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Central-Verein-Zeitung · 1927-12-01 · Heft 12 (Dezember 1927) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1927
Issue
Heft 12 (Dezember 1927)
Date
1927-12-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Girafgesetzreforn» iut not! Die „Nassauer Juden" in ver Ber»«snngsittstanz abgewiesen. Hg. Als bcv Redakteur des „Bölkische n Beobachters", Stolznig-Ezerny, in erster Instanz vor dem Münchener dichter von der Anklage der Beleidigung der Nassauer Inden frcigesprvch.m lvvrdcn war, haben wir nur im Briefkasten dieses Blattes kurz von diesem Freispruch AUtieiliing gemacht »nd angekündigt, dasi wir die B c r u f n n g s v c r l; a n d l it n g abwarten würden, um sodanü'aussührsicher ,zn berichten. Es bestand jnr uns leinen Moment ein Zweifel darüber, das; die Berufungsinstanz unter Aushebung des mibegreiflichen ersten Urteils zn einer Bernrteilnng vvn Stvlzing- Ezernl, gelangen müsse. Ain 23. d, Al, hat diese Beruinngsvcrhaiid. lnng stattgcsilnden — mit dem Ergebnis, das; das Urteil der erstell Instanz b e st ii t i g t tvnrde. Es erschein! angebracht, kurz den Hergang dieses Verfahrens zn rekviistrnieren, das schau in seiner Entstehnngsgelchlch'.e des PUerkwnrdigcu genug bot, Ter „Völkische Levdachier" vom l>, btvveiuber vorigen Iatnes hotte nach einem für den 30. L lieber vorigen Jahres in Nassau eiliverusenen sogenannten „T c u t f di e u T a g" eenen gras; ausgcmadnen 'Hviitcl Vervffevilicht, in dem es heisst: ,,Durch Vcrlcnmdung bci Ser fcinvliÄcn Besatzunnsbchvrvc glaubten sic (die Nassauer Inden) endlich, diese zum Einschrcitcil zu veranlassen und dadurch ein Verbot des „Deutschen Tagc" zu erreichen. Aber auch Satz gelang nicht. Somit lieferte» auch am Nassauer Tag ö i e Juden de» Beweis, datz sie allein die wahren Todscinvc des deutschen Volkes sind, und das; sie die französische Besatzungöbeliörde lediglich als ein Werkzeug betrachten, mit dessen Hilfe sic die Bcsreiung Detttschlaiids aus den Klauen seiner Verderber zu verhindern suchen." di Naiiancr Inden, darunter die Führer der Gemeinde, liegen bei der Münchener Llaaleamvalliebaii Slraiantrag ivcgen Beleidigung sielten, Ter TtaalsaiNvalt vom Landgerich: Btünchen leimte, obwohl der „Völkische Beobüchnr" in 21! ü n rh e n erscheint, die Erhebung der Antlage mit der auch juristisch dentiviirdigen Begründung ah, ,.e s besiehe kein ö s? e n t l i ch o s I n (e r c s s e . iv e g e n B e l c i d i g u u g v o n l? i it - >v o I) n c r u Der P r och in;- .0 c s s e n -Nassau vor de in S ch iv „ rg e r i ch t i n M ii n el> tu ein 5 f r n i u o r f a h t c n v o n A in! s w e g e n d „ r ch; n i ü h r e ». Es m»s; in diesem stalle vielmehr den Beleiliglen überlassen bleiben, ihre Rechle im Wege der Privalklage zn verfolgen". Gegen diesen Bescheid ivnrde Vv» unserem Freunde, Justizrat L e v i n g e r , B e s ch w c r d c beim Lbcrftaatsanwalt am Lberlandosgcricht München eingelegt. Tieler berichtigte zwar die Auffassung dctz cinstcllenden Staaisanwalts. das; man vvn seilen der Slrasversolgungsbebürde für Tinge, die in Hesten-Nassa» Vorgehen, in München kein Interesse haben könne, verwies aber in; übrigen glcichialls aus den Weg der P ri v a t k l a g e, die alsdann auch erhoben ivnrde. Das Amlsgcricht München lehnte die Eröffnung des Oauvtveriahrens zunächst ab. Aus die hiergegen erhobene Beschwerde ordnete die St ras kam me r endlich die Erössnnng an. Ter gleiche