hüttenwerk C. Will). Kavscr i» Oranienburg, sie errichtete in Ilsenbnrg am Harz ein großes Zweigwerk, und ihr Messmgwalz- »vcrk in Elwrswalde gehört zu den modcriistcii in Europa. Aron Hirsch, noch heute der Generaldirektor der von ihm gegründeten Gesellschaft, Hai äußere Ehrungen stets abgelchnt. Den Ehrendoktor-Ingenieur aber, den ihm 1922 die Technische Hochschule in Darmstadt verliehen hat, »ahn» er an, in dem stolzen Bewußtsein, ein Förderer der deutschen Technik zu sein. Die j ü d i s ch e T r n d i t i o n, die in dem Hause Hirsch stets hochgehalten wurde, fand in Aron Hirsch stets einen warmherzigen Freund. Ein Pionier der deutschen Wirtschaft — ein Vorkämpfer des Judentumsi die deutschen Jude» haben ein Recht, voll Stolz Aron Hirsch als einen Führer zu verehren, und der Ccntralverein »st ihm, seinem Förderer und Berater, von Herzen dankbar. K. Z. Fränkische Synagogen. 'Baiersdorf (Mittelfranken), gebaut 1711. Heidingsfeld (Unterfranken), gebaut'1780. Zu dem Aufsatz „Alte iüdisdxc Kunst in Bayern11 von Theo Harburger (München), Seite 15. (Abb, 2 und 3.)

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