Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 6 (Juni 1927)
- Date
- 1927-06-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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gewinnt dem deu i>t: jüdisM nnenswerss n'PschlenS sterial de cs in de^ chütze verZ rste. MF >cn großem 'ic SamnzZ l'dchSuser " een Auf- > Zur EinÄ Dadurch; zugänglich; »m diesens Denn wies >n Köln! tbnrger an uzewöhnlichl rnberg,! hundcrtaltej achten, daß e» meistens als Leih- Wertvolleris »s solchen gen Ver4 s s e ldorsz e sehr amI sehe jtunst-s te verwirkur Tamm«) en werden in j übeD Reich Roll, :r als lönnt feiert! fün der , und, ür tc . ,'schich «en icut on innen innaiin nn! 'oerdienr. ea tun ec! cn Nif! gute dan ne sind ielir deiiiuiile ^Die „^ovos-^krrstaos" in Portugal. Don Dr. Hans Wcscmann (Lissabon), ciinqcn abgelegenen Provin.ziicstern Portugals sinden sich egte noch Religionsgemeinschaften, die im Dvlksmuude iZ'ovo.gristmos —Ncuchristen heißen, sich selber aber „sonko cin u-Kpiv" kLcnte, die der Nation angchören, nennen, Tie hatten die äußeren oriiNnr und Gebrauche der katholischen Kirche, feiern aber daneben Passahsesi, Jvm-Kippnr »nd andere hohe jüdische Feste, aller- Ngs nicht nncli streugjüdischcni Ritus! Und ihre Hymnen und Hebcte, die der katholischen Liturgie entnommen sind, haben typisch ßdische Wendungen, die in diesem Fnsmnmcnhauge durchaus »nßrllürtich cvirken, Lv singen z, V, die Frauen ans dem Wolke in Mirinho des Galeg»?; 0 :>!><) den» <PIsrm>!. Inmpri vnsgcw Drokm-ins ivh. großer Gott Israel?, erfülle deine Prophezeiungen), er man Hort folgendes Geoet; ..-Visim-nx am qinun tont» »mki- . . . Xos, Polos nossvs f»<-iu!«)s, toüoo uiulamos oeeuäiw!orr-o nllieiu , , , > o. in p;r s t >; r sAdvugp, aus dich sehe ich rin Vertrauen , , , Wegen unserer Tünden irre;; wir alte im liemden Lande o h n e v i r t e n , , ,f. In diesem einen Worte „führerlos" liegt die Crtlärmiq sür diese ^ltsnmen Gebete, Tie svgeuamiten „'.stenchristen" sind direkte f a ch k o m m e n j e n e r p o r! n g i e s i s ch e u I u de», die gni Jahre 1106 zivgiiqslveise getaust wurden. chiyrhiniderte find seitdem vergangen, die Reuchristen selber haben fast alle ihre bstamniiuig trat,; dieser Anklänge mi die alle Religion vergehen. Rind auch den meisten Portugiesen sind die besonderen Fubimiuen- Mnge dieser Wandlung heule völlig imbelaimt. Und doch liegt >,ier Hin Plfäiivnicn vor, da? weil über den engen lokalen Deiner grnnd.säüijche» Dedeulunz wogen aeöstie Ree I In 'borlngat lneyreii sicl, in Ionier ,ßeu die istatliolilen aus alten Geschlechtern plöhlic!, ein Ich r i v r ü n g l i cli j ü d i s e!> e r r'l b st a ui ni n n g si lost Adlige, Grvin'anilenle, löeielirte oder Hs sichere,; Ihanplinaiin Arllmr de R>irrv-,- Rinäo, der gnm Fudemum;nrüellelirle, Inaclidem seine Familie iahehiinderubinp t,:l!