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Central-Verein-Zeitung · 1927-05-01 · Heft 5 (Mai 1927) · page 3

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1927
Issue
Heft 5 (Mai 1927)
Date
1927-05-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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35 manche andere Züge, die selbst Lewis, der senie Vergötterung Goethes in jeder Zeile, die er schreibt, zu erkennen gibt, nicht verschweigen kann, reden eine zu deutliche Sprache, als das; ein Mensch von nnbesangencni Urteil sich der Ueberzeuguug verschließen lvnnte, daß Goethe weit mehr Semit als Dentseljer war, ja, von der germanischen Eigenart, die uns bei Schiller sofort in die Augen springt, ein deutsches Gemüt erwärmt und hinreißt, mir sehr wenig besaß. Goethes dichterische Erzeugnisse sind zum größten Teil dnrchträult vv» Sinnlichkeit, orientalischer Lüsternheit: im zweiten Teil des „Faust" paaren sich tnlmudische Spitzfindigkeit mit phantastischer Verschwommenheit, während selbst seine bei den Deutschen beliebtesten Lieder» wie das „Heideröslein" und der „Ungetreue Knabe", nicht aus seinem Innern geschöpft wurden, sondern nur Nachbildungen bereits vorhandener deutscher Lieder sind, und sich auch nur darum die Aolkstümlichkcit erworben haben. Das deutsche Volk hat stets mit scharfem Instinkt heransgesühlt, daß Goethe nicht zu ihm gehörte, für deutsche Art und deutsche Gesinnung nicht das rechte Verständnis besaß, und ihn Freitag abend - Gin „Erfolg" von Frau Sr. Mendorff? Frau Mathilde v. Kemilitz-Ludcndorff, die vor kurzem in Berlin ihre erstaunlichen kabbalistischen Entdeckungen zum besten gab, wollte auch den Münchenern nicht vvrenthalten, waS sie über „das unzerstörbare Rassenerbgut" zu sagen weiß. Im Tannenbergbnnd hielt sie ihren Vortrag; dabei meinte sic, bas Wahrzeichen der Inden sei der Kubus, Die Inden strebten danach, die Menschen zmn Kubus zn Hanen, d. h. sich dienstbar zn machen. Es sei ein merkwürdiger Zufall, das; vor der Feldherrenhalle in München, wo am 9. November 1923 das Blut der dentschc» Freiheitshelden geflossen sei und wo die Völkischen stets im Geist das Hakenkreuz sähen, ein Denkmal stehe, das ans einem Kubus nuten und einen, Knbns oben bestehe. darum abgclehnt. Seine Belvunderer, obwohl sie nicht anders können, als an seiner stark ausgeprägten undeutschen Sinnlichkeit einigen Anstoß zu nehmen, bedecken diese stets mit dem Mantel der Liebe, indem sie ihir in dieser Hinsicht als „griechisch" bezeichnen. Sie vergessen jedoch, daß die Griechen gerade i» ihrer Sinnlichkeit den Beweis liefern, daß sie bereits völlig scmitisicrt waren und ihr Untergang demzufolge auch schon besiegelt ivar. Nichtsdestoweniger kann es mir gar nicht in den Siiui kvmmcu, lwstreitcn zu wolle», daß Goethe trotz seines Seiuiteutums nicht nur ein Genie war — denn das Genie an sich ist keineswegs nur an eine einzige Rasse gebunden —, sondern überhaupt auch vom menschlichcu Standpimkl ei» Manu, dem mau große und schone Chnraktcrzüge nicht absprechen kan», Ist es doch auch ganz unverkennbar, daß er sich bemühte, seine orientalischen Triebe mit dem sittlichen Leben der Deiitschcn und ihren Anschauungen in Einklang z» bringen. Das germanische Element seines Geistes lag beständig im Kampf mit dem semitischen, das seinem Bliite iiuiewohnte," Gamsiag nacht! Zum bessere,; Verständnis für Nicht- Münchener limfj hier »„gefügt werden, daß damit der — aus ästhetischen Gründen vielfach angeseindete — Pfalzgedenkstein gemeint ist, der zwischen ztvei Grcrnitwürfeln vier Stahlhelme zeigt. Obige Worte fielen am Freitag abend. Und am Samstag nachts folgte die Tat, Nämlich einige Bnbcn schmierten mit Teersarbe auf den Denkstein die Worte: ,,Der Judenkubus zergnetscht den ganzen Stahlhelm." Da die hierin nusgedrückte tiefgründige Weisheit in München vor der Verkündung durch Frau Lndendvrff noch niemandem bekannt war. ist der Schluß wohl nicht voreilig, daß dieTäter unter den völkischen Hörern der T a n n e n b c r g v e r - s a m m l u n g z u suchen s i n d. Solche Verheerungen richten die kabbalistischen Forschungen in den Köpfen an. W. L. „völlig unbegründete Angriffe." Der preußische Justizminister gegen die Ablehnung jüdischer Richter. Im „Hammer", der Zeitschrift, von der ans manche Verlemndnng schon ihren Ausgang gesunden hat, vcrösfcntlicht ein gewisser Herr A. Zimmer mann in Nr, 584 einen Aufsatz „Jüdische Richter". In diesem war im Anschluß an einen Artikel der „C. B.