Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1927)
- Date
- 1927-12-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Prof. KarlStöhlin, Berlin, Ordinarius für osteuropäische Geschichte, 2. Mai 1V2V: „ES ist recht sehr zu begrüßen, hier endlich einmal die kritische Beleuchtung des p e r f i d e n mb p l u m p eil SJf achwcrkes vor sich zu haben, Ich entnahm mit großem Interesse aus Ihrem Buche, daß die Schrift in Rußland entstanden ist. Und für sehr verdienstlich erachte ich auch die Entdcchung der ursprünglichen Vorlagen," Pros. Ulrich Kayrstedt, Göttingc«, 8. Mai 1926: „Ich finde Ihre Gegenüberstellung so gut, daß ich kürzlich, alS mir die Frage vorgclegt wurde, ob mau mein Gutachten , , , drucken solle, gcaulm.rtct habe: Ich halte cs kaum für nötig,!vcil in I h r c in B u ch c all e J das gesagt s e i, w a s i ch z u sage n h tt t t e." Prof. Hans Driesch, Leipzig. 18. Mai 193«: „ES war mir nun sehr wertvoll, Ihr Buch einmal vollständig im Zusammenhänge durchzustudicrcn, Sie haben, mit Jlpcer Beweisführung vollkommen rcchr, Sie haben auch recht, wenn Eie sagen, daß cs eine Schande für unsere Zeit ist, daß eine sorgfältige kritische Arbeit über einen so blödsinnig e» Gegenstand notig war, Tie >v a r nötig. Und Sie haben Sie geleistet und damit der Vernunft einen wirklichen Dienst criwiesen." Gehciiilrat Prof. Mar Löhr, Königsberg, 34. Mai 1936: „In Ihrem Buche habe ich mm alle die Fragen peinlich genau behandelt und dabei noch eine Menge neuer Belehrungen gefunden. Ich danke Ihnen für diese letzteren und muß mit Bewunderung die mühe- und cntsnguugsvollc Arbeit anerkennen, die Sie ans die Erledigung dieser gemeinen Schrift verwendet haben," Gehcimrat Pros. Johann cs Reinke, Kiel, 11. Juli 1936: „Auch haben Sie so viele Argumente gegen die Glaubwürdigkeit angeführt, daß, außer ganz unbelehrbaren Antisemiten, der angebliche Ursprung dieser Dokumente niemanden einlenchien >vird." Gcheunrat Ferdinand Tonics, Kiel. 38. 'August 1936: „Der Fälscher hat weiter nichls getan, als daß er die beiden Pamphlete roh verbunden hat. Es ist die Leistung eines litcrar > s ch e n D i c b c s. Daß das plumpe M a ch werk so viel von sich reden machen konnte, ist offenbar nur eine Wirkung der geistigen Verirrungen, die der Weltkrieg im Gefolge' hatte? Prof. 2l» g >r st Messer, Gießen. 6. September 1926: „Ich kzabc Ihr Buch schon früher leimcngclcrnt. Seine wisscnschastliche Beweisführung hat durchaus überzeugend ans mich gewirkt. Ich wimsche der h o ch b c d e n t s a m e n Arbeit weite Verbreitung und werde gern ciiipsehlcnd darauf Hinweisen," Prof. 'Alexander Brückner, Ordinarius für slawische Sprachen, Berlin, 24. September 1926: „Mit großem Interesse habe ich Ihr Buch gelesen. Es ist vorzüglich und muß jedermann überzeugen. Besonders mich, der ich mich so viel mit der Entlarvung l i t c r a r i s ch e r F ä l s ch >, ng e n befaßt habe. (Mittelalterliche Apokrypha, tschechischen und bulgarischen Fälschungen, Testament Peters des Großen.) Dr. Thomas Man», München, 5. November 192«: „Ihr Buch zeigt mir, ivclch ein Aufwand von wisscnschasttichcr Energie und Akribie sich immerhin empfahl, als cs galt, dieser L e gende de n G a r a u s z n in a ch e ». Aber die Hauptsache ist, daß cs mm wohl endgültig jedem Menschen von gesunder Verminst und mit intellektueller, Reinlichkeit unmöglich' gemacht ist, mit dieser Absurdität in irgendeiner Weise sich gemein zu machen." Pros. .Hans Driesch, Leipzig, 14. Dezember 1926: Ans der Universität