>olisbo gev'e'ei, war, IDoch da? sind nur Vereinfelle Fätle; die graue niwir pilst der bleu IHrisien liat iure Absianimnng I,nn;st ve'cqesseu n:ld verloren und :>t H heute völlig nn portugiesischen Dolkslnme aingegangen. Aber man nonn vliue iteberireibnug sagen, das; da? jüdii rl; e B lnl in den sbc st e » F a ui ilien d e s L a n d e s i ü l; l b a r i st, und daß dm ltehrzuht aller bedeutenden Männer des alten und neuen Rorlnaals Dieser jüdistlser Absiauiinung ist. Wie ist dieser Assimilation-,- und Anslösnngsprcneß vor iieii ge wmqeii k Die Grsitnetste des jüdischen Dolles in Donngal ist allen mliimc-. Tie reicht i» die Feit der römischen >d e r r I ei; a s t zurück, Tilien Vvr der Invasion der Goten und Tueven finde! wau die shSephurdiui" in Lissabon, L Porto, Gviinbra, Algarve und L'rag-iw.-a, "ie erlebten eine Blütezeit imler der 'Ranreuherrschnb, >vo Toledo 8l»d später Granada Mittelpimtte siidiietier Ge!el>rs-;mlei! und Kunst arc», wo I v s,7 Levy Grosuveiir von Granada war. Ivo ei» e!> n d a H a levi seine u n s! e rbli >h e u B e r s e dictsleie und n S a l o in v n i b n Gabirol seinen „Kollow Kulichnlli" verfaßte. Auch in Portugal l>erriel>!e ein goldenes sfritiiller iür das jüdische olk. Aber mit dem Falle Granadas brach das Unheil herein. Die ,katholischen Majestäten" ordneten 1100 die Austreibung sämtlicher Aden ans Tpanieii an Vorher schon Halle die l 1dl gegründete In- -uisilivn über AM Inden dem Tcheiierhausen übertieierl, »Ran schäl» ie Gesamtzahl der Emigrierten auf MOOO» Davon ging ein Deit nach 'er Türkei, die Rlel;r',ahl aber, über luooou giiig naci> 'Portugal, bcr auch hier ivar ilsiie» keine Ruhrstäite bescijiedea, >106 ivnrdei! e von dein König To» Foao II, nor die uuerbiUliche Frage geüelli; uZtreib >ing oder F w n n g s l a >> j e l lind die Ingaisiiion listete schon ihre Tcheiterhanfeii, Ana,esichls dieser Fwaugslage änderte ein tleiner Teil Weiler nach »Rarotlv, die andereu blieben »d wurden zwangsweise getauft, Ilm sie aber auch loeuerhin von!en anderen Christen zu unterscheiden, mujchcn sie ten »lanien e n ch r i st c il aiinelpiien, ivährcnd diese sich ,,V,-lInw kristao^ A I t ch r i st e >i nanntcii. Aber auch so wurden e nicht frei. Tie Iiiqnisitwn , biicb ihnen auf den rsen, Don 1500 bi? I7N2 wurden 1100 Reneiivisten verbrannt. Ad in der berüchtigten Mvrduacht. der „iiinlanga äo Inen» «tu Bno 'omiiiAb8", wurden vom ansgehehleii Pöbel über r'OOO bleucchristen Mordet, TaS lehte Autodafe (Ketzerverbrennung) fand 170K statt, erste 1510, Daneben gingen Derbaininngcn und Gütermziehungeu, Don 1600 bi? 1(G0 ivnrden über Ist 000 Rcuchristen ,egcn „Ketzerei" hingerichtet. Vor diesem unerträglichen Truck flüchtete ein kleiner Teil der ieuchristen nach Holland. Uriet da Costa und Taumel da Tilva, jersnsser des „Traktats über die Itnsterblichleit der Teele", sind "ei der belnniitcsten Mitglieder dieser neuen Tevhardüntvlonie Amsterdam, Nibeiro Sanches wurde als Leibarzt der Königin ristine von Schivcden berühmt, Hunderte von bedeutenden Namen Ante man nennen, deren Träger von den Portugiesische» Tcphardims Pammeii, Aber die in Portugal verbleibenden Nenchristen zeichneten sich cichfallS in allen Künsten und Wissenschaften ans, Tn war der thematiker Pcro d'A l e in q n e r, der Vasro da Gama die naun Jnstrrimente für seine Wettmnseglnng konstruierte, da waren droNuncs, der große Pädagoge, und der Jurist T o m oVn z, en Merle in der