Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1927-12-01 · Heft 12 (Dezember 1927) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1927
Issue
Heft 12 (Dezember 1927)
Date
1927-12-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
74% known words query
IRI
…/2571117-2571131-2571143--213-2571522
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

iudentum und Staat. , Stille, die endlich ciniviit. Zur Rede gestellt, weshalb er zu M sich nu dies Merkmal gehalten habe, verwies er ans die Offen- §uuq Gottes, der sich ans öem Horeb dem Propheten Elia nicht im Arm, nicht im Erdbeben noch im Teuer, sondern im leisen, milden Mellt erschlossen linbe. Und zur Verdciitlichiing seines Gleichnisses bte er Hinz»: Eine Herrschaft ans Erden richtet sich nach der Hcrrfoft an derHimmels'ü cnbmig (Bemetiolli ebd,), »Es versteht sich von selbst, dag man es bei diese» frommen Gedicsen sinnigen Vergleichen nicht beivenden lies;, Alan igcrte ans itmcn die gebührende Pslichierstiltimg am nüchternen ■ Man münzte die Erfahrungen der Geschichte demgemäs; ans, )ie das Buch des Predigers lehrte, «vniqs Gebot solle inan dhren, zumal ivas den Eid bei Gott betreffe iPred, tz. 2), so stellte -an allgemein G e h v r s a in und S r e n e , die d e in Staate eschnldat würden, unter eine» Schwur. über denen Nverbrüchlichkeit Gott selber wache, Selion der zeitgenochsche Prophet schiel ivarf Zedetia, dem letzten tzomze Zndas, vor. sein Abfall ,» A'e b n t a d n e z a r , der über Zernsaleni das Ende hereinicche» liei;, iei M e i n e i d n u d B it n d e s b r n eh g e g c n G, o t t; >r ivcrde ihn ans iem -vmipt bringen, weil er lieh verletzt nnd iniß- Pct slihlie iEp l7. ins, nnd!>.n, Tie bäeichichl-s'chreibnng der hrvnik machte siet, diese Anilage zn eisen >2, Ehren, tzll, Itzt, Sv fabucvt denn wiederum rciinal iv jederlei incm dreifaelieu l ssrael vereidigt n eiioinmen, niemals voerde Erde ivenden: driilei Müssen. Zsrael nicl’t nberir ' r besseren iwnpragnng i Ästige Predig!, 'ebarsle ei talinndiielie Seüristdentnng, iiidcm n! Vers des Hohenliedes allegorii , de» der Heil me, gelobt sei er, ave Endliche Ge>e , , 'st «iiigerer als c vübvlonischen Zndenheit, der i slnilten sreilul! auch die'e versprechen ihig lneelnen zu ivollen (KcUmhoth lila), ue zur ivirtinigsvolleren Vel-iiigung fnf-.te nuner iviedec gleicliinasiig zutage tritt, in ni Jii‘ Ag>iada. die genimbolle, nullen-.-' ii Zeder, der sreeli einem ttomg eniizeseuo'-otle-s P,'aie>iat iiiiverichaml beliandeli mg formt die valaccha. die iroclene, ver - drei i!11 niits5ri;iueve!t Worte i S t a >! l -s - :> ge setz, Als der Urheber gilt kein der atti'üeit und au-gesehennen Auiori- Kitlin 10b, lerliallms Kgebeue» falls cü vhtsdeitvivenige saihanidischeii Nvnige i Vorgänger» sieh mit siarker Hand in die bisher >>»- mncreii Angelegeiilieüeii ihrer jüdischen Unter tauen eiu= Es sollte,',11111 .’lnebvmf gebracht werden, ivas scildem von 'tzeslelirern al-s lmlachi'cli gnllig iiberuviinnen und wehernirve, das Gesetz der Regierung fei giiltiges Gesetz, dir Bee'etze kein Zivangsgebor. sondern religiöse 'Dilirbt m '-Sin Haha Kama 11:5». Haha üallira älh. ,Ser wamtchawArneh nnd die lltabbinen über Znden zu A.ndersatänbigon", 2. Ausl,, Verlin -, w, i - \ i. i'uiii ivird ernannt znzebeii nnlsieii: eine Tchiloznii-i, weitergehl. die dsienherziger und veriraiiensvolter ihre Suren isstosil, die beinahe Püsiveriiandiii-s nnd tz.llinbranai l'erausforeerl, ird sich lann! vorsiellen lassen, tzlimml inan lonr an, ein Vor- '.s Ehrisiennnn dahm torninliert. man müsse iiieiir geliorehen Demi den 'Menschen — nimmt Derart Hier Vorbehalt werde still'chwcigend dabei il)n die Religion fiel) einfach ansgeben ivürde, ird Seimnels GrnndsaN immer und immer hersh'läaicze rZcljrifttinn ivendet i!m, >vv er mir in ige loimnt, fast niibeichrantt an, Vcdiiignngslvs ivird er anrictlich auf alle Pechlsintze bezogen, ivelche dem Nonige ,zn»l tzlntzen ceichen oder zum Wahle der P'andesbeivvhnor erlassen sind, so das; ar Ausnahmegesetze zu „ngiinstcii der Znden darunteriallen, Von nicrschnldeii ivird beispielsiveise scstgcftcllt, sie gingen allen sonstigen cbindlichteitc» vor; Sicucrciitziehmig und Schmuggelei werden als itweihiiiig des Gvttesiiameiis