ßVisecmsni, Madison; der Schluß des Brieses lautet: „Hofscntlich beseitigt nun Ihr Buch endlich endgültig die ganze Frage," Sehen Sic, lieber Freund! Alle diese Briefe und noch mehrere der Art habe ich , , , gefälscht. Natürlich befasse ich mich nicht nur mit dem Fälschen von Briefen verstorbener und lebender Professoren, Ich fälsche auch Tausend-Francs-Scheine und zünde gelegentlich Justiz- Paläste an. Wen» einmal alle meine Schandtaten' an den Tag kommen, werde ich mindestens zum Strang, verschärft durch lebenslänglichen Kerker, verdonnert. Aber selbst daS würde an dem Schicksal 'der von mir erledigten Protokolle und an dem Urteil der Welt über deren Förderer und Nutznießer nickt das geringste ändern. Ich habe nämlich nicht Versicherungen und Beteuerungen vorgebracht, die das Publikum, gestützt ans meine Glaubwürdigkeit und persönliche Tugendhaftigkeit, blindlings annehmen sollte,'sondern Beweise o b \ c {t i ü c t Natur, die so zwingend sind, wie ein algebraisches Ncchcncrcmpel, die jedermann iiachprüfen kann, und die von dem Urteile über meine Person vollkommen unabhängig sind. Hier widerfährt nämlich den Herren Antisemiten ein fataler Mißgriff, indem sie meine Beweisführung mit der Z e u g c n s ch a,f t verwechseln, die die F ü r st i n Kath a. r i n a Radziwik »nd Airs, Hur bl nt, ferner Oberst du Lhayla in bezug auf den Urheber der Protokolle, Sergej Nilus, im Jahre 1920 abgelegt hatten, und die durch Diskreditierung der Zeugen ungültig gemacht wurden. — Hier muß ich ciwas nnsholcn. Als die Protokolle Anfangs 1920 in der ganzen Welt so riesiges Aufsehen machten, daß der P a p st durch den Staatssekretär Casparri dem französischen Ucbersctzer Mgr. Jon in Dank und apostolischen Segen übermitteln ließ und die „Times" Alarm schlugen und eine öffentliche Untersuchung gegen die jüdische Weltverschwörnwg forderten, meldcien sich die russische Gräfin Katharina Nadziwil und ihre Freundin, die Amerikanerin Mrs, Hurblnt, ferner der cl>emal,ge französische Oberst m russischen DienskeZ beiden Damen sagten aus. sie Hütten das MamrskriM m den Jahren 1904 und 1805 zu Paris in den Händen Ochranaimtgliedern gesehen, Oberst du, Chayla Jahre 1909 kcimcngcleriit und von ihm gehört habeK Manuskript von dem russischen Lchranageneral Ra s»'? halten habe. Aber sofort wußte „La Bieille FraÄ richten, daß Fürstin Katharina Nadziwil, in Südafrikas des Eecil Nhodcs gewesen und einen Scheck gcfülscht.'ha d>r Chnyla war vom russischen Kriegsgericht zu einer sckW verurteilt worden. Damit imu; diese Zengenschaften erked die Glaubwürdigkeit der Protokolle wiedcrhergestcllt. Ganz anders verfuhr ich bei der 'Ausarbeitung meines" Seit ich die Protokolle zniii ersten Btalc in der BeekscheüÄ! setznng kciiiicnlernte, zweiscltc ich keinen Augenblick, daßchK Werk der russischen Ochrana waren, aus altem Material inrZe der ersten russischen Revolution znsammcngcschustert, um fcus-Ü zu verderben. Aber ich mochte das Machwerk noch so oft,' hftÄ herlescn, ich konnte mimügiich den Punkt entdecken,' an dem Hebel aiiznlcgen war, um diese innere Ncberzengung zur Evid erheben »nd mit juristisch innviderleglichen Beweisen zw erh Ich folgte nun dem in einer Zeitschrift ausgesprochenen R» Herrn P r o f c s s o r 111 v t ch K a l, r st c d t mid verschasftejjW Ausgaben des Nilus, ferner die wichtigsten Fragmente und Par sodann sämtliche damals vorhandenen Uebersetzniigen, Einlei: N'achivortc »nd Erklärungen »nd unterzog das ganze MateW v c r g l e i ch e » d c n U n t