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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1848-06-11 · Heft 24 (11.6.1848) · page 2

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 24 (11.6.1848)
Date
1848-06-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
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<186 spricht der Herr, wo ick, mit dem Hause Israel und dem Hause Zuda einen neuen Bund schließe." Also nur einen neuen Bund, eine neue Befestigung, eine neue Erweckung der göttlichen Lehre, ihre Erneuerung an uns und in uns, verheißet der Prophet, die alte Lehre selbst soll bleiben, *6 o eronn din p dd»i ha; denn der Herr ist kein Mensch, daß er trüge, kein Sobn Adams, daß er sich anders besinne (5. B.Mos.); und möge verdorren das Gras, dadinwelken die Blume, unser Gotteswort bestehet ewiglich; unser Gotteswort, das er in zehn heiligen Geboten ansgesprochen, es soll für alle Zeiten bleiben, an ihm soll kein menschlicher Verstand rütteln. Keiner etwas Besseres zu setzen wagen, aber immer auf's Neue soll diese Lehre in uns befestigt, immer auf's Neue ihr Strom uns zugeführt werden, ein neuer Bund geschlossen werden, zwischen uns und unserem Herrn. Und was soll der Inhalt dieses Bundes sein? rc nrr Ich gebe meine Lehre in ihr Inneres und schreibe sie in ihr Herz. Darauf beruhet von jeher der Vorzug unserer göttlichen Lebre, darauf beruhet er noch setzt. Sie will in unserem Geiste und in unserem Herzen ihre Wohnstätte haben; diesen nicht ein Anderes, ein Fremdes, ein Wunderbares und Entferntes sein, sondern in ihnen a-:- und wiederklingen, sie erheben, beglücke», beseligen. Darum ist denn auch nie Ruhe und Stillstand im Iudenkbum gewesen; darum bat es zu jeder Zeit und unter jedem Volke Dasjenige in sich ausgenommen, diejenigen Formen mit dem unvergänglichen Gedanken seiner Ledre verwebt, die ihm in dieser Zeit und unter diesem Volke Bedürfuiß waren, in welchen es sein eigenstes Sein ausdrückte, sein innerstes Wesen verrketh. Und selbst zu derjenigen Zeit, wo es nach außen bin nur ein beengtes und beschränktes Sein cinnehmen durfte, wo man seinen Bekennern wehrte, Mensch zn sein, an de». Heile der menschlichen, der bürgerlichen Gesellschaft zu bethciligcn, offenbarte es jene Gotteskraft, versenkte cs sich in sein Gesetz, und. drückt es an sich, wie die liebende Mutter ibr Kind an sich drückt, und preßt es ans, wie man eine köstliche Frucht auspresset, und umhütete und um;äunte und umsckanzte es, daß die Barbarei von außen nicht daran kam, und widerstand ihr und siegte über sie, uud überlieferte daS also bewachte und behL-te Gesetze der nach folgenden Zeit, dem späteren Geschlecht. Segen darum, m. Br., tauMdfachen Segen den Lehrern der Vorzeit, die mit solcher Treue, mir solch' wahrhaftem Wächtersinn uns den Schatz der Schätze erhielten, und fern von uns der schväde Gedanke, der undankbare Ruf: dd jw rrncst npc? Daß nur Lügenhaftes die Väter uns vererbt, ein Trug, der gar nichts nützet. (Ierem.) — Aber was sie für die Erhaltung and Erneuerung unserer Lehre gethan, was in jener trüben Zeit Mittel der Befriedigung und Beseligung -rar, ist es nicht in der unsrigen, wo Gottes Gnade uss noch höher leuchtet und eine höhere Aufgabe auch deM Sohne Israels geworden, und Manches von dem, reas damals frommte, damals der rechte Ausdruck für die Gotteslehre war, es jetzt nicht mehr ist. Da gilt es allerdings, wie schon die Alten getban, einen Unterschied zu machen zwischen dem Dp’cni D’D»p nwy und dem ptn TtfBnS lppsiar, zwischen dem, was das Bleibende und Ewige ist in unserer Lehre, und zwischen dem, was seine Wirkung verloren hat im Laase der Zeit; da gilt es, an der äußeren Gestalt unserer Lehre diejenige Umbildung vorzuncdmen, daß diese jrlbst uns wieder zur Wahrhlit, zur fruchtbringerrden, Lbensvollcu Wahrheit werden könne; da gilt cs mit einmr Worte, der Verheißung unseres Teiles gereckt z-r werden und die Lehre zu geben in unser Inneres und sie zu pflanzen in unser Herz. — Das, m. Br.u.Schw., ist denn auch das Ziel, welches alle wahren Freunde des Judenlhums vor Augen haben. Sie wollen dasselbe von den Formen befreien, in welchen der heutige Israelit sich selbst und den görllichcn Gehalt seines Glaubens nicht mehr findet; sie willen Lehre und Leben, äußeres Gesetz und innere» Glaubm wieder vereinigen, versöhnen; nicht dadurch, daß sic jenes in der ganzen überkommenen Gestalt bestehen laisin, oder daß sie eö zn etwas deuten und erheben, was es nicht ist, sondern dadurch, daß sie cs von feinem zeLü'chen und unwesentlichen Gehalt befreien, um für fcism ewigen und göttlichen die Geister wieder zu gewimen, die Herzen wieder zu beseelen. Unser Tert schließt: rc. rpfr sth Und Keiner wird mehr zu dem Andern lehrend also fpre-

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