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Central-Verein-Zeitung · 1927-12-01 · Heft 12 (Dezember 1927) · page 9

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1927
Issue
Heft 12 (Dezember 1927)
Date
1927-12-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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öeul Beilage 6er 1/2 Serlin, IS. März 1927 Augeudarbeit des L. V. So« Ällfved Akvfrbbevg. Zwei Flügelanschauungen versuchen auf die Jugendpolitik l C. V. Einfluß zu gewinnen: Die eine, daß es außerhalb seines Auf gäbe nkreifes liege, sich überaupt in praktisch-positiver Form der Arbeit in der Jugend md der mit ihr und für sie zuzuwenden. Die entgegengesetzte Auffassung möchte sich dahin durchsetzen, daß die )ereinsleitung mit -öilfe des ihr zur Verfügung stehenden straff urchorganisierten Apparates von Landesverbänden und Ortsruppen mit ihren Funktionären den gesamten Vereinsbau mit „ B.-Jugmd-Gruppen über- oder — wenn man es mders sieht — unterbaut. Unbeirrt von diesen beiden Lendenzen ist der E. V. durch gewisse Vorgänge, »eren Wiederholung ihm durchaus unerwünscht ist, ielchrt und gewarnt, bei seinem gr u n d s ä tz > sichen Beschluß zur Jugend frage geblieben, ser, vom Hauptvorstand am 10. April 1921 angenommen, von ser Hauptversammlung des Vereins am 20./21. November des gleichen Jahres gebilligt wurde. Er ist fast überall in Vergessenheit geraten, und deshalb erscheint es nicht unzweckmäßig, hn im Wortlaut hierher zu setzen: „Solange der C. B. nicht eigene Jugendgruppen gründet, wird fet die bestehenden Jugendorganisationen mit Rat und Tal unterstützen. wenn und soweit ihre Wirksamkeit mit den Grundsätzen xes (£. 93., das liecht ielbftlmvufites Judentum, mit Dem Bekenntnis er Zugehörigkeit der deutschen Juden zum deutschen Volke in Einklang steht. Die dazu erforderlichen Mittet werden alljährlich ‘ ercitgcftcHt." Entsprechend der in diesen Sätzen niedergelegten Willensäußerung des Vereins ist seitdem verfahren worden. Sie besagt, aß der in der Gestaltung seiner Aufgaben vollkommen souveäne Verein von der Möglichkeit, eigene Jugendsruppen zu gründen, bis auf weiteres keinen I e b r a u ch machen will. Wenn man rückblickend diesen Entschluß auf Wert und Wirkung überprüft, so kann, ohne daß man sich dadurch der Kefahr aussetzt, der Logik auf Kosten der amüsanten Paradoxie Gewalt anzutun, behauptet iverden, daß es dieser intuitiv das hechte findenden Bescheidung zu verdanken ist. wenn die deutsch- ^idische Jugend aller organisatorischen Schattierungen langsam |n ein Vertrauensverhältnis z n m C. V. hinein- Gewachsen i st. Die Jugend aus jenen Kreisen, die den von chnen Umschlossenen mit dem W/llen zum unbedingten, ausschließlichen, auf Zweck nicht bedachten Gestalten ihrer Entwick- Jmg erfüllt, widerstrebt der Bindung und Verbindung mit leder Organisation, die ihre Arbeit, bei aller Betonung ihres le beherrschenden grundsätzlichen Gedaukeuinhaltes, doch mit Tagesförderungen in Einklang zu bringen genötigt ist. die also oeckbedacht, voller Taktik, wohl oft auch von Kompromissen »tragen sein muß. Diese Jugend ist kein Ziergewächs, das Aan heranzüchten kann, sie entwickelt sich vielmehr, wenn auch irs der Mutterbewegnna her. trotz aller vererbungsbediugten bhangigkeit zu selbständiger Eigenart. Und die Ästige Führung des C. 35. hatte das Bewußtsein, daß sein ^dankengut noch mancher Generation für die immer stärkere tsüllung des Deutschjudeutums ausreichen könne und daß |ie Jugend seines Gedankens und seiner Nächtiger, wie sie hier einmal bezeichnet wurde, die ihn tadelt, jtisiert. sich von ihm abkohren möchte, die aber durch jede ihrer 'aßnahmen, auch der negativ beabsichtigten, den Gedanken km Deutschjuden