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Central-Verein-Zeitung · 1927-08-01 · Heft 8 (August 1927) · page 7

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1927
Issue
Heft 8 (August 1927)
Date
1927-08-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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63 und Splichwvrlcr, »iic •'öiot’ig-pnfi; nvnt tuic fiiob; bn§ is! mir zn hoch (Hiob 12, 6)H, In das JUolnu'iififj imb bic Sindcnlcnsl'rache drangen l)ctiviiifd)c Blocken rin, wir Asck)e (nsobre) — Weib, Atnffcv (Kufian) — Ban er, kapnlt (Kappm-n) =- bnl}in. Nassen (Keleb) — ludlcn, toijlcn (kolj scliN'ätzcn, »mhim (mal«') — l't’lvmifi'ii, Acoos (maolh) — bklb, liul)kiimiil)!el nnö 2öufdjoliiuutü(niasclial), 5U!o[cä n»d bic Prvpliele». Taft, wie in Handsrhiich-lieim der Heidelberg, mit- »iiter in die Mundart der (iliviflni des anders z,'l)leeiche indische Splillcr cingeiprengt sind, H'ic nach im Mittelalter gelegentlich der „jüdische Sit" (bic indische Tracht! von manchen Ehrislou imchgeahml wurde, stellt de» Tnlsnchm gegenüber, dass Alexander v. H u in bvldt seinen Betannten, >ven» sic ein reines Deutsch Ipnni wellten, den Besuch der Predigten van Michael Sachs empfahl. Das; auch hebräische Paine» als T a u s n a in e n in Ansnahmc samen, H'ic Joics, D>ivid, kiimniui, Joachim, Thomas, Haus lJcelianan), Anna gchanua), Elijabell). Susanna ». a., überrascht lveniger, als da» Waln'vorle des n a eh b i b l i s eh e n jüdischen 2 d) ristln m s v v n den T e n t s cl> e n ii b e r » a m in e n ivurdeii, ivie: Im Hause des Gehcullen spricht man nicht bei» Strick (Talmud Balm inc>?.!c, 57 1»), Ranen N'aelpen nnbegessen (Itnroscli. rubba 151, lüedanleii fiiib zollfrei (K idilnsch. 19 Ii und Omer liasebikdm -JO). Heder ist sieh selbst der Mchsle (Sank. Ob), Einem Lügner glaubt man nicht und iveu» er auch die Wahrheit spricht (Hanl', 80 l>), Schmiede das Eilen, so lange es hei» ist (Abolh <1. H. Nalhmi 17), Unter Blinden ist der Einäugige .llvnig (Bein r,!IU), stivt leimt kein Gebot (Krub. '-7 n). Des einen Pot, des andern Brot (Bar. r. 68), Gleich und Gleich gesellt sicli gern (Baba B. 02 b) n, a. Tiese Bertrantlieit der Denlsihen mit der Bibel und eine Borliebe siir sie, die siel) auch in zahlreiche» Bertvnniigen der Psalmen kundgibt, ertlärt es, dnh V n t h c v s Bi i d e l ü b e r s e ß n n g in Tenlschland eine ganz andere Ansnaliine fand als Bibelübersetzungen in romanischen Landern, das;, dnrel) Slrvnnmgcn, wie den Pieüsmns, gefördert, die deutsche Sprache mit lablilchen tzleniiiiiizenzea ganz dnrchseht tvurde und bis in die klassische Zeit hinein die deutsche Literatur eine Hülle biblischer Zitate nnswcist. Aber auch l a I in u d i f d) e W eis 'l> eit, durch Uebersehnngen, lvie Von Herder ». a„ vermitlelt oder aus dem Bvllsmunde geschöpft, begegnet uns auch im späteren denliehe» Schristtmn, Manches daraus ist ans diesem Wege zn einem geslligeiten Worte der Temschen geworden, SvbeiLvgnn: Sich selbst besiegen ist der schönste Sieg (Talmud: Abolli 4, 2), bei © o c 11) c : Tic .Uimit ist lang imb kurz ist unser Leben (Abolli 2. 