c r s u ch u n g nach philo l'lK. kritischer Btethode, Ich nahm Urschriften und UeberM unter die Lupe und las sic im Lichte der Ereignisse in Eur besonders in Rußland zwischen 1880 und 1907, Ich ließ alle W bckamitgcivvrdeucii Einwüiidc gegen die Echtheit und Beweises P l a g i a t e völlig außer acht »nd verlegte mich anssckstießlich '. aus dcm Texte der Protokolle selber die W a h r h e ü b er de r c n U r s p r n n g und deren A u t h e n t i z i t'äD ermitteln. Einige angcsimgcne philosophiegeschichtliche Arb ii. a, eine Schrift über R n d o l 's E u ck e n, die zu seinem 80., tag erscheinen sollte, mußte ich beiseite legen, da die Arbeit. Protokolle alle meine Zeit und Kraft in Anspruch nahm.z,,M, ivar ich fertig, aber das Buch konnte erst zwei Jahre später ersch Wie mein Buch in dm Kreisen der deutschen Jntellekv wirkte, dafür zeugen die eben mitgcteilten Briefauszüye. Jn^P und London wurde abgcblascn und die dirigierend''"" empfähle» dem großen Chor, eine Zeitlang die Proti" nicht zu erwühncu. Nur die deutschen Prototöllglüubiger sowie Herr Henry For^ ' yjietn Buch war nun zu umfangreich,,'-zu Apparat überladen, um in die Massen die populäre Ausgabe veranstaltet.. unhr->,.... bis zu Henry Ford gedrungen — durch 1 Brisbane nämlich, der das Buch kennt —M Irrtum ösientlich bekannt. Es besteht also dieH daß diese Broschüre im Bolle verbreitet wird, dantl-"ve nicht mir der ganze riesige Haufe von Protökollilerä -Haudvoll Asche, sondern daS Bolk sragt sich, zumaM Wahle», w a ä soll m n u Don eine r Part e;i5 h a l.tzeZ s i ch n i ch t s ch ent, sich solcher M i t i e l i m^PäoM Kampfe zu bedienen, ihr eigenes BolrK s ü h re», i n d e m c s i h m alsein weltpo l ibrschA ment das Geistes Produkt einc3 M e n fchll Sergej l't i l u Z acht Jahre h i n tere in ackdZ s ch iv a tz t? , .. ,r mich das Verdienst in Anspruch nchmenFdd Nichterskuhl der deutschen Wissenschaft 'llW Urteil über dieses „Dokument" gcsprcchenHllH vollkommen, daß die Herren das brcnnendeßT nun, mich mindestens zn „erledigK daß ich die Tatsachen' beM Bteine Tugend a l S Pr i v a t mjs Ich darf si tolle vor den haben, die il>r greife cs nun haben, an mir das voill, nms oder irrig der ihn gar Nichte Aber man versicyerr, c Patron der Encken-Bnnde, Aaclje zu uv! Nachweisen, gestellt habe an! bersicher es sei »nmöglich, daß Rudolf H ._. _.c, sich so warm für das Jude.» scharf gegen den Antisemitismus ausgesprochen haben jo müsse der Brios aefälscht sein, Nu»! Wer, wie ich, sich, " ' ' " "hl olle fänbe: lmi)»' Der Bna) hat, EnckcnS zahlreiche Schriften mit heißem Bemühen« der weiß, daß er — man kann daS harte Wort nicht-! so recht , , , „berjndct" war. Nicht, als ob st» Schriften viele sreundlichc Aenßcrimgen über Juden,, sind im Gegenteil sehr spärlich, 'Aber cs ist noch vieb. Ich besitze ein ganzes dickes Heft mit Zitaten aus scmenp die ich nur deshalb notierte, weil sie mich so lebhaft an^ ans Tatnuld, Midrasch, Schar und Mnimonides erinnerte» erstaunlich, wie seine Anschauungen, namentlich tn religiösen Fragen, mit jüdischem Denken und Fühlen V,eM Und doch hatte er sich, soweit ich scststclleii konnte. M mit der jüdischen Literatur beschäftigt. War oas,.eU Verwandtschaft? Er hat immerhin im Frühjahr 1017. Schrift über die Bibel veröffentlicht. Ich besprach ste darauf in „Ost und West" ausführlich, was mir ciN-e des B r i c s ch c n von ihm c > n b r a ch i e. Euaen bei den Inden, namentlich in Osteuropa, 1812 veröffentlichte der Rabbiner Professor einez fiel