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Central-Verein-Zeitung · 1926-05-01 · Heft 5 (Mai 1926) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1926
Issue
Heft 5 (Mai 1926)
Date
1926-05-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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38 Dir Zahl der Neuaufuahmen betrug im Jahre 1923: 2134 Personen, im.Jahre im Jahre 1925 : 8375. Don diesen wurden ausgenommen: h) aus Rosten von Krankenkassen. b) „ „ des Stadt. Wvhlfahrtsmntes . e).Ji'd. ’d) „ „ der „ Gemeinde. . , . . v) „ „ von des. Stiftungen , . . , 1) „ eigene Kosten III. Klasse ..... g). H. » ,; . . . zusammen: 2134 1921: 2978 und 1924 1925 898 960 / Es betrug somit die Zahl der Selvstzahlcr aller Klassen im Jahre 1923: 47,4 Prozent, INI Jahre 1924: 43,5 Prozent und im Jahre 1925: 38,4 Prozent, die prozentuale Abnahme ist deutlich! bedenkt man aber, das; zu gleicher Zeit in städtischen Krankenhäusern Berlins die Zahl dieser Selbstzahler nicht unerheblich unter 10 Prozent der Belegschaft bleibt, so ist auch die Ziffer des Jahres 1925 noch imnrer erstaunlich hoch. /'"-|i Die Zahl der Kassenpaticuten ist von 27,4 Prozent im Jahre 1923 ans 34,2 Prozent im Jahre 1925 angestiegeni die Zahl der ans WohlfnhrtSmittcln Unterstützten dagegen nur von 25,2 Prozent ans 27,4 Prozent. Es scheint also, als ob der Haupttcil der ausgefallenen Selbstzahler durch Eintreten in Krankenkassen sich selbst vor den wirtschaftlichen Gefahren dcS Krankwerdens geschützt hat. i Die folgende Tabelle gliedert die Kranke« nach Jude» Md Nichtjndcn. ,, 1923 1924 1925 Aus Kosten von Krankenkassen . . » Statt. Wohls.-Amt . Jüd. Jüd. Gemeinde. , , Stiftungen .... Selbstzahler III. Kl. . ' zusnnimen: Inden Nichts. Inden Nichts. Inden Nichts 183 . 404 316 580 424 730 201 202 360 256 Oll 200 1328 800 583 315 075 285 242 49 232 40 103 4 57 7 1774 1204 2107 1268 Der Anteil der Nichtjuden an der Krankenhausbehand» l«ng betrug 1823: 37,8 Prozent, 1924: 40,4 Prozent nnd 1825: 37,9 Prozent; er belegt zal,len»»«s;ig die Bedeutung des jüdischen Krankcnhanfes auch für die nichtjttdifche Bevölkerung. Es wäre reizvoll, den Zahlen dieser Tabelle im etnzctncn nachzugehen; insbesondere den Anteil der verschiedenen Konscssivneii bei Mitgliedern der Krankenkasscw Ilnterstiltzniigsbediirsligen. nnd Selbstzahlern zu Vcrsvlgen. Eine solche Analyse, die volkswirtschaftlich und sozialhhgienisch von Interesse ist, würde jedoch über den Nahmen dieses Aufsatzes hiiiaiisgchen. Ich mochte mich deshalb jetzt kurz den Krankengattimgen selbst zuwenden und ihre Verteilung ans die ciiizclnen Stationen darstcllen. , Es kamen von Tuberkulosekranken znr Ausnahme: ' 1923 1924 1925 a) Inden 150 159 171 b) Nichtjndcn ,,,,,,,. 5 3 18 zusammen: 161 162 189 ■' Der relativ lange Ansenthalt, den Tuberkulöse in Kranlenhänsern nehmen müssen, erklärt wohl das starke Ueberwiegen der Juden. Mehr als andere Gruppen von Kranken drängen sie in unser jüdisches Haus. Im übrigen zeigen die einzelnen Stationen folgende Anfnahmeziff^rn: 1923 1924 1925 Innere Abteilung 852 1162 1276 Aeußere ,. .. 748 1030 1131 GyNäkol. 833 379 407 Entbindungs-Abteilung , .. 196 401 561 zusammen: ”2134 2978 3375 Schließen wir diesen Zahlen noch die Ziffern der Kranken an, die in Polikliniken des Krankenhauses Heilung suchten, so rundet sich das Bild offener und geschlossener Gesimdheitssürsvrge: 1923 1924 1925 Chirurg.-iirolva. Poliklinik . , , . 2570 Zugänge Innere Poliklinik. Geburtsh.-ghiiäkol. Poliklinik , . . Poliklinik für Angenkrankc . . . . Poliklinik für Hals-, Nasenu. Oh renk r. ”8804 Zugänge Der Boxsport und seine Erfolge. Von Kurt Landsberger, Vorsitzender des Jüdischen Boxklub „Maccabi" E.B. Der Boxsport ist aus den verborgenen (weil verboten gewesenen)' Anfüiigc» zum Massensport, zu in Volkssport geworden. Er ist in weiiestem Umfange ein Erziehungsfaktor, der dein werdenden Mann in freiwilliger Hingabe den Reifeabschlntz gibt, de» früher der Militarismus in sklavcnhaftem Zwang und Freiheit tötenden! Druck zu geben suchte. Dieser Sport der Republik, wie er scherzhaft genannt wird, bildet Körper und Geist »nd bürdet seinen Jüngern moralische Pslichien ans. ES ist für den imAlter der Geschlechtsreife stehenden Jüngling von höchstem Werte, seinen Ueberschnß an jugendlicher Kraft im Sport für den Ausbau und die Entwicklung seines