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Central-Verein-Zeitung · 1927-02-01 · Heft 2 (Februar 1927) · page 3

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1927
Issue
Heft 2 (Februar 1927)
Date
1927-02-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Die völkische Bewegung in der Pfalz Wie der Eisenhammer „aufflärf" ... — Aussprache des Eeniralverems in Saarbrücken - Viele nichijüdische Wirtschaftsführetnehmen teil Seit der Lockerung der Besatzung »nicht sich in der Pfalz eine starke völkische Beivegnng bemerlbnr. C?inc ähnliche Bewegung sehen wir nnch in, Rhei„lande, wo - - besonders von Köln ausgehend - eine he slig e n a l i v » a ls vz i n li ft i s eh c A g i l n t i oi, en!- Riecht ohne ernste Gründe Ijnt der ts r n l r a I v e r e i » vor lnrzei» überall im Rheinland,.' in ftavt besuchten Bersammlinige» seine Mitglieder über die Lage »nterriechtek und z»>» Kamps misgebvten. Dr. Ludivig Holländer, der Direktor des Eentralvereins, ist soeben von der Psalz ziirückgelehrl, >vv er in Besprechungen und nnch in Versammlungen unsere Jrmiide beraten und nnsgernse» hat, 8s ist bezeichnend, das, die vollistche Wvchenschrist „Eisenhammer", die in PirninsenS crfdn'iiit, jede ÜI>ihI}c in ‘2 0 0 0 0 8 r e in - e Anslagenhvhe von Provinzzeitnngcn Obwohl inan hannncr" da-: „Stürnier" >> ist, so dürfen nntcrschnhen. leben, dost die Auslage dieses völkischen Organs groß ist, ich darüber Nur sein ninst, das, viele Leser deS „Eisen- Organ nur deshalb beziehe», weil es - ähnlich dein Nürnberg ei» „EnthnltnngSblatt" bedenklichster Art ur leiness,Nls die Gesalneii dieser neuen völkischen Welle d c 8 v c r b a » d P s a l z und nnch unser linksrheinischer -band sind mit allen geeigneten Mitteln ans -der Wacht, dieser völkischen Bclvegung enigogenzntrekeu. Die Monat 8 an 8gabc der „E. B.-Zeitmig" ivird in besonders stattlicher Zahl in de» gcsahrdotcn Gebieten verbreitet, zahlreiche Broschüren werden an alle Bernssstände versandt, A „ s l l ä r » n g 8 v e r s n in in l » » g e » für Nicht jaden finde» statt! neue sind geplant, und aiich sonst geschieht, Um8 erforderlich ist, soweit die Mittel dafür nnsreichen, halteii es aber für unsere Pfli eh t. unsere Jrcnndc in der Rhcinlniid wie auch in alle» aiidere» Gebiete» des Reiches Psnlz n ans die Eiitivickliing hiiizuweiseii/damit auch sie zu chreni Teil in jeder geeigneten Weise an dieseii, Kumpf teilnehnien. Wir geben hier eine Probe Vvi, der Arbeitsweise dieses Blattes. Tie Beilage des „Eisenhammer", die „Fcncrschniiedc", bringt in großer Ansinnchnng in einem Aufsatz: „Die Einheitsfront" die schwersten Verdächtigungen gegen einen jüdischen Richter. Wir sind der Notwendigkeit eiilhobcii, im einzelnen die Verdrehungen zu widerlegen, die dieser Artikel enthält. Die -Vorgesetzte Behörde'des Richters hat gegen den Herausgeber des „Eisenhammer" Strafantrag gestellt, und der „Landauer Anzeiger" soivie eine Reihe niidcrcr pfälzischer Blätter vcrösfentlichen eine Znschrist ans Richierlreisen, die wir hier »eben de» Artikel des Eisciihainmer" sehe», damit jeder Leser selbst erkennen möge, mit ivelchen Mitteln hier gearbeitet ivird. Ter „Eisenhammer" schreibt: Alle Anden sind Zcuncn! 