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Central-Verein-Zeitung · 1927-05-01 · Heft 5 (Mai 1927) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1927
Issue
Heft 5 (Mai 1927)
Date
1927-05-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Götter. Men und - Gtinther. Eine KampWriil des «vaidoMlen Nr. RerkenWam men Slinlhers Msenknnde. Während die Rasscnlnndc H. F. K. Günther?, die in feinem n'citmln'citetcn Brichc o f f ni f imbc des bfiitfcljcn V olle?" niedcrgelcgt ist, bisher fnjt nndehinderl ihre kreise schlug, ist nnninehr Vvn tapferer uidjtjübt|Vf)cr nnd keinescvegs jndcng'renndlichrr Hand ein energischer Schlag gegen sie geführt worden, Tr, Fritz M e r k r n s eh l n g e r , Privaldozent an der Universität Kiel, nnternimmt es, in einer über «0 Teilen starken Broschüre*) eine Ehrenrettung des dentsehen Volkes gegenüber den Gnnihersiheii Gedanlcngängen durch,'»»führen. Er lvehrt sich wit allen Waffen der Logik nnd der verletzten Heiwalliebc gegen die Herabsetzung, die seinen eigenen fränkischen Stinnmesgenvssen in dein Güntherschen Buche widerführt, Er lveigert sich, die Perhinmielimg der u v r - di sehen Nasse, die Günther als edelste feiert, zunngunsten der übrige» gleich wertvollen Bestandieile des dentsehen Polles mitzuinaehcn, nnd sieht mit sicherem Auge die unabsehbar gefährliche Entwicklung. die durch eine lrilillvse Ncbrruahmc der Güntherschen Werturteile dein deutschen Volke vorgezcichnct ist, Mcrlenschlagcr schenkt den Betrachtungen Günthers über die Jndeusrage geringe Beachtung, Daß er den Inden keineswegs freundlich gegenübersteht, erweisen manche Acnszerungen von ihm. Er steht auch ohne Einschränkung n u s d c in B o d c u d e r R a s s e n k n n d e und bestreitet von hier ans nur um so heftiger die von Günther ans ihr al'gelciteicn Folgerungen. Wir taffen aus der Schrift einige der markantesten Stelle» hier folgen. Ans Seite 16 warnt der Verfasser: „Mau stelle sich vor, das deutsche Volk würde in den Rassenstreit eintreten. Wenn R a s s c n i n st i n k t e geweckt werden, dann ist das Feld für edlen Wettstreit verstellt. Altes, nur nicht die Schürnng von Instinkten, die in Nils selbst gegeneinander kämpfen müssteii." Zwei Seite» iveiter preist er den Gedanke» der Bolksgemcinschaft, den er gegen alle gewaltsamen Treiiumigsvcrfilche erhalten wissen will: „Mir kann das Buch uimmcrinehr da? Bild von Tciitschland aiislvsen. Jahrtausende haben iins ineinander verwoben zu einem Streifen i» der Gotiheit lebendigem Kleid. Was wäre einer ohne den anderen? Und wenn in unserem Blut das „uralt alle Schlummerlied" verschieden tönt, so wissen wir doch, das; das Lied keinen Mischung gibt." Die Liebe znm alten fränkischen Knlinrboden nnd z» seinen vorwiegend „ostischen" Beivohnern, die Günther ständig herabsetzt, bäumt sich bei Merkcnschlagcr zu heftigsten! Widerstand ans: S. 19. „Günther spricht der .ostisrhcn' Nasse Natnrgesnhl ab. Nie hat dieser Böllerpshcholvge die .wendischen' Weiden und ihre Einfügung ins Ratnrbild gesehen, nie die eigenartige Sehnsucht des .ostisrhcn' Vkcnschrn nach überhaiigenen, ruhigen Gewässern mitgesnhlt, nie unter ostischen Menschen einen Herbst verlebt, der den ,stiiiiipsbeharre»de»' ostischen Menschen mehr Z» ergreifen scheint als selbst der Frühling, Herr Günther ist anscheinend ohne Nalnrgesühl an den Bancrngärten von Bahrenth dis Bamberg vorbcigcwandert, hat nie zur Kapelle einporaeschaiit, nie in die Täler der .ostischen Mühle»' hinmiter. Obwohl er das Volkslied vom sehivnrzbrannen Mägdelein iiinuev ivicder betlagt, geht er nicht iveiter ans das Wesen des deutschen Vollsliedrs ein, sondern ist iin Handumdrehen wieder bei seiner fixen Aber nicht nur die Entrüstung, oucl) das herzliche Lachen über die Irrwege der Rassenlehre sichen dem begeisterten Verteidiger seiner Heimat z» Gebote: §, 14. „H, F, K, Günther bezeichnet das vstische »nd dii,arische Blut als .minder erwünscht'. Er freut sich, dies offen anssprechcn zu könne». Grvbschrötig Polternd tritt er in einen Porzellanladen. Pinn stelle sich einen Augenblick vor! Ist es nicht zmn Händeringen? Oder zmn Lachen? Sehen ivir nicht schon Tausende von Jünglingen in Abkehr begriffen. „Leb wohl, schwnrzbrnnnes Mägdelein?" oder im Gegenteil in hcstiger Hinneigung? lselbstverständlich wird das Günther-Buch, ohne es zu wollen, den, fchrvarzbrnnnen Mädchen erhöhte Geltung verschaffen.) Schon cimnnl hat eine Brnnhilde einen Günther ansgelacht. Nun nnist im zwanzigsten Jahrhundert ei» braunes Mädchen wiederum über einen Günther lachen, der indessen sehr die Züge des Epigonen trägt." Doch nicht viele Stellen im