Körpers zu verwerten und diesen nicht durch Abgabe von Kraft — durch Ausschweifung — zu gefährden. Befreundete Dermatviogcn haben mir bestätigt, daß durch die intensive sportlicl)« Betätigung der Prozeiiisatz böser Krankheiten, die geradezu eine Geißel der Jugend sind, bedeutend ziirnckgcgangen ist. Der Bvrjüngcr beobachtet schon in den Jugendklassen sein Gewicht und weiß sich daher von den Schaden des „Zuviel" und „Zuwenig" zu schützen. Zn seinen heiligsten Pflichten gehört e8, den Alkohol gänzlich zu meiden und dem Tabak möglichst aus dem Wege zu gehen. Schon in den Anfängen dieses Sportes in Deutschland Überragten einige Inden die große Masse. In seiner Geschichte werden die Namen Stein und Friede mann als Meister der edlen Kunst der Selbstverteidigung immer wieder genannt werden müssen. Der jüdischen Bvxsportbewegimg erwuchs in Bruno G oldst e i ii der Meisterführer und Trainer, der die Jugend durch seine Begeisterung nnd Fähigkeiten zur ernsthasteii sportlichen Arbeit erzog. Tenn Sport ist im Gegensatz zum Militarismus das fre.ie Spiel der Körpert rüste unter sorgfältiger individueller Dosternng der gcsvrdcrleii körperlichen Arbeit Im Sport luie im Leben bildet sich das Talent mit sorgsanicm Fleiß nur in der Stille! Ende 1922 erstand der Jüdische Boxklub M a c c a b i. Nach fleißigem Training ging cs mit vor Erregung verhaltenem Atem in de» ersten Kampsabend. Er war für die Maccabäer ein Erfolg! Die jüdische Oefsciitlichkeit bcslaim-te das Boxen, teils anerkennend, teils lehnte sie mit Entsetzen das Boxen der Juden ab. Die sporttreibende Welt in Deutschland hatte die hohen Leistungen einzelner Inden (Stein, F r i c d e m a ii n, E h r e,i b e r g, Malz) bis z»m Auskommen des Maccabi für Einzelerscheinungen gehalten. Als jetzt eine Tnriiierinannschast in den verschiedensten Gewichtsftaffen von Erfolg zu Erfolg eilte, da ivirkte diese Propaganda der Tat in der vom E.B. geförderten Richtung! Die ersten Kritiken in völkischer Richtung sprachen, sich selbst verspottend, von „Massel und Brache im Ring". Man lese dagegen heute die sachlichen Kritiken politisch r e ch t s st e h e »- der Blatter. Neben den Vorteilen in körperlick)er und moralischer Beziehung bietet der Boxsport dem Judentum drei weitere, noch wenig erkannte Möglichkeiten: „Die Aufklärung, den A u s g l e i ch und die Abfuhr!" In Wort und Schrift bemühen sich täglich geistig hochstehende Mensche» um die A n f k l ä r n n g. Wenn der Erfolg nicht der Beuiühnilg entspricht, so mag cs daran liegen, daß sie das Ohr. das Auge nnd vor allen Dingen das Herz der haßverblendeten. Gegner nicht erreickpni. Dort versucht der einzelne aus die Massen uiimittelbar z» wirke», hier wirkt der jüdische Boxer, durch dier Seile von aller Welt abgeschlossen, gegen den einzelnen Gegner. Sein Beispiel, sei» Können nnd se i ne s P o r tl iche Fa i r - ncßwirken mittelbar u m so größer aus die Massen und besonders aus diejenigen, die sonst für die Aufklärung ii i ch t e r r e i ch bar wären. Hand in Hand mit dieser Ansklärmig geht der Ausgleich, nachdem im sportlichen Wettkampf die Gegensätze überbrückt nnd das Märchen von der körperlichen Minderwertigkeit der Juden restlos zerstört ist. In diesem Ausgleich finden sich die Menschen. Bei internationalen Kümpfen beweist der jüdische Boxer durch Hingabe seines ganzen Kömicns, daß er mit Treue am Vaterlande hängt und die La n d e s s a r l> e n mit Stolz verteidigt. Neidlos beugt sich der wahre Sportsmann dem Erfolge des Besseren. In jedem Boxkampf lautet die Devise: „Der bessere Mann soll Sieger sein!" Zn den Brnndenburgischeil Meisterschaften 1926 waren unser etwa 120 Meldungen acht Juden vorgemerkt (Malz und sieben Maccabacr). Am i. März traten die IG Besten 311111 Endkamps an. Es gab zwei jüdische Meister (Malz und Buckchaum, Maccabi) nnd zwei Inden belegten zweite Plätze (Friedländer II, Maccabi, und Prath, Maccabi). Ter kleine 18jührige Fuchs (Maccabi), der noch im Februar in der Vorrunde der Mcisterschasten ausschied, hat sich in. dieser kurzen Zeit bis zum Repräsentanten Brandenburgs im Bnniauigewicht emporgearbeitct. Am 26. April 1926 im gemeinsamen Kampf mit dem Erfolg gewohnten Polizeisportvercin errang der -jüdische Boxklub Maccabi in neuen Kämpfen vier .Siege, vier ,'Unentschieden" und verlor nur einen Kampf.

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