21), Einmal ein Linnpenhnnd, er btcibt’ö in Elvigleit (Knib. Bin), bei S ch iller : Ehret die Frauen <UaI*a nirz. 5!h, Drs Lebens Mai blüht einmal und nicht ivieder (8c'I>abIi. 152a), Zn mühiger Weile schafft der böse Geist (Kelhubh. fllisclma V), Ter Wein ersiudet nichts, er schwatzt's nur ans (BruIi. t>5), Allmächtig ist das Geld, mich Mohren lai'n es bleichen (Kitld. 71a: ..In ssef w'iaber man,>cn!„,"), Des Wrnschrn Wille ist sein Himmelreich lj. I’eah 1.1), bei <5 h n m i s s o : Schleniihl, der Mann ohne Schalten u. v, a. Auch der de»tsd>e Bauernkalender zeugt von enge» Bczirhunge», in denen, besonders ans dem Lande, Ehrist und Jude miteinnnder twilehrlen und die daran erinnern, das; Inden im frühe» deutschen Mittelaller Ackerbau betrieben, in «chlcsien z. B. die Lehrer darin ivaren. In iiianehen Gegenden heisst der Schabbnth!!'«Inikkolliai. „der lalte Sehabbes". Aon ihm sagt inan: „Bevor cle lade ltich flucbl haive, wards Wcücv nick lucktcu", vom Jomkippiir, dem Veriolinnngstage: „Waim'l »p den Juden raren ,lange» Bag‘ gued Wemin. dann bliwi el den ganssen hennvest giied" ii. n. Des Inden S>1>!dsal lind Eigenart spiegelt sich wieder in Worten, wie: „Lieber Jude sei». alS das Inn", „Es schmeckt lvie ein toter Hude" (elend), „Ein Indo, der nicht spart!", „Wenn der Ehrist bnnl'n Hans und der Jude gibt'» Techler ans, da müssen beide ans',» Bncki heraus" (sie haben sich ansgegeben und sind dadurch lredstuwahig gcwvrdcu) n, a. *) Ein gewaUiger Jäger vor dem Herr» wir Rlmrod; rede, Herr, dein Knecht hört (I. cnm. 3,!t); Nopshnngcr cIcs. 53, 5); Norachs Rotte: sich ins Fäustchen lache» (Eirnch 12,!!'o; üöftcrmniil «Spr, 6nl. 4, 24); Aegpplifche Finsternis; Babylonische Verwirrung; Elei» des Anslohes (Ief, 3, 14, N', Ni; o!e Togo, von dcnc» mir sagen: sic gefallen »ns nicht (Nah, 12, 1); Den Seinen gibüs der Herr im Schlase (Pf, 127,»); Recht muh Recht bleiben iPi, »4, 15); Philister über dir! Mich!, 4, Ni); »reihi nnd Piethi (2, Sani, 3, 1«); lieber ein Ende mit Schreite» (ßdnil. nach Psalm 73, NN; Man» und grau sind eins <>. Mose 2,21); nichts Neues unter der Sonne (Stof). 1, II): Vater der Armen iHiob 29, 1(1); wie de» Augapfel behiUcu sü, Mose 32, 10); ein Dorn im Ange!4, Acose 33, öö); Bant der öpliller (Psalm 1, Ii; Basclickcneicr ausbriileu tIcs, 59, 5); die Haare siehe» zu Berne t-Hiob 4, 15); bleib’ im Laude und nähre dich redlich iPsaln, 37, 3); Bruder Jonathan 0. Mark, 1(1, 13); der deutsche Michel; I'iri ec nalvnri anlmam imiim (ffzech, 3, 19); Fingerzeig Kotier- 12, '.'Jio[c 3,19)); Fleischiöpsc Aeanpleuc, (2 Mose 1l>, 3); Fnrcht e.- ->,»,): mit Rilfic'i!. ,',"r - fliitlid) ii... .... ... ... ..... Nieren priifen ('Pi. 7, NO; himmeischrcleud (1. Mose 4); Abrahnms Echos,; Abrahams Bann, IGewitlerwolkc); um ei» Liusengericht; Lockvogel tger. ö, 27, vgl. Epr. Sal. l, 10); Menetekel, Moloch, Mohrenwäsche tIcr. 12,23); der Rest ist sttr die Kottloseu (Psalm 75, 9); non plus ultra (Hiob 38, 11); Prediger in der Wüste (noch Ics. 49, 3); ein zweiter Salomo; den Echcidebrccs schreiben (5. Mose 24,1); vom Scheitel bis zur