'Alle Chrtsic» sind Anncllngic und der Richter heißt Nah». In Lai,da» (Psalz, iviclle sich dieser Tage ein nrvßer Ei'rilschieberprozeß ab. Tic handelnden Personen ivurden dabei in zwei äußerlich erlenubare Gruppeu gcschiedcu! ^lns der einen Seile ftcmbcu die Inden, die iKSreser und iAcschästeniachcr, die Jnngerer. TaS waren die Zeugen! Vl»f der anderen standen die Diinnncii. die Geprellten. Tas ivarcn die Angrliagtcn! RUc Juden tvnrdcn freigesprochen. ANc Christen (die Tuninien) wurden verurteilt. Ter Richter hcikii Kahn . . . er soll sogar vereidint nunben sein . . . und im Talmud, linba kanrma 113 b, heißt es: „Wenn ein Jode mit einem Nichijuden einen Prozeß Hai, so mache er eS so: Wenn du deinen Bruder (Stamincsnenvlscn) nach jndischcm Recht gewinnen lassen kannst, so laß ihn danach Mivinnen, . . . Wenn aber nicht, so komme mit Rechlskinffc» über ihn," ,„Ans Nichtcrkrciscn wird bc- 1. Landncrichtsrat Kahn ivar in diesen, Strasversahrcn N » - t c r s » ch n nasrichIe r. Er halte also nicht darüber z>, entschciden, gegen ivcn die 'Anklage z,i erheben ivar, Ivcil dies »ach der Prozeßordnung ausschließlich Sache des Slaalsanwalls ist. L. Als flnlersiichnngsrichler konnte er bei der Onni'lmul,and- Tniin und bei der Enischcidnng Richter Mitwirkens also auch leinen Einfluß ans Pcrnrlcilniig oder Freisprechung nns- ». Vlnch stand ihm nicht die Entscheidung darüber zu, wer als Zeuge znr Haiiptverhandlimg zu 4. Von den etiva 50 geladencii Zeugen mögen etiva süns oder sechs jüdischen Elanbens gcivesen 5. Von den zehn Angellaglcn, darnnlcr r!» Jude, ivnrdeii süns »cvmlciU; gegen einen ivnrdc das Acrsahrc» ans prozessnnlcn Gründen ansgesetzl: vier wiirdrn srcigrsproche», unter diesen der jüdische Angeklagte. 0. Landgcrichisrnt Kahn ist in der Hanptverhandlnng nur kurz als Zeuge vernoinincir ivorden über eine Frage, die mit der Person des jüdischen Angeklagten gar nichts zu tim Halle. . . , Um bei, Schäden, die unserem Balerlande nns derartiger Wühlarbeit cnftehc» müssen, r»tgegenznarl>eitcn, versucht der Centralverein Wissen »nd Wahrheit in nichijüdische» »nd jüdischen Kreisen zu verbreite». So hielt ans Veranlass,nig unserer Ortsgruppe Saarbrücken Dr. 'Jlmln-vt E i » st e, » iBerlin, einen vertraulichen Ausspracheabend über das Thema: „Die Struktur d e v b c u I f cl) c n B olkd n> irts cf) n ft n n d die B e d e » I » » g der deutschen Inden" ab. Zn der vertrauliche» Aussprache, die unter dem Born!: unseres Ortsgriippenborsthenden Herrn Rechtsanwalt Wer th ei in er vor sich ging, ivaren die in n ß g e b e n d c >, >> i ch t j ü d i s ch e n W i r t - s ch a f t's f ü h r e r des San r g e b! r t 8 eingeladcii. Ein großer Teil ivar dcr Einladung gefolgt, Bon den nicht Erschienenen hatten sich die meisten i» sehr warm gehaltenen Schreibe» entschuldigt. Die Erschienenen folgten den iiilrressaiite» und sessetnden AnSsühriingen des Redners mit großer Anfmerksainlcit. Im Anschluß an den Vortrag fand eine verlrauliche Aussprache über den Antisemitismus i nt S n nrgcbi e i statt. Ans der Milte der Bersmninlnng winde der Wunsch nnsgesprrchen, nnch Über den Knltnr- und Rassenantisemitisinns in gleicher ruhiger und sachlicher Weise alsbald niitcrrichtet zu iverden. lieber den Inhalt deS Bor! rag es ivird imS berichtet: Der Redner nialtc in großen Zügen die g c g e n >v artige Lag e dcr deutsche» Wirt sehn st, nachdem er scharf Präzisiert den Ehnrnkter der hinter nns liegende» schwere» Wirtschaftsjahre: Krieg, Ilnistcllnng von dcr Krieg?