Mannheim
Compact Memory

Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1848-06-18 · Heft 25 (18.6.1848) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 25 (18.6.1848)
Date
1848-06-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2566751-2567071-2567096--3169-2571099
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

m ihr milbegründen , deren Segen Lbr fördern helft; eS kettet eucb an Gott, vor dem ihr Ln Treue einherwandelt, den ihr liebtet, dem ihr dientet und vor den ihr einst beim Abschied vom Leben, wie heute beim Abschied von den. Zähren eurer Kindheit, treten könnet mit dem seeligen Rufe: Du thatest mir kund den Pfad deS Lebens; vor deinem Antliz ist der Freuden Fülle, in deiner Rechten Seligkeit auf ewig Amen!. Aus der Schuleinführungsrede. „Eine ganz neue, vielbewegte und viclverheißcnde Zeit ist jetzt über Israel herangebrochen. Von außen her eine freiere und edlere Stellung, mit ihr aber auch die Forderung, das wir uns derselben würdig zeigen, daß wir als rechtschaffene Bürger, als ehrenhafte Glieder des Staates uns bewahren; und von innen ein gewaltiger Kampf, ein Verlangen nach einer würdigere» Gestaltung unserer Lehre, nach einer edleren Einrichtung unseres Gottesdienstes, wie es noch nie gewesen und wie es überall, auch in den kleinsten Gemeinden, ist erwacht. Da, m. w. Hr. Schullehrer! hat denn ganz besonders der Lehrer der Jugend ein großes Feld des Wirkens vor sich, da liegt es vorzüglich an diesem, die Saat zu solch' edler Frucht auszuüreucn und dafür zu sorgen, daß sie keime und blühe und erstarke zu einem Baume der Erkcnntniß sowohl, wie des Lebens. O seien auch Sie dieses Berufes eingedenk! Wirken Sie wie ein Vater unter Ihren Kindern. Bringen Sie ihnen bessere Begriffe bei von der Würde des Menschen, von dem Berufe des Israeliten; lehren Sie sie Gott fürchten, aber auch den Bruder lieben, dem Vaterlande anhängen, das Rechte achten, das Gute thun, das Edle üben. — Aber auch auf die Erwachsenen, auf die Vater und Erzieher dieser Kinder sei Ihr Augenmerk gerichtet. Es thut dieses besonders in israelitischen Gemeinden Roth, von denen nicht jede den geistlichen Führer in ihrer Mitte hat. Da soll denn der Jugendlehrer ihn zu ersetzen sich bemühen; da soll er jede Gelegenheit ergreifen, um feine Gemeinde in der Bildung des Geistes und des Herzens weiter zu bringen; da soll er suchen, auch ihr Lebrcr zu sein in Beispiel sowohl alS in Worten; da soll er mir Bescheidenheit und mit Klugheit, aber auch mit Eifer und mit Würde sie anzuregen suchen für daS Bessere, für daS, was den Menschen ehret und den Israeliten ziert." _ Geschichte des TageS. Kirche und Staat. Berlin, im Juni. — Wir finden es nur natürlich, daß Zhr Correspondent vom Main unserer Anficht über daS künftige Verhältnis» des JudenthumS zum Staate so entschieden entgegengetreten ist. Wir waren des Widerspruches gewärtig , und-offen sogar, daß Geiger selbst enicht sür überflüsfig.halten wird, die Richtigkeit seiner Ansicht in diesem Organ zu vertreten. Im Princip hat uns Ihr Correspondent eigentlich nicht widertegt, aber praktische Rücksichten und Bedenken unS entgegen gehalten, die wir als nächste Folge solcher ertremen Umgestaltung sogar zugestehen können, ohne unS aber dadurch i» unserer Ansicht erschüttert zu fühlen. Wir geben gerne zu — und können dies ourch Erfahrungen bewähren — daß der humane Einfluß der Regierungen auf die jüdische Gemeindeverhältniffe, wo er im Sinne des Fortschrittes sich geltend machte, in vielen Theilen Deutschlands ein entschieden wohlthätiger gewesen und für die spätere selbstständig reformatorische Bewegung der Gemeinden zuerst die Bahn gebrochen. Nichts dcstowemger haben wir einen so starken Glauben an das Princip deS Rechtes und der Wahrheit, daß selbst die entschiedene Vorliebe für die religiöse Reform des ZudenthumS uns nicht bewegea kann, diese letztere durch die Aufopferung jenes PrincipS zu erkaufen. Wir meinen, daß wir vor allem Andern diesem Princip — so lange es nicht widerlegt ist, Rechnung tragen und alles Uebrige der gesunden Kraft des Lebens und der freien Entwickelung überlassen müssen und im Vertrauen darauf, daß ein wahres Priacip nur wohlthätige Folgen über kurz oder lange erzeugen könne, überlassen dürfen. Wir behalten es unS vor, ein ander Mal, auf die faktischen Dedenkeu näher einzugehcn und möchten für heute nur noch einen kleinen Beitrag zur Begründung de» von uns vertheidigten PrincipS der Trennung der Kirche vom Staate, wie diese in dem öffentlichen Urtheil sich ausspricht, nachliefern. Der Gegenstand ist wichtig genug und einer ausführlichen Erörterung würdig. Eine Kritik des der preußischen National. Versammlung durch die Regierung vorgelcglen Derfaffungs-EntwurfS, die auf den Vergleich desselben mit der belgischen Verfassung basirt ist, gibt unS die Gelegenheit hierzu. Einem öffentlichen Organ, daS dieser Kritik besonders gewidmet ist, entnehmen wir folgende Bemerkungen: „HinsichtS der Freiheit und Gleichheit der Glaubensbekenntnisse enthält der preußische Entwurf zum Theil wirklich da»,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.