Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 8 (August 1927)
- Date
- 1927-08-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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61 Die jüdische Bevölkerung in den deutschen Ländern. Die Ergebnisse über die R c > i g i o » 8 9 11 c b c v » 11 fl der deutschen Sücböttcvimii ottf Grund der V v l k 8 ,z ä 1] lnngvo m 10. I » »i 192 5') liegen »»»mehr von sämtlichen Feeislaalen vor, und iin Niischlnst m> unsere BeröffenNichmig über Peeiißen lA'r. 24 der „0. B.- Einivohnerzahl Nr. Freistaat 38 120 173 7 379 594 4 8th> 00l 4. WürUemveig. 6. Tliüringen. I G»»!I300 8. Hamburg ........ 10.' Oldenburg '. 11. Braimsclnoeig.. 12. Anhali 19. Bremen ........ 10. Mccticnbnrg-Sl reist! .... 17. Waldeel. 1», Lchanmbmg Lippe .... zusammen'. Tenlschland 57 799 009 «2 410 019 Anehen, Kreseld, Mntheim a. d. N. und Münster eine Abnahme, und zwar von 1218 Personen, zeigen, unil)venb die Gesamtzunahme in den übrigen Groftstädlen 45 57». Personen betrogt, Iin Vergleich zu 191«) wohnen deshalb rn nd 4 Kino Inden in eh r in G r v ft st ä d t e u; brt dos Plus der jüdischen Einwohner sieh iin ganzen auf rnnd 87 000 beläuft, haben das flache Land lind die Mittel- »nd Heineren Städte 7 0 0 0 jndis ch c E i n >v o lz n e r gegen den B c st a » d von 1910 verlöre ». In Sachsen haben die' Inden sieh nni 82,2 v, H. vermehrt, ober fiuel) mie in Prenste» sind an dieser Zunahme onsiehiießlieh die Ans 1000 EiiOvohner Tarnnler koininen 403 «00 1 140 1 508 (»07 535 1-22 604H79 0,95 0,9 Zeitung") iovllen wir eine zstisiniimenstellung der jüdischen Bevolkornngsanleile in den Ländern bringen. Nach der Aolk 3 z ö h I» n g v o n 1910 betrug die Bevölkerung Deutschlands soft 05 Millionen Einwohner, von denen 0 15 02 1 aus Juden entfielen. Danach stellte sieh der Prozentsatz der Inden ans 0,9 5 Prozen t der Gesamtbevollernng. In dem verlleinerte» Tenisehland nach dein Kriege ergab sieh naeh der AvllSzählmig von 1910 eine jüdische Bevölkerung von 505 122, dieselbe ist wohl hauptsächlich insvlge Rückwanderung ans den abgetretenen Gebieten bis z»»i Jahre 1925 ans 501 079 gestiegen, aber ihr prvzenlnoler Anteil ist im Vergleich zur Vorkriegszeit von 0,95 ans 0,9 ge sollen. Niclit nur relativ, auch absolut zeigen in 14 de »t (ehe „ Lä n d e r n die Inden eine n N iiek g an g. Ais ans Prensie», Lachsen, Arenien und Lübeck sind Verluste in den jüdischen Bevolkernngtzai,teilen zn verzeichnen, und gleiches würde für Preußen und wachsen zntressen, ivenn inan die Grvßstadtbevölkernng von der des gesainten Landes trennt. Die Bersehiebiliigen in de» jüdischen Anteilen seit 1910 treten i» den Ländern noch stärker hervor als im Reich. In Preußen entfällt der Zuwachs der jüdisehen Eimvvhmr aus die Großstädte, von denen nur Königsberg, Stettin, Hallen, d. S., *) Das ,,3tatiitJahrbuch für da? Tculfrfie Reich", dessen 45. Jahrgang vor Innern in stark erweiterten, Ilmsang erschienen ist (Verlag von Reiniar Höhlung, Berti», i!>2N>, gibt zivar nnr ieenig statistisches Material über die Fragen des deutschen Judentums, aber anrh die ivenigen Tabellen neben manche inlnejMiiten Ausschlüsse, Tiefe Dnrsiigteit des sonst ansgezcichnelon Jahrbmiis mögen ioir beklagen, aber wir müsse» doch anerlcnnen, das; man die Frage nach der Religivnszemehörigleil, die früher säst zur Sehnöfseloi nntzartele, vielfach anSgifchatte! hat. Großstädte Chenniitz, Leipzig und Dresden beteiligt, doch znm linteestliiede von Preuße» dürste» hier Eimoniidernngen von Ost- »rd österreiehisehen Inden eine große Rolle spielen. Ihr Anteil a» dev Gesainthevolkeriiiig