Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1927)
- Date
- 1927-12-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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.^'Mep-Wirffchast? Welt.' *?.., lVon Dr. Norbert Einstein. .'*Äieder einmal steht die Fpgge'd^r Beziehungen zwischen Judentum iind Mrtschaft im Mittelpunkte.des Interesses. Einige wichtige t!tcucrscl)einnngen der letzten Wochen behandeln sie teils in jndengcgncrischem/tcils in vorurteilsfreiem Sinne. Das in dieser Zeitung scholl eingehend besprochene Buch voll ililaire Bclloe: „Die Inden' enthält, >l. g. auch ein Kapitel über die angeblich jüdische Monopolwirtschast. Ihm gebührt das Verdienst, den vielen unzulänglichen Betrachtungen noch eine hinzngefügt 31t haben, die wohl als die oberflächlichste bezeichnet ivcrden kann. Neben den langst nstderlcgtcn Behauptungen über die beherrschende Aiacht des jüdische,: Reichtums stellt er die These aus, daß bedrohliche jüdische Monopole vorhanden seien. ,.Um cs ganz klar zu sagen, Ticsc Monopole habe» aufzuhorcn." Mn, wird vergeblich nach Beweisen über die Grosze, den Umsang und die Finanzpolitik dieser „jüdischen Monopole" suchen, dagegen verrät er »ns, die Wirtschaftszweige, die angeblich von den Juden mvnvpolistisch be- I Ijenfdit werden: Hochfinanz, Thcaterwcsen, der Früchtchandel in London (?!), der Tahalhandel. Handel mit Silber. Blei, Nickel und Quecksilber, „lind lvas am ineistcn beunruhigt, diese Tendenz zur Monopolisierung verbreitet sich wie eine ansteckende Krankheit." Tie Behauptung ist richtig, sw liefert aber gleichzeitig den wichtigsten Entwand gcg e » tloUoe. Tenn die Aivnopole sind ein Ergebnis der letzten kapitalistischen Entwicklung und, loic im? tlivbert Liesmann bezeugt, geht diese Entwicklung besonders in j u d e n r c i n e n Jicdustrien vor sich. Wenn inan mm die Ätvnopvl'oildung als solche bekämpft, dann uinst man auch die nichijüdischen Monopole bekäinpsen »nd darf diese WirtschnstSfvrm nicht erst dann für^gestilirlich halten, wenn sie in jüdischen Händen ist. Was das wichtigste Monopol betrisst, das Monopol der Hvchsinanz, so mühte 11iI;iire Belluc wisten. das; die .Toint-Slock Banks Investment Trust Companies in ihrer Meluzabl durchaus nickt jüdischem Einsltih unterliegen luid das; die Vetsicheniiigsgeielischaiton ("über die er sehr dunkle Tinge sagt!, nicht von Juden regiert iverden. ^iud die Leiter der Ba,nk of England, der Reicksbank, der Ee,lernt iloserve Rank Juden? Werden die deutschen Gros-Hauke», die 1% Fivr, die amerikanischen National City, Guaranty Trust. First National <>l Boston. Chase National, Bankers Trust »sw. von Juden regiert? Wem, die Knmpstiiittel Ililaire. Bellocs nicht über die Laudesgreuzen hinausreichen, io möchie er sich wenigstens einmal in der Londoner Eim umieben, in den Tiretlionsziiiiincrn und Boards von l.lnycls. Rarelys. Midland. Westminster, Hambros, Prudential, Iioyal I'.xehaiig"? W-rdeii die von Juden geleitet? In diesem Buch werden alle Plasten, »ud dumme» Llrgumenta der antisemitischen Bolksversammlungen in Formen der. Wohlerzogenheit und mit glatten Worten wiederholt. Es , ift nicht zuletzt dcshalh geiährlick. weil es düetia:Niich ist. Wenn er dann späicr breite Llussührnngc» über di: jüdische Vorherrschaft im Kommunismus anschliesst, dann wird die Paradoxie seiner Behaupt,,irgen vsscnbnr. Die beste Widerlegung gegen vollue bildet die kürzlich erschienene sehr irertvolle Publilation der TrcSducr Bank: „Die wirtschaftlichen Kräfte der Welt". Hier iverden aus Eirund der neuesten Statistiken die Produltimisvcrhältlijsse und -verschiehnngen in der Weltwirtschaft gezeigt. Es wird natürlich hierbei auf die Jndenirage nicht eingegangcn. Aber ivcnn man sicht, wie sich aus dem Gebiet der Landwiriscbasi.. der kolonial«» Nvhstviie, der industriellen Energiequellen, der