- znr Jriedeuswirtschast, Jnslntion, Deflation lind Kreditnot gezeigt halte. Er bewies, daß die Entscheidung der Inden an den verschiedenen Entivictlnngen gering ivar, und daß sic immer nur die Objekte dcr verschiedenen Metamorphose»' ivarcn. llebergchend ans die hauptsächlichen Anschuldignngeu gegen die Juden als Wirtschafisiräger, bewies der Redner, daß die Bvrst e l l u n g c n v v u> jüdi sch cu Rei d) t u m nnsining sind. Ter Redner konnte durch statistisches Material den Nachweis führe», daß dieser Reichtum überall z n r ü ck g e g a n g e» ist. Insbesondere zeigte er, daß der Einslnß der Jude» in Amerika weit geringer sei, als die Judengegner behaupte», die beispielsweise auch — - um deil Beweis zu liefern, daß Deutschland „zu einer Kolonie des intcrualionale» Jndentums gcivorden" sei den Reiv chvrker Bankier I. P. M v r g n „ zn>» Inden stempeln. Ter Redner schilderte die schweren wirtschaftlichen Opfer, die die Inden in Tenischlniid brachte», indem die wirtschaftliche .Krise der letzten Jahre durchaus nicht die Berufe verschont habe, in denen die Inden einen großen Anteil haben (Getreide-, Metall-und Baiimwollhandcl, Tertillmtrrnehmnngeu nsw.l. Er widerlegte ancl, aus Grund vieler internationaler Znsainnienschlnsse der lebten Zeit die Btnr von dem jüdischen Hang z n in I »! e r n a t i v » a l i S m » S nud beivicS, daß die große» Trust- und Kviizeriibildmigen dcr lebten Jahre den jüdischen Einfluß eher verringert als vermehrt l>nben. Sehr scharf rechnete der Redner mit denjenigen Kreisen ab, die den jüdischen Einzels all als symptomatisch aiisbnnscheii, und gab sehr eingehende nnt1 nianchnial selir I>miwrvol!e Analogien zivische» den, Fall B a r m a i und bei» Fall S t i n n c s. Er ivieS auch die posilibe» Leistungen der Jude» fiiv de» wirtfchnftlichen Wiedcransban nach: beispielsweise in der Kreditgewährung der amerikanischen Banke», deren Inhaber teilivcise Inden sind, an die deutsche» Staaten, Städte nnd J»dnstrien»tcrnehi»n»gen und die dadurch ermöglichte „Ankurbelung" wichiiger deutscher Industrien. Die schlechte» Kenntnisse der Judengegner von der „jüdischen Bcherrschiliig der dentschcn Bankivelt" ersetzte der Redner durch einenns viel Einzelmatcrial gegründete Schilderung der beherrschenden Kräfte des deutschen Geld- und Kapitalmarktes, indem er vor allem die gegenwärtige Bedeutung der „ö f f e n t l i d) c n H n n d" klärte. Er zeigte in einem großzügige» Bild, daß die beiden beherrschenden ivirtschnstlichen Erscheiiiimgen: „T r n st k n p i t a l i S m n § n n d O r g n n i s n t i v n dcr k l c i n e n B r r b r a » ch e r" die Einfliißinvglichkcit dcr deutschen Inden, die in ihrer grosren Majorität gewerblich irud gescllschnstlirh dein Biiitelstand angehörcn, vermindert habe. Er lvies auch mit vollem Nachdruck daraus hin, das; die Inden als Wirtschnftspersönlichkeiten keinerlei Sonderstcllnng einnchmcn wollen, sondern nur mit allen ihren Atiiteln dem Wiederaufbau dcr deutschen Wirtschaft diene» wollen, daß sie aber im Bewußtsein ihres Rechtes gegen die beschimpfenden Bchanptnngen der Völkischen nnkämpfcn nnd ankämpfen werden.

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