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Central-Verein-Zeitung · 1927-05-01 · Heft 5 (Mai 1927) · page 2

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1927
Issue
Heft 5 (Mai 1927)
Date
1927-05-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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34 brtfj eS jnici Fremde »tmicn, die vor dum vier Wochen auf dem Friedhof gesehen wurden. - - Mn» ivird diese Tat als eine Frucht der „Aufklärungsarbeit" bezeichne» müssen, die nntjvnalsozialistische Bersammlungeir in der Wormser Gegend Wie ans Regensbrng gemeldet wird, wurde»! dvrt in der stiacht vom 7. zum 8. Mai ans dem israelitischen Friedhof vier Grabsteine nmgelvvrfen. Der Friedhoss- »vartcr nahm die Beschädigungen lvahr rmd gab einige Schreckschüsse ab. Die Täler flüchteten über die Friedhvssinauer. Die Kriminalpolizei hat Fingerabdrücke genommen, und man hofft, die Täter, die, Ivie sicher anznnehmcn ist, ans gewissen politischen Kreisen stammen, bald seststcllen zu können. Eine weitere Friedhosssehnndmig ivird aus 'Aushauscu bei Bvpsingc» (Württemberg) berichtet. Tort haben Kinder beim Blumen suchen den israelitischen Friedhof verwüstet. Tic „Nordtinger Zeitung" berichtet: „In Tonristenkreisc» >vohlbeka»»t ist der israelitische Friedhof nm Fuß des SchenkenstcinS bei der Haltestelle A u s h a u s e n. Seine Lage in sonniger Wnldlnst inachlc ihn zu einem der stinnnungsvvllsteu Plätzchen Iveit und breit. Die Israeliten von Lauchhcim und Anfhausen bestatten noch hecäe ihre Toten daselbst. Zurzeit aber bietet dieser stille Ort ein trauriges Bild der Zerstörung? 10 Grabsteine sind u in g e st ü r z t ii ii o d n r ch den Fall t c i I w e i s e z e r s cy m e t t e r t iv v r d e u. lind die Täter sind nicht etiva rohe Bursche», sondern Ai ä d ch c » i in 9(1 t c r v v n zirka s e ch z c h n I a h r c n — die Erstkvnnnunikautinucn von Nushause». Sic »vare» nnsgezvgcn, mn im nahen Walde Ese» zu sammeln für Kränze und Girlanden zuin schonen Fest der Erstkvn»n»nion. Dabei kletterten sie in jugendlichem Uebermnt über die niedrige Friedhossmaner und verübte» mit vereinten Kräften die böse Tat. Sie bedachten ivohl nicht, welchen Kummer und Schmerz sie den Hinterbliebenen der Toten, dann ihren Lehrern und Geistlichen, am meisten aber ihren Eltern bereiten ivürden, welche auch den beträchtliche» materiellen Schaden z» tragen haben." Uns wird dazu noch des weiteren mitgcteilt, das; die Kinder v o m L e h r e r b e st r a s t und vom O r t 8 g e i st l i ch c n ei ndringlich vermahnt »v o r d c n feie n. Unseren Lesern dürste noch erinnerlich sein, daß sich eine ganz ähnliche Tat in der gleichen Gegend schon einmal zugetragen hat. Bor etiva einem Jahr haben in Ps kaum loch bei Bopsingcn, wie Rabbiner Dr. Krön er (Oberdorf-Bopsingen) i» der „C. V.-Ztg." Rr. 17 vom 23. April 1926 schrieb, ungefähr 11 Kinder der evangelischen Volksschule, Knaben und Mädchen im Nlter von 11 bis 14 Jahre», achtzehn Grabsteine nmgeworsen, darunter mehrere mehrfach gebrochen, also ei» Viertel des Friedhofs demoliert. Der vergiftete Erzbischof unö öer semitische Goethe. firmes öeutsches Volk! i. Der gemeuchelte K i r ch e n f ü r st. Das Organ der Nürnberger Nationalsozialisten, Julius SIrcichcrs „S t ü r m e r", das Woche für Woche mit den zügellosesten Deschimpsungcn und nngehcnerlichsten Verleumdungen über Inden und Judentum seine Spalten süllt cmd das sich nicht anders darstellt als eine einzig dastehende An f r ei z » n g ,zn Gewalttätigkeiten gegen Inden, veröffentlicht in seiner lehlcn Nninmer (Nr, 19) nach einer übergroßen Titel,zcilc: „Prohaska, der gemeuchelte Kirchen stt rst" Vorlenmdnngen, die über den schon sonst lanm zu überbietcndcn Inhalt des Blattes noch hinausgche». Wir würden cs als unser nicht würdig erachten, ans derlei Dinge einzugehen, wüßte» wir nicht, daß dieses Blatt Tausende von Lesern hat und daß gerade *«» «,me»»eli> Strdunfurii Streicher, Nürnberger Stndtrnt, in Nürnberg selbst über eine sehr große Zahl von Anhängern versügt. Unsere Leser mögen ans dieser Verössenttichnng erkennen, Ions der Nationalsv.zinlismns seinen Getreuen bieten kann und was sie (welche crschreelende Feststellung!) auch - glauben. Wir geben ans dem Anssah ohne jede Erläuterung den Schluß ivicder: „Nun ist (der »NMische Erzbischof) Ottokar Prohaska begraben und Alkjnda kann seine hämische Freude über den Ted des Gehaßten nicht verbergen. Aber noch etwas anderes kann ans den Todesnachrichten hernnsgclcscn werden. Etwas, vor dem cs dem Erkennenden erschauern must, In den Artikeln der jüdischorthodoxen Zcitnuge» konnte man entdecken, ivie der Jude zu seinem Nasscgcnvsjcn sprach: „Wieder ist es uns gelungen, eine» der großen Warner der n i ch i j ü d i s ch c n M e » f dj f) e i t z n beseitige n." (Wo hat dies den Gedanken oder dem Wortlaut nach gestanden? ^christl. der „E. V.