IZil-Iioilioea Inisiiania einen ehrenvollen Platz einnehmen, Als Universitätslehrer nahmen die Neuchristen gleicht falls eine hervorragende Stelle ein, Cvimbra wurde erst durch ihre Tätigkeit die Universität Portugals, Wer die Inquisition wachte über ihnen. Man argwöhnte nicht ohne Grund, daß sie ihrem alten Glauben treu blieben, und so entdeckte man denn auch in Coimbra eine geheime Synagoge, deren Mitglieder Professoren, Slndcnten und — katholische Geistliche waren. Die Neuchristen hatten vereinzelt mich in der katholischen Kirclze selber Rang und Würde' erhalten, '«o wurde Ul ch zu Anfang des 17, Jahrhunderts der Gelehrte Frei Twgo in Coimbra wegen „Ketzerei" verbrannt — erhalte mit einigen Freunden das Passahfest gefeiert. Und wegen geheimen „Judaismus" wandcrtcii in die Kerker der Inquisition die Gelehrte» Andre d'Avclar, Runcs de Pinn, Crispim da Costa und viele andere, deren Namen die Geschichte nicht mehr nennt. Aber schvn damals nannte man unter den Großen Portugals die Reuchrisieir Bvtelho, Terra» Silveira, Carvalho und den berühmten Foao Rodrignes de Mesearenhas, den Gründer der Bank von Portugal, n. n, in. Trotzdem blieb eine Ausnahmestellung .Zwischen alteu und neue» Christen durch die Jahrhunderte hindurch, bis der große Tianlsman Marquis von Pembal den Neuchristen die bürgerlichen Rechte gab und vvr allem auch den beschimpfenden Namen R e u ch r i st e n in Wegfall brachte, lind von diesem Festpunkte fI7sto> ab trat denn jene völlige Mischung mit den alten Ostristen ein, die das Ansgrsteii des jüdischen Volkstums in der portugiesischen Raiiou bedeulete. 1820, als die portugiesische!! Tili »de Religionsfreiheit verkündeten, kehrten aus Marokko einige Tausend der seiner',eit geflüchteten Juden nach P o r i u g a l z u r ü et, Fstee I,,;l;l überschreitet in Lissabon beule noch nicht b'w>. Tie and streng orihodor und staben keinerlei Derüstrung mii den -.steurtpeiiien, wie diese »ingekehrt jede Erimwrmig an ine irüstere iseim i:dcl>ei> längst verloren haben. Ter Geül,iiip,sstchreiber veep»stne; 'Namen unter dem Hochadel, wie: Angne de Detinvn.e, die 'Margues de Da lenen oder d'Angcja und d Alegrela; linier den Rdeiililern; tßniüia weal, Alfonso da Costa, ACredo da TAva; er l.nn> stlaul Teal, Antonio Ferro, Home» Cstrino, um nur euiiae »-er lesteu Federn de-s inodcrncn Portugals;n erivlilpiei, und, nn:;n!il,I:es:en, m-est einige 'Rainen der Wirtbest,nt; Cande de 'Nnrnliv, Coude de Finalst» Tolla, Kncrra Jungnei ev. N-iera de Canro, st! t l e sind g n t e P o r t u g i e s e n n n d t r o ni m e K u I I> v l i l e u , so ivie istre Familie» cs seit Jahryuiiderten geivesen sind, Tie vertörpern heule die Iutelligen,',, den LN el und den Reich!,,in bares Landes, aber sie haben ihre C e rinnst v e r g e s i e in Und >vas iidrig bleibl van den Reiichristeu, deren lZesehichte an Leiden, aber nncli au Triumphen reicher ist als die irgendeines anderen Teils de? indischen Dolles, wird bald nur noch eine historische Erinnerung 'ein. Zur Tausendjahrfeier der Stadt Nordhausen. H'inc Vcr älteste» jüvischcn tHenreinven in Dct»tschla»V. a<o»l er, bis ea Mai NicrU Iii-Uer Anleiliiabiue der gmgcu Bevölkerung und der rvl-börden vcm Liüni »ud 2>ad! öiordblNlsci-, die Feier seines tauseudiiilniaen Besieve»s, -Auc!