gevrandinarit lvoffmann, ebenda 7tz n, 71, vgl, PH, Biberfeld, „vimr äo-hlalelmtlia Dinn". iriftenrcifie des Blindes jüdischer Akademiker II,, Berlin), Hier :d tatsächlich ein unüberbietbarer Gipfel erklommen, wobei, tun los einznsehen, bis wohin das Indcntnm dem Staat an sich cntnkomnit, noch die lalmndische Regel Bcrüclsichtignng verdient: Beamte sei ivie sein königlicher Auftraggeber, jedes Staatsorgan ivie der Staat selbst anznsehcn (Baba Kama 113b). Tagcstämpfe, die uns umbrauden, lvcrden die Streitfrage jwischm lvcrfen, ^vb all Dies, was bisher entfaltet »md abgeschlossen jvurve, aus eine einzige, ausgeprägte Staatsform geht? DCs imisj eingerälimt lvcrden, das; gewiß mehrfach den zeitgeschichtlichen Gegebenheiten auSgegangen ' inhaltlich lvie formelhaft die Monarchie vorausgesetzt d. Bei aller Wertschätzung, die deshalb dem Königtum, seiner Einrichtung) und seinem jeweiligen Inhaber entgegen-' schlägt, darf man gleichwohl unparteiisch und vorurteilsfrei, ohne die mindeste Verletzung wissenschaftlicher Gründlichkeit und Wahrhaftigkeit, die Behauptung wägen: ein be- >v ll ß t e s Eins ch w ö r e n auf monarchische G r u n d - lagen des Staates findet nirgends statt; im Gegenteil nmtmHevt nicht selten Gestalt und Amt des Selbstherrschers eine Art Mißtrauen, das, beinahe von Eifersucht cingcgeben. in ihm einen Nebenbuhler G o t t e s e m P f i u d e t. Schon mit dem lkonigsgesetz des Dentcrviwiiiinms fangt eS an, mit allen jDen Vorsichtsinnstregeln. die zu beobachten sind, um das Herz des yurften vor lteberheblichteit zu beivnhrcn: hierbei versteht Mose den Wunsch des Volles, den er für die Znknnft vornnssieht, über sich einen Uviiig zn setzen, blvs; ans Raehalniimigstrieb, ans der aileinigen Sucht, nicht anders zn sein ivie die Volker ringsum iö Mose 17, 1-!—20), Vtz eil je d v ch n b e r Z s r a e l nur einer, der Ewige, her riehen soll, darum lehnt in der R i ch l e r ,ze i t G i d e o n die Gründung einer Dhnastie ab, die inan ihm ammm 1 »iutner 2»1, Darum enlrüstet sich in der Philmeriwt Samuel, als ivirtinli nmli dem Viniier der Umwelt die Aellenen vvi> ilnn einen -'-ivm-z veua» -i: dauiit verscl,mnhen sie Goii, iveslialb er sie verwarnr nno zne V.diehreciimg >iber die tonigliclieii '.llniprnche ansllarl i l Sam, >, ■>?t. nnd 12, 12 ff.). Allerdings nuidit iuli hier eine sreundluhere Ueverlie'ernng cm, die in iiiigcllarleiii Gegen sab Saul von Gott zum Snrnen nver sei» Erbe ivählcn und diirel, Saume! salben tafu i eben da 'X 17 17 imd 10,1). SawiiNini aemenr Demi e.nm der e.oing als eeeialvier des Herr» um i!)ii seiner machte ih» m>ivi! iibergoß wahrte» f-)- Se-miet. d-i'iiiD-a' ci >ir> *C ).i D , u n i )i >' c > l"-wa>t geschieht, wird der Zinger gehoben und aus die Bedachlsamkeil des Wortlautes gelegi: nicht vom Vomgsaesen, londer» vom Scaat-sgesetz werde dort genandelt, imi ibm die Gratt desi-ülligivn-.-gesetzeS zu verleihe»: daraus gelie tlariieh hervor, dah uueiuzesehranit dieselbe Aedemiiiig einer reimbtitanifetieu Gesetzgebung zmaUen müsse, Sv lehrt eine dev geieierlsie» Autoritäten des spateren Miltelalters iR, Nissiin Mit dieser Ergänzung, die das niivvreiiigenommene Ergebnis liefert, daß jede starre, engherzige Zestleanng ans eine bestimmte Staatsfvrm vermieden ivird, ist die Präge, die nns um nusertivillen vorgelcgt ivnrde, znm Abschtnsi gebracht, Ter .Ureis wäre zn Ende geschritten, der, stets um' denselben Mittelpunkt schwingend, seine Pinien höch't gleichmähig ziehend, das Vcrhallms von Zndentnm und Staatimijchrcivt. Hossentlich ist nicht der Eindruck enlsi-a-iideii, als habe cs die Tnrlegnng, die iiiögliclzst erschöpfend nichts B-edeutsamcs ausschaltcn ivolltc, gar zu sehr ans papierene Ervrternng, ans theologischen .Uleinlram abgesehen. Wer ans der Suche nach irgendeinem Befund Israels Cchrifttm» durchspürt, das man ja nach einem Worte der Weisen nur um- und umzuivenden braucht, um darin alles ü« entdecken, der fordert fast immer jüdische Gegebenheiten zutage, die zutiefst n> unserer Seele lagern als Grnndstosf nnd Triebkraft, als Erfahrung und Regel. So ergibt sich ohne ivciteres die lebendige Bezugnahme ans uns, ans die Obliegenheiten, die uns angehen, auf

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.