hebt, verliest. verinnerlicht, dennoch schließlich /den großen Strom des C. V. einmünden muß und auch einlinden will. Denn sie will und muß als Lebendiges zum en hin. um nicht zu versickern, wie es trotz aller Schnellkraft Klarheit der Idee und Leistung sonst eintreten mühte, wie bei einem Wasierquell. der in widerstrebender Erde ohne Zu- . . ihn. ström, ohne Einmündung in verwandtes Gewässer bleibt. Die ersten Jahre nach jener Resolution von 1921 — es war die Inflationszeit mit ihrem Höchstmaß von Judenhaß und finanzieller Not — lieben dem C. D. kaum Zeit und Mittel, sich der Jugend aufmerksam zu widmen. Man sörselbst. In diesen Zeiten der Distanz formte sich die deutschzüdische Jugendbewegung durch Krankheiten und Krisen hin zu einer bei aller formabbolden Sprödigkeit r m m e r b e st i m m t e r e n G e si a l t u n g. Und als der C. V. wieder Mittel und Möglichkeit hatte, sich der Jugendbewegung zu widmen, standen sich Väter und Söhne desliaW mit einer gewissen Fremdheit gegenüber. Es dauerte einige Zeit, und dann war aus der Distanz als räumlich zeitlichem Maßstab die geistlge D i st a n z geworden. die beiden Teilen fördernde Gemeinsamkeit gestattet, weil beide ihre Aehnlichkeiten, Unterschiede, gleichzeitig aber auch die Gleichartigkeit der Zielsetzung zu erkennen gelernt hatten. Aus diesem Geiste heraus gestaltete sich die Verbindung des C. V. mit der deutsch-jüdischen Jugendbewegung. Aus ihm erwuchs der Gedanke dieser Beilage „Von d e u t s ch -1 ü d i s ch e r Jugend", die nach Ueber» windung gewisser Hemmungen in Zukunft immer stärker als Abbild des deutsch-jüdischen Gesamtjugendwillens in die Erscheinung treten soll. Aus eben dieser Gesinnung heraus hielten es diejenigen Männer im C. 33., die i h nt innerlich und äußerlich verbunden, der Jugend gegenüber ihrem Gewissen verantwortlich fühlten,. für notwendig, an die Vereinsleitung die Frage zu richten, ob fie die Prinzipien der Jugendresolution von 1921 noch heute billige und zu gewissen Richtlinien, die auf ihr basierten, chre Zustimmung geven wolle. Und es bereitete denjenigen G Bern, die sich unbeirrt ihren Glauben an die Möglichkeit einer Arbeit vom C. V. zur Jugend und von der Jugend in den C. V. hinein bewahrt hatten, freudige Gentlgtuung, als sich erwies, daß der Hauptvorstand des C. V. ihre Vorschläge für seine praktische Jugendarbeit, die auf der Grundlage der Resolution von 1921 aufgebaut waren, am 16. Januar 1927 einstimmig guthieß. Diese Richtlinien enthalten nichts absolut Neues, sie stellen das Fazit aus sechs Jahren Jugendarbeit dar. Selb st ver stündlich es, Bestätigendes für die mit ihr Vertrauten, Programm für künftiges Wirken. Ihrem Geiste und Inhalte nach bedeuten sie, daß der E- V. sich freudig zu der Aufgabe bekennt, für die Jugend voll „sel b st b ew u ß te n I u d ent ums mit dem Bekenntnis der Zugehörigkeit der Juden zum deutschen Volke" da zu sein als Berater, Freund, Führer. Förderer, wobei er dre begründete Hoffnung hegt, daß die aus der Jugendbewegung kommenden Kräfte sich auch den praktischen Forderungen der C. V. nicht versagen werden. Es erfüllt die Mitarbeiter dieser Beilage mit besonderer Freude, durch ihre Wirksamkeit die Bahn bis zu dieser Wegstrecke vor allem mitgebaut zu haben. Sie wird sich bemühen, zum Nutzen von C. V. und Jugend, Gradanzeiger der Dtstanz zwischen beiden zu sein, jedoch mit dem Ziel, sie aufzuheben . sie ü b e r f l ü s s i g z u m a ch e n._ 1 - ftfttähnm Ernst Locwenbrrg: ft nt 033t. -- M&oetiunoail. Siegfried Hirsch: Der ReichSauSschuß der jüdischen I u g e n d ve r bä n d c. — ScBeWWtf Roseustockr Fahrt! — Heinz Graupe: „Deuts ch - j a dM.ch » Jugend". — Rabbiner Dr. Klei«: Die I ugendfra ge. -

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