Richter, der zunächst die Eröffnung des Hanpivenahrens abgelehnt hatte, sprach nnnnichr das U 11 c i 1. Das Ergebnis war — F r e i i p r ti ch, Tas Urteil führt aus, das; eine Vielheit vvn Personen unter einer Gcsannbezeichimng beleidigt ivnrde, Tie einzelne unter diese Vielheit lallende Person sei nur dann von der Beleidigung getrvüe». iveii» die Abfidst bestand, alle unter sic iahenden Personen zn treffen. Tie Privaitläger Hallen beweisen münen. daß der Angetlagte gerade sie mitgemeint habe. Kegen dieses Urteil Ivnrde Berufung eingelegt. Tie Münchener Straikammer bestätigte jedvch die Ausiiikirnngcn der ersten Instanz in vollem llinsange. Tie Münchener Gerichte sind alsv der Anssassmig. das; in Znknm't auch die ärgsten Beichimvsiingen der deutschen Inden nngeghndet bleiben dürfen, weil bei der Beschimpfung von Persvnengesamtheiten iffcht einzelnen die Legitimation zum Strafantrag gegeben werden dürfe. Tie stellen sich damit in Gegensatz zn dem angesehensten deutschen Strasrcchtrkminiientnr sEbcrmalier) und zu d cn E n t sch cid ung en zahlreichc r Ge richte, die dies c in K o in in e n t a r gefolgt s i n d. In der Urteilsbegründung hciszt es, das; ein Wahrheitsbeweis dniür, das; einer oder mehrere der Kläger sich an die Be- (Schlu's Judentum und Staat“). die Forderungen, die heute verlauten. In der Einleitung wurde ans die neue Ttaalsgesinnmig verwiesen, die im Namen des gegenwärtigen Tentichlands als Gläubigerin ihre starken Fordernnaen geltend macht. Es ist kaum zn bestreiten, das; ihnen gegenüber hier und dvrt in »liieren Reihen eine deutliche Zurückhaltung, eine Art Gleichgültigkeit oder Enthalliamkeit hcrvvrtritt. Aehnlich, ivie die Alexander- Legende die Inden Palästinas sich daraus versteifen lässt, bis zur letzten Möglichkeit eines Widerstandes am persischen Grvßkönig festzuhnlten, Fo ivnrde von uns, der landläufigen Annahme zuwider, der Wechsel der deutschen Staatsfvrin nicht leichtherzig mitgemacht, niccht blindlings bejubelt. An sich hätte wohl kein besonderer Anlas; Vorgelegen, dem alten Regime unsere Tränen nnchznweinen, obgleich manches an ihm, das allgemein die Besitzenden stärkte und bevorzugte, unserem Durchschnitt eilte» gewissen öffentlichen Einfluß schenkte. Wie verhältnismäßig beguem fiel selbst die Bekämpfung des Judenhasses, zu dessen Eindämmung es genügte, wenige führende Stellen aufznklärcn, während nunmehr die Millionen der Wähler, deren Sttmmsatzungsbehördc gewandt hätten, zwar nicht erbiv gewisser W a h r sch c i n l t ch k e i t s beweis, Die Aufsnssu,,g bildet die Aussage eines Hoteliers, ein WM nant habe geäußert, ,.»> a » habe sich an die Besatz'»» wandt". Wer ist „man"? Bon seiten der Privatkläi dem Gericht alle Beweise aiigeboten, um restlose Ausklürü ,z» schaffen, daß mit „man" keine Inden gemeint sein jL, t'icvirljt gab diesen Anträgen jedoch nicht statt, hielt sichH Prüfling dieser Beweise für berechtigt, dieseit Berdackw N'asjauer Inden sitzcii zn lassen. Rach einer solchen Urteilsbegründung ist cs kein WüÄ der Jii l ki s ch e Be vbachte r" seinen Prozeßbericht M, den Unterzeile» uberschreibl: „Ter Jude ist ein Feind Ichen Bvlkcö. — Beleidigung gegen Juden keine Kol bclcidtgttng. — Da.) Berufungsgericht hält es 18*4, tchetnttch, dag sich ,t«dc» an die Franzosen wandten^ Das Münchener Urteil wird durch Nevision an$?S nu'vbeii. Es begeht die dringende Notwendigkeit, auch dieD " vinft ai!,', „och entscheiden zu lassen, ob das deutsche Iudeliü