Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1926
- Issue
- Heft 8 (August 1926)
- Date
- 1926-08-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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den Unfrieden hauptsächlich verursache». Man wird da zunächst mit der Klarstellung der Begriffe, besonders über die Grundfragen unserer politischen Vorstellungen, beginnen müssen. Einer der Mitarbeiter hat bereits in dem letzten Heft des „Zusammenschlusses" daraus hingewiesen, wie nvtwcndig eine Klärung des deutschen Vaterlandsged a n k e n s ist. Man wird nicht verfehlen dürfen, auf die Begriffe „national" und „sozial" in« aller Gründlichkeit eiuzngehen, und wird es auch bei den bisherigen sehr zutressenden Bemerkungen über den Inhalt und die Beurteilung des Begriffes „international" nicht bewenden lassen dürfen. Unsere Ersahrungen haben uns bewiesen, welch ein Unfug mit den Worten „Rasse", „raffendes und schassendes Kapital" und vielen anderen getrieben wird. Man denke nur, welche Zulle von politischer Leidenschaft schon in dem Wort „Arier" liegt, einem Begriff, der nach der Auffassung nainhaster Gelehrter überhaupt nicht 31t Recht besteht. Gerade diese Grundfragen, „was hat man sich unter diesem oder jenem Begriff zu denken, welche Erscheinungen des täglichen Lebens fallen unter ihn?", werden immer und immer wieder verwirrt und mit Affekten beladen; dadurch entsteht daun die Stimmung, die den Hast erzeugt und in der der Hast gedeiht. Nach d e r K l ä r u n g der Begriffe wird die Ermittlung der Wahrheit die nächste überaus wichtige Aufgabe bilden. Tenn der Hast in Deutschland wird zum Teil, und zwar 31t einem nicht geringen, durch die Lüge n getragen, die nubewnstt — als vermeintliche Wahrheit — geistiger Besitz ungeheurer Menschenmassen sind. Mit Hunderten von Beispielen können wir aufwarten. Sind die „Weisen von Zion" eine Wahrheit oder entspringen sie der Phantasie? Erlaubt das Kvl-Nidre-Gebet den Meineid? Ist der Nitualmord bei den Inden möglich? Das sind Fragen, die das Jud en t um berühren. Ist cs wahr, das; der Satz „Der Zweck heiligt die Mittel" eine Grundlohre des Jesuitenordens ist? Ist es richtig, dast die katholische Kirche unter gewissen! Umständen die Lüge als sittlich zulässig erklärt? Ferner alle die hier nicht erwähnten Probleme, die Duhr in seinen Jesuitenfabeln behandelt — sie gehen die Katholiken an. Stadt und Land, Mieter und Vermieter, Kapital und Arbeit und Hunderte von ähnlichen Begrisseu, die die Grundlagen unseres ganzen politischen und wirtschaftlichen Denkens bilden, sind in der Vorstellung der Masse mit einer solchenFülle von falschen Tatsachen, die von keiner unterrichteten Seite irgendwie bestritten werden können und wohl auch im Ernst nicht bestritten werden, vermengt, das; zunächst einrnal die Aufdeckung aller dieser Unwahrheiten wichtig wäre. Seinerzeit wurde Hitler von uns öffentlich zu einer Erörterung vor einem unparteiischen Schiedsgericht anfgcfvrdert, das über die Behauptung entscheide;; sollte, er werfe in seinen schriftlich nicdergelegten Vorträgen mit Begriffen und Tatsachen herum, die er' nicht verstanden habe und die er infolgedessen dem Publikum in völlig unwahrer Weise darstelle. Hitler hat dieser Ausforderung nicht Folge geleistet, jedenfalls wohl, weil er sich klar darüber war, das; eine derartige ' Darlegung seiner volkswirtschaftlichen Theorie seine völlige Unbildung, seine geradezu staunenswerte Unwissenheit in diesen Dingen beweisen und somit bei allen Einsichtigen den Glauben an seine politische Vernunft rauben müßte. Sind dann die Grundlagen in bezug auf Klarheit und Wahrheit der Dinge geprüft, so wird die Frage zu bespreche;; sein, wie die Menschen m;t dem Mittel der falschen Beweisführung gegeneinander verhetzt werden. Dabei ist besonders die psychologische und soziologische Bedeutung der sogenannten falschen Verallgemeinerung zu untersuchen. Wir glauben, dast man ohne eine Psychologie unseres heutigen öffentlichen Lebens, die tiefgründig die Mittel und Wege der Schürung psychischer Affekte untersucht, nicht wird anskommen können, um die Grundlagen aufzuzeigen, deren Folgen den Ziisamincnschlnst in Deutschland verhindern und die Volksmassen in so furchtbarer Weise gegeneinander aushetze;;. Bei einer Tagung -deutscher UniversitätSprofessorci; in Weimar im April 1926 über „die deutschen Universitäten und den deutschen Staat" wies Friedrich M e i n e ck e auf die ungeheure Gefahr des sogenannten „emotionalen Denke n s" hin. Auch eine hochentwickelte Kultur und Geistesdressur vermag nach seiner Auffassung vor einer Plötzlichen Ueberslutung durch eleinentare, ungeregelte Denkmotive, nicht zu schützen. 