-Zeitung", tu dem gegen die Ablehnung jüdischer Richter durch völkische Angeklagte protestiert wurde, in schärfster Weise die Objektivität der jüdischen Richter in Zweifel gezogen worden. So heißt es », a,: „Ich habe viele Richter kcnncngclcrnt. Nicht alle waren nngcnehin. Manche waren einseitig, andere »mvc» — und das ist greulich — übermäßig nervös. Aber ich entsinne mich keine?. dentsckM Richters, bei dem ich das Gefühl der bewußte» Nechtsbeugiing hatte, — Bei jüdischen Richtern und bei jüdischen Staatsanwälten habe ich dieses Gefühl des öfteren gehabt." Der Aufsatz hatte durch eine Reihe völkischer Zeitungen die Runde gemacht und war im „Deutsche» Tageblatt", der „Mecklcilbnrger Warte", der „RcichSsturmsahue" und in der „Schlesischen Volksstimme" erschienen. Der Breslauer Jnristenbnnd hatte öffentlich gegen diesen Angriff protestiert und versucht, seine strafrechtliche Ahndung herbei.',,,führen. Auch wir sind in einer Eingabe bei der zuständigen Stelle deshalb vorstellig geworden. Anläßlich der Etntsdcbntte im Preußischen Landtag, die am 6. und 7. Mai d, I, stattsnnd, hatte der Abgeordnete Knttncr die Angelegenheit zur Sprache gebracht. Der preußische Justiz,„iuister Dr, Schmidt gab daraus im Landtag folgende Erklärung ab: „Herr Kollege Kuttner hat gestern die Angriffe völkischer Blätter gegen die Eignung jüdischer Bolksge „o ssen z u m R i ch t e r a m t e x w ii h n t. Zu diesem Punkte möchte ich folgendes erklären: Ich halte es nicht nur für bedauerlich, sondern im Interesse der ganzen Justiz für höchst gefährlich, wenn derartige Anschauungen, wie fic in den völkischen Blättern vertrete» sind, etwa weitere Verbreitung fänden. (Bravo! links.) Bekanntlich bestimmt die Neichsvcrsassnng ausdrücklich an zwei Stellen, daß die Zulassung der Volksgenossen zu vsfcntlichen Aemtcrn unterschiedslos und unabhängig vom r c l i g i ö s c u Bekenntnis erfolgen muß. An diese Bestimmungen werde ich mich selbstverständlich bei meiner Pcrsvnnlpolitik jederzeit ehrlich halten, (Bravo! links.) Ich möchte die völlig ««begründeten Angriffe allgemeiner Art gegen die jüdischen Richter meines Reports hier ««bedingt znrückwciscn. Ich würde »»eine Pflicht vernachlässigen, Wenn ich das nicht täte. Ich glaube aber auch, ich würde die ganze Situation sehr kvinplizicrcn und gefährden: denn mit demselben Recht, mit dem die Ablehnung jüdischer Richter von bölktscheu Angeklagten zu begründen versucht wird, meine Damen und Herren, mit demselben Recht könnten auch gegenüber den evangelischen oder katholischen oder freidenkerischen Richtern Angeklagte, die anders denken, ebenso Vorgehen, und würde die ungeheuerlichsten Kvuscgueuzeu haben. Ich habe mich darüber gefreut, daß der Breslauer Juristcnbmid. der meines Wissens ganz neutral ist, gleich sein ttcseS Bedauern über den von, Kollegen Kuttner erwähnten Artikel ausgesprochen hat," Die würdige und entschiedene Art, mit der der preußische Justiznünister die jüdischen Beamten seines Ressorts gegen niedrige und gehässige Angriffe in Schutz genommen hat, wird ihm in allen Parteikreise», die positive Stnntsgesimning pflegen, wärmsten Beifall einbringcn. Ob sie die außerhalb dieses Kreises stehenden völkischen Gruppen belehren wird, ist eine Frage, deren Beantwortung leider nicht zweifelhaft sein kann.

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