Eemnilheit mich dem schamlosesten Prcsseangriss preisgegeberk« E i „ e nachhaltige Lehre ist jedoch aus den Erfahrungen m tvstettwbeleidigung z„ ziehen: die Rechtsprechung muß vt Wcchiel ,n der Auffassung der Gerichte befreit werden« tvimiieiidc Strafgesetzbuch müssen eindeutige Vorschriften ei' lverden, die auch „ns den Schutz des Gesetzes geben.": ~ feanu hat den zuständigen Instanzen die notttenVt träge bereits eingcreicht. «ie lauten: - S 32 0 A b s, I : „Wer eine natürliche oder juristische Persor. Perionengciamtlmt im Sinne des tz 285 aus andere Weise alS düW/ Nachrede oder Verleumdung beleidigt, wird mit Gesängnis MSgUMI -oabre oder mit Eeldstrase bestraft." ■ . > S 322 A b >. 3 : „Ist die Beleidigung gegen eine juristisch« Person richtet, so ist deren Vorstand strasantragsbercchtigt. Richtet sie sich eine Pcrfonengesainthcit im Sinne des Z 285 oder gegen einen nw beträchtlichen Teil einer solchen, so steht daS AntragSrecht denk zedcr für das Reich, für ein Land oder eine Provinz zur'Vertretung' Intcresicn der Angehörigen dieser Pcrsonengcfainttieit. durch Vesktz-i sratzmig bestimmten Vereinigung zu. Ist. die BeleidiguNg lN..ihrer,* tvng ausdrücklich örtlich begrenzt, so ist neben einer dieirh-örgantsi nur die sür ein Land, oder eine Provinz bestehende Mreintamtg t berechtigt, zu deren Arbeitsgebiet der betrossme Ört.gehtsVNAA^j Das Schicksal der deuMen i - ——n— Der MDor Abgeordneter Unrve Preußischen ßanbici„ _ des Kultusministers BeckM? schast aufgelöst wurde, eine bedeutsame laubnis des Redners folgende Stellen «ttdrjt grammen wiedergeben: ' ''.*^‘^9 „Was ... bk junge deutsche StudenteNsth anderes als das, was die Volksseele überhaupt^ tretcnen deutschen Daterlande ersehnte, «Z war) Volk sich ausrichtete, woraus es neuen Mut und Zukunft schöpfte. Eben deshalb wurde die deutl mals bis tief in die Reihen der linksgerichtctenrs eine Hoffnung für die Zukunst, als eine-der nationale, vaterländische und volklich: — ich »fnj| „toöltifdje" — Zukunst begrüßt und willkommechU^ , , . „Im Banne völkischer Verstiegenheit siNgÄ mit der Rasse zu verwechseln und dem RassensanotlSb zu machen, die nicht verfehlen konnten, ncuerdlnff' Zwietracht in die Studentenschaft hinein,utrageu.M. Zudeiisrage als das vordringlichste Problem derLZtkT, sie entschieden!) — noch ihrer Auffassung mag es so semj sao deutet das aber blutwenig — und den Antisemitismus, all Tffcnbariing staats- und volksvolitischer Weisheih.-anzusA , im Grunde geiwimnen das Schicksal der deutschen Stuv^tk reits entschieden . - ttel herrscht, in ihren Massenvorurteilcn zu ers^ jastlicher Verhetzung zu heilen sind! Für.ov»« udentums, der sich der Sorge mn das GemernwM ndern mithelsen will in Rat und Tat, auensts«^ rotz, aller Derbheit des vssentlichcn Lebens ungeao :lte licberwindung und Anstrengung voimoten. nige fähig sein, um des Judentums, wie um beSdfetflot-;r weiß und fühlt, wie seit je die Weltanschauung, dicsmte^ hast formte, »m sic, mannigfach im Ausdruck,.uoMlNfM» eist und Gesinmnig, ihrem Schrifituin emzuvcrlelven,. iltnis gestaltete. Unser Teil blieb das Bekenntnis,' Mt ütjen, als er Judentum und Staat gegeneinander -nM nch vvn ganz anderer Bciveisführuiig her, ablcgte:' izn t a a t hat der Jude rtt 11 ungebrochener er ganzen Kraft einer freien u n o xtjv elbstlos und unberechnet deii na tlwn.« a b e n s i ch h i » z u g e b e n, (Hermann Cohens IBA fB>. 1 artA ei in"!

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