'Diese „emotionale Denkuugsweise", d. h. der Durch--. bruch von unklaren Wünschen, Urteilen, von unklarem Denken, Fühlen undHandeln, getragen lediglich von Gesichtspunkten bloßer E m p f i;; d 11 n g c n , ohne Nachprüfung der U r s n ch e n , ist der Schlüssel zu allem, was den Zusammenschluß verhindert. IV. Wollen aber die Herausgeber des „Zusammenschlusses" ganze Arbeit tun, so dürfen sie es, wie es in einem im „Zusammenschluß" veröffentlichten Briefe bereits angeregt wurde, nicht bei der Herausgabe einer Zeitschrift bewenden lassen. Hinter ihr muß eine Vereinigung von Mä;;ntn; unb Frauen stehen, dieeiiieLigazurFöc-derungdesinnerenFried e 1; s z u b i l d e n g e w i l l t s i n d. Es muß der Versuch gemacht werden — und er wird gelingen — aus allen Parteien diejenigen Elemente zusammcnznbringen, denen die Schaffung inneren Friedens durch gemeinsame Arbeit — ohne Aufgabe irgendeiner Weltanschauung — unbedingt notwendig erscheint. Diese Liga muß vollkommen unparteilich zusammengesetzte Ausschüsse zur Erforschung der Wahrheit eiiisetzen. Diese hätten in; großen und ganzen die Aufgabe, erregende Zeitproblcme durch Nachprüfung der den verschiedeuci; Anschauungen zugrunde liegenden Tatsachen zu einer leideiischastsloserei; Behandlung zu bringen. Sie hätten alles ans dem Wege zu räumen, was als N n Wahrheit erkannt wird. Wenn wir zum Beispiel an unsere eigenen Arbeitsgebiete denken, so würde die Prüfung des Tatsachenkomplexes, der mit dem Begriff „Weisen von Zion" zusammenfällt, durch eine ganz unparteiische Stelle einer großen Zahl gebildeter, einsichtiger Zweifler wieder den Weg zum richtigen Denken verschaffen. Die Monatsschrift „Ter Zusammenschluß" hätte die Er-, gebnisse der Untersuchungen der Liga zu veröffentlichen, Nicht nur das gedruckte, sondern auch das gesprochene Wort müßte in den Dienst der Sache gestellt werden. Auch hier müßte zü allen Bevölkerungskreisei; im Geiste der Versöhnung gesprochen werden, und zwar nicht mit Beteuerungen und Bitten, sondern mit der Macht der Tatsachen. Endlich wäre gegen die Lüge in der Presse Front zu machen. Wer zum Beispiel die Erörterungen der Gesamtpresse in der Justizangelegenheit Haas (Magdeburg) gelesen hat, sicht, daß die eine Hälfte des deutsche,; Volkes nicht weiß, was der anderen Hälfte in ihrer Presse gesagt wird. Es müssen Mittel und Wege gefunden werden, um Tatsacheiientstellungen und grobe Auslassungen in der Berichterstattung für ein anständiges Blalt grundsätzlich unmöglich zu machen. Hier kann mit dem Wort und kann mit der Schrift gewirkt werden. Der verdienstvolle Anfang ist mit Herausgabe des „Zusammenschluß" gegeben. Mögen die Herausgeber ihre Arbeit der Bedeutung des Gegenstandes entsprechend ausdehnen und innerlich erweitern. Alle Mittel der Technik, alle Einsichten der Psychologie und Logik müsien angewandt werden, um diesen so notwendigen und gar nicht genug zu unterstützenden „Zusammenschluß" zu einer elementaren B e w e g11 g i m deutschen Volke zu ge- „Jsraclit bevorzug«." Tie „Deutsche Zeitung" entnimmt in ihrer Nummer vom 20. Juli den, „Tcntschm Vorwärts" unter der Nebcrschrist „Israelit bevorzugt" folgende Notiz: „Jüngerer Studicurat (Neuphilologe, Be >v erb er israelitischer Religion bevorzugt) gesucht vom Rcformrcalghnasirnir i. E. nebst Lhzcuni und Fraucnschule des Philanthropie (Oe-sfentlichstist. höhere Lehranstalt) in Frankfurt a. M. »sw. Bctvcrbungen sind sofort zu richten an den Shndikus des Schulrats des Philanthropie, Tr. Ernst G v t d s ch m i d t, Frankfurt a. M., Gocthe- Sv lautet eine Nuzeige des „Deutschen Philologen - blattes" Nr. 27 vom 7. Juli 1920. Das Ganze ist eine Frechheit, die kenuzcichncnd ist für das, was man heute schon dem deutsche;; Volke zu bieten wagen darf. An einer deutschen öffentlichen Lehranstalt werden Juden bevorzugtl Und das „Deutsche Philolvgeublatt" nimmt eine solche Skandalanzeige aus! Jeder gebildete deutsche Leser Weib, das; das Philanthropin in Frankfurt a. M. eine konsestivuellc jüdische Schule ist, an der nur jüdische Schüler und Schülerinnen von jüdischen Lehrern (mit wenigen Ausnahmen) unterrichtet werden. Von sachverständiger Seite ist die „Deutsche Zeitung" aus den Irrtum, dein sie zum Opfer gefalle« ist, hingewiesen worden. Sie hat es bisher nicht für notwendig gehalten, eine Bcrichtigung zu bringen. Es geht nun weiter, ist; allen rechtsstehenden Blättern und von da aus in Parteiversammliingen die Mär um, daß an einer deutschen vssentlichen Lehranstalt jüdische Lehrer bevorzugt werden. 2) Der Gedanke des „busammenschluffcs" sitrdert auch die Beseitigung hitß» iidj|n Gezeters im innerjüdischen Lager. Darüber demnächst.