Industrie der melallischen Nvhstosse. der chemischen Industrie, der Tcrtilivirischqsl. der elektrotechnischen Industrie, Mnichincnindnstrie, Tecsckiisalnt. Eisenbahnen usiv., die Kräfte der Welt organisiert haben, und wie hier bis aus wenige Fülle die Inden einsl»blvs sind, dann sicht inan, das, für die judcnseiiidlichcn Behauptungen. soiveit sie sich ans wirtschaftliche Tinge bezichen, keine Berechtigung vorhanden ist. Es darf behauptet iverden, daß, in groszen Zügen gesehen, die wirtschaftliche Weltstellnng der Juden geringer geworden ist. In dieser Meinung wird man durch das Buch Egoi; Eoutc Gorki: „Der Llusstieg des Sauses Rothschild" (1770-1820), Band I, Insel-Verlag, bestätigt. Dieser erste Band, dem hosfentlich bald der zweite folge» lvird, ist eine iverivolle Darstellung der Rothschildschen Entwicklung. Manchmal bespricht cs allzu farblos Tatbestände und Briesstellem Zuweilen venniht man den groben Historiker. Tennoch ist das Buch über di« Darstellung des Rothschitdschen Schicksals hinaus ein bedentsaincS Zeitbild. Vielleicht manchmal verzerrt, weil cs die ganze Geschichte im.wesentlichen in ihrer Widerspiegelung der Nolhschildschcn Ereignisse darstellt. Aber es berührt vor allem durch die anschauliche Schilderung des starken BerantwortlichkcitSgcsühls, mit der die Nothschilds Finanzpolitik treiben. Tie geschichtliche Bedeutung dieser Familie für die Entwicklung des Bankwesens (vor allem der Anlcihctechnik und -Politik) lvird klar. Hier herrschen nicht die Grundsätze des „rassenden Kapitals", das angeblich ganz beziehungslos zum Gegenstand des Geschästes ist, sondern gute und gesunde Prinzipien über kausmünnische Sicherheit, Pslichtersüllriug und Rücksichtnahme auf die Allgemeinheit. Die Feststellungen des „Völkischen Beobachter" überraschen „ns nicht mehr; trotzdem sei berichtet, das; cr anlüblich der Besprechung dieses Buches die Rothschilds in einem Atem mit den vcriverflichen Fälschungen Blumensteins, Tobinis und Genossen genannt hat. Wenn man aber dein Hause Rothschild nachsagt, daß es seine geschäftlichen Interessen mit politischen vermischt habet daß Krcdithcrgabe von den Rothschilds nur erwogen wurde, wenn eine Befestigung der politischen Stellung im Gefolge war, nnd wenn man dies als die t Y p i s ch'j ü d i s ch «.Einstellung des BaMerIZ. man sich ins eine außerordentlich sntekesiMe VerMMM „Dollardiplornatie" von Scott JMjeayKH ■ Joseph Frcemiin " (Kurt Vowinckel Verlag, Berlin - Grünewaldh'^eW Studie über den amerikanischen Imperialismus. - Wenn die-Dokumente echt sind — und siesind echt — beiden Autoren ihre Thesen über die Konstruktion des 08 amerikanischen Zinperiatismus aufftcHcn; wenn die - einzelnen Handlungen der amerikanischeir Bankiers mit Kanada, ' CHM Philippinen nnd mit den verschiedenen südamcrikanischm und eure- Staaten sich wirklich so abgespielt haben, besteht kein Zweifel darübeä die amerikanischen Banken sich in ihren Kreditverhandlüngen' pM politischen Zntentiviien der amerikanischen Regierung haben, bestm lassen. Dann ist ein grvhzügiges politisches Shstem„m.der-.fW, s i e 11 c n Anleihetütigkcit der amerikaitischcn Banken bewiesen. pMZ Juden ist dabei von Interesse, das; die gwften Finanzierungen,: Ax und Kredite, die in den letzten Jahrzehnten in imperialistischer Abska amerikanischen Banken gekätigt wurden, ohne nennenswerte Hilfe iiL Bauten durchgesührt mutben find. Natürlich haben an ben umfmuff Transaktionen auch die K u h n L 0 e b , D i l l v i, R o a d , S e l i g m ab L a d e » ö u r 0 , T h a l,11 an», S p vH e r »sw. mitgewirkt, aber-,in) gleich höherem Nlastc alle die groszcir Banken „nd EmissionshSnsev denen die amerikanische,t Juden keinen Einfluß haben. Dieser, Hirt ist deshalb so ivichiig, weil die judcnfcindliche Presse und auch ihre-'pse wissenschnstlichen Untersuchungen (ich