Sohle (5. Mose 28,35); Spreu vor dem Winde lPsaim 1, 4); Hcexensabbai; Tanz ums goldene Halb; mein Veujami»; »itm Cohn Abraham; Uriasbrief; in den letzten Zügen liegen (S. Wakk. 3,31); Zeichen und Wunder (2. Mose 7,3); mit Bösem vergelten (I. Mose 44,4); Mantel der Liebe (Evr, Eal. des Todes ft!» (2. Me 12,33); unter den Töchtern des Lande» 1 halten (1. Mose 34); die Störche werden „Mönche" genannt (ehns: Storch); brauchen (von l,m,li — segnen) in Westsalc» ». v, a. Art unsere Leser! Wiederholt sind bei unseren Landesverbänden und in der Schriftleitung Zuschriften von Empfängern der,,Monatsausgabe" oder anderer Äufhlärungsliteratur eingeganqen, in denen die UricfSchreiber sich gegen den Verdacht des Antisemitismus tvehren. Es ist ein Missverständnis, in der Zusendung der „C. V.-Zeitung“ und anderer Aufklärungsschriften den Vorwurf des Antisemitismus erblichen zu wollen. Wir senden grundsätzlich niemandem, der uns als Judenfeind bekannt ist, unser Material; denn diese Leute wollen fa nicht belehrt werden. Wir wenden uns vielmehr nur an soldie Mitbürger, bsi denen wir voraussetzen dürfen, dass sie den guten Willen und die Vorurteilslosigkeit besitzen, um audi unsere Gründe und Beweise kennenzulernen. Ein weiteres Gebiet des dentscheii Bolkslebens, nnf dem jüdischer Einslnsi znluge tritt, ist die d c» t s ch e V v l k 8 d i ch t n n g. Einige Märchen, Sogen und Lieder bel)nndrln Inden, so lbei Grimm IV, %) „Tcr reiche Indo in Hamburg' lTeircirn fwie Pinto von Amsterdam und später Nvlhschitds, einer von den Inden, die für die deutsche hiimnzivirtschnst bedenlsam ivnrden), „Ter Ind' im Dorn", „Tie klare Sonne lningl's an den Tag", „Ter ewige Jude". Andere dürfte» durch jüdische Nebersetzcr ans dem Arabischen zn den Dcntschen gekommen sein, maiiche weisen jüdische Ptvtive uns, lvie G r i ui »i I, 168: die Sage vom Snmbation, II, 66 lnicht ich hnb's gesagt; die Anzeige vom Tode Jcdmcla hannssis), III, 208 (Hernnsivachsen der Hand uns dem Grabe, lvie beim Grabe Absalvms); I Nr. 77 (die drei ,"fische, vgl, Talnuid Berakb. 61); die Wc i b e r von Weinsbcrg (Hohelied 12, I); der Aing des Polylrates (plcdiat'tmlb 118), Satvmon n, Mvrols ». a, in. Eine der bedeutendsten hnnstdichtimgen des dentscheii 'JJiitlctsiltevS, der P a r s i v n l, beruht ans der Gr a l s s a ge, die in vielem Einzelheiten ans jüdischen Ursprung himveisk, „CiaT ist neeh innncr am wnhrscheiiiliehsten vom hebräischen gorril —Los herzulrilen, das Vorbild der Kralsrnnde ist 2,?>,'ose 21, 12, die Heide), erinnern nn die Garde Salomos (Hvheslicd 6, 7 u. 8), die JOlägige Wanderung durch schützende Wolken an die 10jährige Wüskcnivniiderinig Israels,^ der Monsalvnesckie an den Aijon, ans dem Salomo residierte, der Edelstein vom Himmel gesandt, Talmud. Sebald». 591, „sw. Auch Tn»nhnnsers blühender Stab ist ein Pnchkmnme des Stabs Ahrons. Die älteste Redaktion von „Uniscr nnd Abt" ist jüdischen Ursprungs. Aber auch die grösste Dichtung der Deutsche» in neuerer Zeit, in überhaupt G o e t h e s „ F a n st " , dessen Prolog bekanntlich dem Buche Hiob »achgedichtet ist, wurzelt im deutschen Volksglaube n. So; LUUH, Mephisto, dem Asrhmedai Salomos entsprechend, Helena in einer Rolle, wie die Königin von Saba in der Sage, Honnmenlns (vgl. Sanli. 