> die jüdische (venieiiide Hot aus diesem Anlaßgtinen besoiideeeii TrslaaUesdirnsi iui! einer Predigt von Rabbiner Dr, David Schön- In-rner islachenl veranitaiiet. dlechtranwoli üeinenN Ster n, der Porsttzende unserer drisgeuppe dlordbaineu, hat im Lklbstverlaqc eine mit Bilder» rciiH aasgcsiaUcte. 7ä Leuen slartc Sbirosi „Geschichte der Juden in Nordhaustu heraus>;e,;ebei>. Die Lchrst'tlcitung. Cin Stück deatiäiei üeimalae'äiichw acht an uns vorüber. Wir erleben sie »ül >» »n Tcliiclsnleii der 'Nvidbäaser Icrden, denen zur Tanseuojahrseier der allen Neielisuadt in einem reich itliistriertcn Bändchen „Ge'chichle der Fnden in '.Nor-Haiiseii" von Heinrich Stern (im Seldsiveilaa des Beruiistrs' ein dankbar begrüßtes Denkmal , gefetzt worden di, Tvvdcv jm 'Abtani der zwilchen Duldung und VersolMNg weclneUiden cteNelinme, »iilyvisch wiederum dnrch die sich aus dem aiivniime» Tnrcl'selmilt lieraiislicvendeii Cinzelpersöiilichleiteii, die richtimggebend in das Feitge'cheben eingrissen — so rollt die Geschichte der indischen Bürger der Reichsstadt Nordhansei! und damit ein Stück deutscher Uui!urg,schich!e vvr uns ab. Weit in graue Bor,zeit zurück reichen die Anfänge dieser Geschichte, Os ist nuü! verbürgt, wann sich die ersten Juden in Nordhaufcn ,ansiedctten, Tie erste jirtunde, die sie erwähnt, eine Verordnung Kaiser R n d v l f s a n s d e in F a st r e 1ü!lO, spricht von ihnen als von einem l ä u g st v o r li a >i d e n e n st' c v ö l t e r u ngstci l. Wir habeip atfv ein Recht, ausiuiebmeii. daß lange vor dieser Zeit Juden sich Zu scsiem Wohnsil! in Otordliauseu lüedcrgetassen staben, lind eine wehliiutige Vermutung spricht da'ür, das; gerade die Zeiten, aus dcncn keinerlei nrluiidlichc Ueberlieferuug »ns ihre O'ristenz begtaubigt, die glücklichsten sür sie gewesen sind, Tenn selten beschäftigt sich ein -uns aus der Folgezeit überkommenes Sehriststück mit ihnen in günstiger Werse, Erwcrbsbeschräutiingcii und 'Ausweisungen, ja selbst die grauhge Judenverhreninnig aus dem Jahre Isttll sind die Blarlftoitte der Eiitlvicklung. Und minier wieder sinden sich '»keuschen, die zäh und unbedciikilich den,alten Ceimatdodeu aufsuchcii, wenn günstigere vebcuSverhältnissc ihnen dauerndes Perweiten z» vcrkcihcii scheinen, „ . Cin seltsames Lied der Tre n e klingt uns aus dem Buchlem entgegen, Eine Treue, deren Wurzeln dort ties verborgen liegen, wo das Leben am ein sachsteil ist und am rätselvollsten zugleich. Könnten pe auserstehen und zu uns sprechen, die alten Juden Ncrdhauieiis, o, Unbill und Verfolgung vergaßen und nach jahrzehntelanger Verbanniing es unternahmen, ans altem Boden ein neues Leben wieder zu vegmnen, — dann würden wir erschüttert die tiefe Selbstverständlichkeit dem>q>- jüdischen vcimatgefühls erleben. Nicht a!s cin trotziges bewußtes „lind doch!", sondern im Sinne eines M itetnan der- und-zueinander g e w achsensei n s. das die Triebkrast seuwr °dü)Aen Zuiammeiig-Hvriukeit allen gewaltsamen Störnngsverluch-ir entgcgenfetzk.