-Ztg.".) Jawohl, der Indo kennt die Ursache des schnellen Todes Ottoknr Prohaskas besser als jeder andere. Der große Antisemit ist vergiftet morden. Vergiftet von seinen Todfeinden, den Juden, Das ist der geheime, mühsam verhaltene Triumph, der ans den Jndeublättcrn spricht und der nur von Eingeweihten verstanden ivird. Doch möge Alkjnda heute triumphieren. Tie Weltgeschichte ist noch nicht zu Ende. Ans den Gebeinen der Ermordeten, die dieses Volk ans dem Gewissen hat, wird die Rache noch cmporivachscn. Sie ivird »m so entsetzlicher sein, je länger sie ausbleibt. „Allj » d a wagte n n gc h e u r c s Verbrechen, es w i r d aus dem Wege zum W e l t h e r r sch a s t s t h r o n sterben müssen," Diese Weissagung ans dem Kloster Lehnin wird sich noch einmal schauerlich erfülle».". Mi Prohaska In der Nacht vom 24. zinn 25. lUni wurde der jüdische Friedhof in Rülzheiin (Rhcinpfalz) von bisher unbekannte» Tätern geschändet. Im neuen Teil des Friedhofes wurden drei Grabsteine, in dein älteren Teil zwei Grabsteine »mgestttrzt; einer ist durch das Hernnterwerfen in mehrere Teile nnseinandcrgebroche». An einem Grab wnrdeu die eisernen Kellen der llmfnssnng entfernt und auf andere Gedentsteinc gehängt. An einem »veitercn Grab wnrden zivei mit Manerwnrz bepflanzte eherne Basen abgerissen und ans andere Gräber verstreut. Ans die Nascnflächc eines anderen Grabes ist mit weißen Kieselsteinen in kunstgerechter Nusführung ein Kreuz (kein Hakenkreuz) von etiva 49 Zcnliincter Länge und 39 Zentimeter Breite gelegt worden. Es ist so sein und sorgsäliig ausgesührt, daß ivohl mir rin besonders geübter Handwerker oder Künstler die Herstellung in kurzer Zeit bciverkstetligen konnte. I» die Nasenslächc eines anderen Grabes sind mit Holzschnhcn fünf tiefe Spuren eiirgetreten. Bon der Staatsanwaltschaft Landau und der Gendarmerie in Rülzheiin wurden die erforderlichen Maßnnhnwn sofort eingeleiiet. Im Gegensatz z» der durch die Presse verbrritelcn Nachricht, daß die Fricdhossschäiidnng in Neviges ebenso ivie die in K r c s e l d aus einen G e i st e s g c st v r t c» zuriickznführcii sei, erhält unsere Geschäftsstelle in Esse» den Bescheid, daß diese Nachricht, soweit sie sich ans Neviges und Moers beziehe, ans einer Irreführung der Presse beruht. Ob die Tat aus poliiischcn oder . anderen Gründen erfolgt ist. liegt noch im Dunkeln. Im übvitjqtj,,. soll begründete Aussicht bestehen, die Tater z» fassen. Der semitische Goethe. In verschiedenen Anssätzen der letzten Jahre, die sich mit der sogenannten Nasse »frage und ihren Verstiegenheiten befaßten, spielte ein Zitat eines Judengegners Hans Hermann (wohl ein Psendonhin) eine gewisse Rolle, das Goethes — semitische Her kn »st naehznwciscn sich kühn unterfing. Wir sind seit langem dabei, das entlegene Buch, dem cs entstammt, nnssindig zn machen. Endlich ist es in unsere Hände gelangt. Im „Sa na to r i ii t» der freien Lieb e" von H ans H e r,» n » n (Berlin-Steglitz 1994. Verlag Hans Pricbe u. Co., 2. Auslage), das vo» Augrissen ans das Indent»»! nur so wimmelt, liest man — zur Erheiterung in unserer Arbeit und ohne jede Erlünternug verständlich — wörtlich ans den Seiten 139/41 folaende völkische Würdigung unseres großen deutschen Wolsgang Goethe: „Sieht man »n» Goethe an: diese oorgncllenden, dnnlelbranncn Augen, diese nn der Spitze gekrümmte Nase, diesen langen Oberleib mit de» kurze» Beinen, welchen selbst ein leicht „wehinütiger" Zug nicht fehlt, dann haben wir ganz das Urbild eines Nachkommen Abrahams vor uns. Goethe ivar Mischling durch das Blut seiner Mutter, und nicht nur i» feinem Aenßcrc» prägt sich seine Nbstaniuuiug von den alttestamentnrischen Helden ab, sondern auch in seinem gesamte» Wesen. Seine glühende Sinnlichleit und ewige Verliebtheit, seine nnsittlichc Lebensweise und fragwürdige Ehe, der er erst ganz heimlich die Weihe geben ließ, als Napoleon, der geiviß kein Abstinenzler und Tugendbold war, sich eine etwas ironische, bezügliche Frage gestattet hatte; sein Servilisinns gegen Fürsten, der seinem steifnnckigen, deutsch gesinnten Vater so zu-! ^»Msder 'ÜIU” Fin völliger Mangel an Vaterlandsliebe, seine Fcigynt den kriegerische» Ereignissen seiiier Heit gegenüber und noch

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