ist mit 0,1 v. H. gleichgeblieben. Benierteiisivert ist der Rückgang der Inden in Bveinen. .Ihre Znljl ist um 18,2 v. H., von 1810 ans 1508 gefallen. Verhältnisinäßig am wenigsten Huden ivvhnen in den beiden Mecklenburg — nns 1000 EiiNvvhner sollen noch nicht zivei Juden — imd i» Thüringen, drei Freistaaten, die schon 1910 wenig jüdische EiiNvvhner hatten und lrvsidcin 1925 hinter den Ergebnissen von 1910 znrüekgebtieben sind. In Hamburg und Lübeck hoben sieh die Juden aus der Hohe von 1905 gehalten, ivieivohl die Gesaiiitbevvlkerilng betracht liebere Znnahine aufweisen. In den 45 denisehen Großstädien hat sieh die Gesmnivevölkernng mn über I Million Einwohner, bei den Inden aber uni 52000 verniehrt; ivöhrend die Zimahnie bei der Gesamteiinvvhiierschast seit 1910 7,78 Prozent beträgt, beläuft sich das Plus bei den Inden ans über 16 Prozent, ein Zeichen, in ivelch stärkerem Alaße sich die K o n z e n t r i e r n ii g der Inden in die Gr o st st ä d 1 e als bei der Gescnntbevvlkernng fortsetzt. Gegenüber den Schätznngeii von völkischer Seite — hat doch erst der hekannie Richard Knntze in seinem Blättchen verlnudet, daß über 1 Million Inden i» Tenisehland ivvhnen — bleiben die amtlichen Ergebnisse ganz erheblich zurück. Trotz Rückwanderung aus den abgelreieneii Gebieten sind in ganz Dentsehlond nur 504 379 Jude» gezählt worden, . und säst mir in den Großstädten ist ihre ^'wachsl'n De. J..ki«s R-ttcholz. Ein evangelischer Friedhof geschändet Wer sind die Schuldigen? In der Pacht vom 10. zum 17. Anglist ivnrdeii in Belgard in Pommern ans dem eoangelische» Friedhöfe eiiva 50 Grabsteine und Denkmäler demoliert. Es ist natürlich, daß jeder jüdische Deutsche gegen die 'beeuveelia', die die Ruhe dieser christlichen Toten gestört haben, dio gleiche Absehen empsindet, als ob es sieh m» die Verivüsii>ng eines jiidisehen Fricdhofes hnndelie. Es ist das ein Enipsinden, das für jeden anständigen Menschen so selbstverständlich ist, daß es gar nieiit erst ansgesprochen zu iverden braucht. Wir müssen aber diese E,esn!,le hier dennoch 311111 Ausdruck bringen, weil auch diese Gowalilak gegen einen e v 0 n gc li sehe n Friedhof von völkischer Seile w i e b c r z n Aer - t ä ft e v 11 n 0 e n der Jude» benutzt >v i r d. Das „Deutsche Tageblatt" leitet in seiner Nummer vonr 19. August die Mitteilung über die Schändung eines evangelischen Friedhofes mit folgenden Sätzen ein: „Mir haben gestern die Treistigleil gebrcnrdniarkt, mit der die jüdische Presse es wagt, die Schändungen jüdischer Friedhöfe auf die völkische lMwegnng zurinkzusühren. Wir sprachen dabei aus, das; die Friedhossschiindnimen eine Perversität sind, die ans dem verbrecherische» Geist geboren ivird, den die jüdische Novemiberrevolrilion im Lunde mit der jüdischen Presse gezeugt hat. Wir Iveisen dara-ns hin, das, die Schändungen sich darum auch gegen christliche Friedhöfe ivendeu, und unsere Leser iverdeir diesen Sachverhalt bestäiigt finden, ivenn sie folgende lranrine Meldung losen, die der „Deutschen Togeszeilniig" ans liolberg zuseht . . Mit beivnnderiisiverter Knust der Verdrehung schiebt dieses Blatt ,licht nnr wie üblich die Schnkd an der Novemberrevolntioii und an der Schändinig christlicher Friedhöfe den Inden zn, sondern legt ihnen auch die Aerwüstiing der jüdischen Friedhöfe zur Last, lind wenn inan die Logik dieser Begründung vollständig sorisetzt, so ist schließlich das Jndeninm an der ganzen völkischen Bewegung schuld. — Jeder, der mit echter Menschlichkeit empfindet, gleichgültig, ob Jude oder Christ, ivird mit nns diese Art politischen Kanipses ablehnen.