Giiutherschen Nasscnbnche gestatten diese hnnwristische Absertignng, Meist sind es die ernstesten Saite» *) „Göller, Helden »nd Günther. Eine Abwehr der Glinlhcrschcn Station, künde." Lorenz Epindlcr Verleih, Riirnberg. der tticnschlichen Seele, die anklingcn nnd in Mischungen Disharmonien laut werden. Immer imb immer wieder glauben wir den Ansschrei eines ganzen in seinem berechtigten Stolze verletzten Stammes zu vernehmen, wenn Mcrkenschlager sich gegen die Verhetzung zur ■ Wehr setzt: S. 28. ..Der Baninciftcr Giinthcr würde ein seltsames Kriegerdenkmal vorbercilcn, wenn die 2lrbciter an dem Werke nicht das Stcinctragc» verweigern wiirdcn. Wenn H. F. K. Gtinther die 1 «00 «00 Deutsche, die in, furchtbarsten aller Kriege gcsallen sind, ans Langnnd Kurzschädligkcit »ntersnchcn wi», wird er gerade noch Glück habe», bevor ihre Gebeine in alle Windrichtnngcn verstreut sind. Ich versuche Gleichmut zu bewahren. Wir wissen, das; die Verlnstlistcn des Weltkrieges eine erschreckende Sprache reden. Bei Bayern nnd Prcuszcn. Wir wissen, das; die blutige» Verluste bei Prcnszcn nnd Bayern prozentual gänzlich gleich sind. Württemberg hat «m einige Prozent mehr an kostbarem Blut hi,»gegeben (ich glaube ,m» 0,4 Prozent »nchrk). Wir wissen, das; bahcrischc Regimenter von, Ausladen in den Tod gingen, ebenso wie friesische, pommcrschc, brandenbnrgische. Man könnte glauben, cs »niistc jeder wissen, wie furchtbar das knrzköpfigc dinarische Tirol, das ostischc Mähren, das ostischc Ungar,« geblutet haben. Regln,e>,»erweise ... Ich versuche Gleichmut z„ bewahren." H. F. K. Günther: „. . . Es ist zmn Händeringen, daß ein solches Buch in Deutschland acht Jahre nach denn Heldenkainps gelaust, gelesen und gelobt werden kann." An anderer Stelle macht Mcrlenschlagcr seinem Unwillen über die unbillige Verteilung von Lob nnd Tadel zlvischen de» deutschen Stämmen sotgendcrmaßen Lust: S. .",6. Es ist nicht nur wissenschnstiich, von den Deutungen, die möglich sind, immer die für die anderen Rassen inivorteilhaftesten heransznsnchrn. Es gibt keine gute und keine schlechte Rasse. ANe Rasse« sind göttliche Erfüll,,„gen der Möglichkeiten i„« Rahme» der Umwelt. Man braucht sich blvsi einen Herzschlag lang vorznstcllen, die Pole der Erde würden plötzlich ohne kosmische Katastrophe anderswohin verlegt werden. Was dann?" Folgende Worte, die de»! gleichen Gegenstand gelten, muten fast wie ein Tcmperainentnnsbrnch an, der für die kulturelle Fruchtbarkeit des deutsch-jüdischen Znsammcmvirkens Gerechtigkeit fordert: S. Ms. „Störung ist ein Mittel der Natur znm Hvhertrciben. Ungestörte Lebewesen würden sich kann, hinansentwiclel». Neben der unangetasteten Gesundheit steht der Tod. Ich meine dies bildlich nnd wörtlich. Die Sattheit schafft leinen Ausstieg, eher noch das Leiden. Mögen andere daran glauben, daß eine Raste, ohne sich mit anderen nnscinandcrsetzcn zi, müssen, unsterblich ist. Ich glaube nie und ninnncr daran. In den Karpfenteich gehört der Hecht. Das Gestörtwcrden ist kein Gebrechen, sondern der Widerstand, an den, man reist." Ein anderes Wort ist gleichfalls ans die deutschen Inden anwendbar, die durch die moderne Nnfsenlehre so oft in Bausch nnd Vogen verdammt werden, wobei dann günstigstenfalls gntgeineinic Versuche nnterlanse», jüdische Einzclleistnngcn durch Loslösnng ans der Gemeinschaft von der Verdammnis ansznnehmen: 2.62. „Es ist einfach »»»»»löglich, das Einzclindividttnm von der Verunglimpf,mg auöz,»nehmen, lvenn man eine Raste zur inferioren erklärt. Mar» ka«„r Einzcl- ) individuell ans Konsestionc», Parteien, Bölkcr», hcransl nehmen, ste loben, m,d die Ganzheit kritisiere», denn l Konsestioncii und Parteien sind abstrcisbar, nie aber abstrcisbar ist der Urteig, ans dem der Mensch geformt ist." Bei dieser Stellungnahme zu den Grundlagen! des Giiutherschen Gcsamtwcrkes ist cs nicht zu verwundern, daß Mcrkenschlager gelcgenklich Worte ehrlichen Abscheus und tiefster Verachtung findet: „Wen,, ich an die Tote», meiner Kompagnie denke nnd an ihr geweihtes Antlitz im Tode, und wenn ich dabei dieses Werk von Nastcnknndc in Hände» halte» dann »iiüchtc i», mir ei», Zorn erwachen, wie ich ihr, nie ansstcigc», fühlte. Zeh» Jahre „ach dem Hcldciikampf, in den» ganze Regimenter von Rnndköpfcn versanken, in dem Franke» wie Pommern ans taufend Wnndcn blutete», geht so etwas durchs deutsche Volk." (S. 02.) „Herr Giinthcr hat Deutschland tödlich beleidigt . . . lind dennoch! Sei» Buch ist nicht umsonst geschrieben. Es erfüllt die physiologische Funklion des Ekels, dem allerdings, biologisch

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