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Central-Verein-Zeitung · 1927-12-01 · Heft 12 (Dezember 1927) · page 7

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1927
Issue
Heft 12 (Dezember 1927)
Date
1927-12-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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irlsbad, gleich ausgezeichnet als Gelehrter wie als Kanzeldner, ein hervorragendes Buch „Die Geistesrcligion und das bische Ncligionsgesctz" im Geiste Euckcns. Aus dem Vorworte, ,S Enckcn dazu schrieb, seien folgende Sätze zitiert: i „Dringend verlangt die Lage der Gegenwart, das) die verschiedenen fcßitmc», deute alle in schiveren Problemen besindliä), ja, ln einem ^>mpf ums Dasein de- ^issen, sich aus idre .. .. cmeinsame Aufgabe deinnen und fidj gegcnsitig nicht als Feinde, hndcrn als Genossen «handeln, Sv tan» ich nur crsreniich sin- ^N, tvcnli vom Tinndlunlte des Andentmiis Nis ein aus reiches geschichtliches Wilsen ,nd ernste phllvophlsche lleberzenming gegründeter Persuch gcnacht wird, die Tatachen und Bewegnilen, locichv das geachtliche Fudentum :it einer Rellgimi des elsteilebei,-:- vertnüpen, ziisannneiisanen Md als (vaiuce;ur Bill uiui ui dringen, kann daS anheralb nnd innerhalb des jndentmiiS aulllärend and berielnlgeud wirten: anherliald dir die, »eiche das Fudeninm irol! «eines grohen sittlichen b'rnites und seines ii i »litten ianendjährig.r schiverer Bedrückung iapscr anflechierbalieiien fiendigen Bebens,nuieS glau- «i! geringschcihig deandeln zu dnrse», snnerlnttb des Fndenums aber »ameiittieli jüngere Geister, eiche bvn^ den übcrommeiieii ,Formen nicht Weg zn einer verpten llederiengnna den inib datier nicht mtt jenen, sondern aller nnd jeder ktigivn iersalleu, Ulrich aber siel; einer offen Verneinung er- , en. welche die eigene -eele ins Beere führt > d das Wi r l e„ > ich r; e r s> v r e n "a n s b a n e n ff t." Zwilchen den ihm- |eit Vtaiinern ents>a»ii firt) ein Vriefder big tuv', ßor (yiideuc- Hj,, cheiden dauerte, A»>!J. Tezember s ch i et t Gueten! n Z > e g l e r e i n c „ j st e s e i ii e r j ii . ft f dj c 11 it u b f c iich r ch r i st l i ch e „ > re »n de, die i s B u ch internieren k ün iitc. Inter den jüdischen |ttb ausgezählt: b". G. o it i e f i u r e j» Pnbüii, Professor |U lins Goldfeilt in Darmstndt zier bemerkt er: -chttlcr von mir"), sab bin er L. G. febl), Paris, Proi!or H enri Bcrgson , Paris, Ministerpräsident Iuzatti in Rom. Am 28. April 1917 bemerkt er: „Ein hervorragender protestantischer Geistlicher machte mir neulich Einwand, ich halte in jener Schrift daS Alte Testament nicht so hvchllen sollen. Ich antwortete ihm mit der Gegenfrage, ob wir die Probten, Psalmen nnd das Buch Hiob aus unserem geiftigen Leben sirciehcn VNte»," kAm 10. Mai 1926 schreibt er, schon mit stark zitternder Hand: U,,Meine Freunde haben einen Encken-Bund gegründet, der sich £2 l£-its w K , *1 / f /f,c> f £: r V Brief Rudolf Euchens an B. Segel, C n i fl t 95 die ethische und geistig« Stärkung des deutschen Lebens aus inctal-hnsisGer ' Grundlage (aber n i ch t k o n s e s s i o n c l l) zur Ausgabe macht." - Der untcustchend im Faksimile auszugsweise veröffentlichte Brief an mich vom 23. September 1915 bezieht sich auf mein einige Monate zuvor veröffentlichtes Buch „D e r Weltkrieg und das S ch i ck s a l des jüdischen Volkes", welches in der gesamten, auch der rechtsstcheuden Presse („Hamburger Nachrichten", „Kölnische Zeitung", „Blttiiche. »er Neueste Nachrichten") ungeteilten Beisail fand. Nur die Antisemiten fielen über mich her. Temgegennber ist Enctens Brief sehr bezeichnend, uainentlicij seine warme Fhuipalltte für die Zuden und seine jicharfen 29vrle gegen die Antisemiten, Foil ich noch ein Achrl über mich als Fäisicher inuzusügen ( Fu meinem Beben halb' ich viele lilcrliriseiie Fehden auszuicchteu. Sit war id) viel gi idnn't, manchmal ivabricheii!- lid) midi, ohne zu iviisen und \u wollen, ungerecht. Feh habe mir viele Feinde gemacht, aber nie, nie, nie habe ic!> auch nur um ein Fvta gegen die sirenasle Bopaiität niidAnsrichligkeitverstosten. Frage» Sic bitte meine bittcrstcn Feinde, ob sie mich für fähig halten, einen Brief zu fälschen. Fch habe mir durch mein bisheriges Leben das Recht erworben, jedem, der mir zumutet, mich gegen eine solche Anschuldigung zn verteidigen, einfach den Rücke» ]« kehren. AIs Ende November vergangenen Fahres dieser ekel- Inisle Verdacht mir nahte, hatte ich, nachdvui das ungeheure Staunen verflogen war, ein Gefühl, wie wenn mich Straßenbuben mit Kot bespritzten: ich schüttele ihn' ab und gehe meinen Weg, aber die Herren vom Abwehruerein machen geltend, die Autisemite» würden sich der Sache bemächtigen, und mein Schweigen könnte der Adwehrsache schaden. Nur darum habe ich m i ch h c rbei ge la sie 11, d i e Sache überhaupt zur Keimtiiis zu nehmen, der Sache bemächtigt, vermocht haben, ist sich schaden Tie Antisemiten haben trotzdem Aber ob sie damit der Abwehrsache zu mir sehr zivcifclhaft. Im Gegenteil! . . . Damit ist die Sache eigentlich erledigt. Wünschen möchte ich blosz, sie gäbe Bcranlassuiiq, dah Rudolf Euckens Briese an seine jüdischen Freunde gesammelt und hernusgcgeben würden. Das wäre ein schönes Tentmal für den verblichenen großen Philosophen nnd edlen Menschen — und ein hübscher Beitrag zur Psychologie des Antisemitismus. V. Segel«

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