denke dabei besonders an BücchK jede amerikanische Anleihe als „jüdische Eroberung" bezeks Für sie schreitet mit jeder neuen amerikanischen Sanier»»« „Weltherrschaft des Judentums" vorwärts. Und wenn' sicha^ lich einige von Jt,den geleitete Banken an der äßict>cMuf*{i der deutschen Landwirtschasl, der deutschen Schwereistnind der deutschen Reedereien und der landlvirlschnstlichen Ecnossensl beteiligt und durch die Gewährung kangsristiger Anleihen es erst erriii hoben, das; die deutsche Bolkswirtschast das so bitter nötige neue Betz kapital erhält, so sollte man daraus dem „inieriialionalen" Judentums Vorwurf mache»! 2er schwerste Fehler des Politischen Kampfes ist die Berä meinenmg: Tie Juden haben allen Reichtum (nach der 'grotesker hanptnng Hennings: 90 Prozent des mobilen Kapitals). DicAJi beherrschen die Hochsinanz. R u r die Juden verstehen es, durchs L sichtslvsigkeit und Brutalität, schnell reich nnd mächtig.gu ^tipei Diese Behauptungen werden durch das soeben erschienene s ’ ' Morus: „2Lic sic groß und reich wurderp" (Ullstein-Verlag) widerlegt. ' Das ist Seine tiefgründige ökonomische ober soziologis'chtzdas Wesen des wirtschaltlichK» Erfolges. Es Wirde-Z tticorctificrt, dafür wird abich an einigen, gut schnelle oder langsame Actsitiea von Wirtschaftern gezeigt. Rockefeller, Nobel,.Älorgan, die 'C " könig Leverhulme, Stinnes — und dü Tie Beispiele sind ausgezeichnet gcwählhch tiefe Einblicke in die besondere Struktur dKÄiW der einzelnen Bolkswirtschaften gewähren."',Die'C,^ die Industriellen Nockcseller, Krupp, Ford, Lever, die Bankiers Rothschild »nd Morgan und der Jmlav iverden iarbig, inannigsallig, durch viele Episoden plastis^ ist ein Buch, das für den Laien anregend und interessiere spricht für seinen Wert, datz der Fachmaim cs dennoch -aN Auch hierin vom jüdischen Standpunkt (ohne das; - dieserd-btß treten lvird) vieles Interessante: der Nichtjude Rothschild. undeM als typischer Vertreter des „schaüendeit Kapitals", während StinN .wahllosen «lusnutzung der Jiülaiivn undJoimr unterschiedslose aller Branllicn und Jnd„stric;ivcige durchaus nicht derryTtzPi.... den die Judengegner sonst als Ehnraktcristikum des schasienv?nM bezeichnen i Gegen öie Greuel in AumänieE Er»s Zuschrist Des Bremer Donchrcdigers^ Die Bervffentlichnnaen unseres Bndapestor BerichierstätktzH die Pogrome in Siebenbürgen in einer der letztens morn'der „6, B. - Z e i t u n g" haben in un' kreise lebhasten Widerhall gefunden, der sich in'; ten Zuschriften über biete Greueltaten Lust aeüiap Aus den' Briefen, die uns sonderZ den des Tompredigerl H a r t m i ch , hervor, der in zwgegcmgen sind, Hebens in Bremen, Dr.theoln..' seiner Eigenschaft als iberparteilichen Bolksbundcs „Rettet die Ehre mäßig liest. Tr. Hartivich schreibt uns: des ist regelmäßig liest.' Tr. Hartivich schreibt „In Ihrer Nr. 50 vom SO. Dezember d. I. las ich die Sa Judciiversolgmtg, die sich vom 4. bis 8. Tezember 1927 M 1 n„b Klnuscnbnrg zugetragcn Hai. sowie die darauf bezügnE« Herrn Tr. S. Ascher an den Neichsatlstrmninister, Herrn DrA mann. ES drängt niich, Ihnen anSzirsprechc», wie'« über dir sortgcietzte antisemitisch« Hetze und di« ivirkungcn bin, nnd eö drängt mich auch zugleich, lassen, Satz ich sehr viele Christen kcnnc, die dies schamlos vcrlcnmdcnde und demagogisch aufreizende ein« Kulturschand« cmviinden und mit Ihnen lil gegen innerlich längst Front machen. Da aber durch..! innerliche Frontstellung noch keine Wandlung erreichbar^ ich Ihnen dies« Emvsitrdungen, die mich und viel lange»! bewegen, hierdurch auch schriftlich ans und, t beim, davon denjenigen Gebrauch zu machen, den N Jnieresje der Sache für gut halten könnien," Verlag u. Schriftleilung: Centralverein deutsch. EtaatobUrg^ Berlin 85V W, Lindenstrahe 13.-TFiw d. Schrlstlctt. . Holländer, Berlin 81V 68. — Druck: Rudolf