05b), der Schlüssel, der zu den Aiüttcrn führt, die Fcuervesprcchnng, Ariel, der im jüdischen Volksglauben durch Dennicl vcrtrelen wird. Diese und viele andere Elciiiente im „Fnnst" erinnern an den lveiten Spielraum, den im deutschen Volksglauben jüdische Mystik und andere, wenn auch nicht original-jüdische, so doch durch das Jndenlnni verinilteltc Einflüsse einnehmen (die ganze Alchimie >vollte man Juden znschreibcn). Wie die Sagen und Märchen wandern auch solche Bvrstellimgen und Praktiken von Voll zn Volk, Indische Eimvirknng besteht aber nnzweiselhast dort, wo jüdische Schriften, Worte oder Wkmdnngen zitiert werden und hebräische Formeln eine Rolle spielen. Das ans mittelalterlichcin Hausgerät n»d in deutschen Gehciinsehriste» immer loiederkehrende Hexagramm (Tavidschild) ist zivar nicht jüdischer Herkimft, gilt aber, z. B. in der Instruktion für die Nosentreuzer, als Vereinigung von Wasser und Feuer im Chaos und wird mit dem hebräischen Lebninajim (Hinimcl, nach dem Midrasch aus oseh und niajim, „Feuer" und „Wasser") bezeichnet, ivährend es nach jüdischer Tradition die Verbindung der beiden Schilde Abrahams und Davids dnrstcklt, als welche in der Heiligen Schrift Gott bezeichnet wird. Ohne ans andere Einzelheiten hier einzugehcn, sei nur betont, das; im Gegensätze z» dem ursprünglich deutschen Volksglnnben im jüdischen weder gestohlenes Blut noch Dcenschenblut Verlvendnng findet, und das; der Aberglaube von?tntoritätcn des Jndentnms, besonders M a i m o » i d c s, stritt abgelchnt wird*). Das; das Judentum, lvie beim „Faust", sozusagen „Pale gestanden", so auch den Pi y st c r i c n, den F a st n n ch t s p i c l c ii, bei *) Auf de» IahrmärUcu oft sellgcbolene d c » l s ch e Z a u b c r b ii ch e r , die ausdrücklich ans dem Iudenlicm sich herschreibe», sind: „Dir große M o se o - B i b e i", it. i. das ii, »nd 7, Buch Mofis (Philodeiphia!); „Das (i. lt. 7. B u ch Mo (i s" (Weimar 1595!) mit „Formeln der magischen Kabbala samt Auszug der echten und wahiku Cla\ieii!ii Snlomonls, Krips Israel", mit „Brustbilder»" Moses, Ahrons, Vilcams usu>. Es fordert, daß die „Citations. formclu in hebräischer Sprache gesprochen werden". Ein „Nigromanilschcs Knustbiich" (Köln 1743) hnudcll von „Giiicksrnle, Ring und Krone Salomos" ui«, und seinem „Schlüssel, den schon die Pairinrchen gebraucht hallen". Arhulich spricht Agrippa von Nettesheim von den „Xmiiina ilivirm rospondcnlia numeiis Snturni“, von den „Mrmbra Hei Ilrliraeorura Mrculmlium opinionc'1. Er bringt verschiedene kabbalistische Alpha- Dce a! i e u F a u st b il ch e r selbst sind solchen Spukes voll, dcr in zahlreichen Maiucstripicn über Boiksmedizin n. dgl, sein Wesen treibt, sich ans die Pnlriarchcn und aste möglichen jüdischen Autorstälen, wie bei R. LilNna „Alomon Zodock Presbyter Hieroio Ciimikanus", sich beruf! und in die Echrlflkn Iaeob Böhmes u. a. iibergegongen ist,

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