Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 9 (1848)
- Issue
- Heft 18 (30.4.1848)
- Date
- 1848-04-30
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2566751-2567071-2567089--3109-2571032- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
143 und Dr. Löwenthal (Zuh.). Das Amend. des Letztem lautet: Tie heil. Schrift, der Zndalt einer selchen Gottesoffenbaruug durch die hochsiedenden Geister des israelilischcn Volkes in der Vorzeit, ist als ein lebendiges, der ewigen Entwickelung und geistigen Fortbildung fäbigcs Erbe der Gemeinde Israels zu bezeichnen. Geschichte des Tages. Die Provinz Schlesien und Posen, eine Parallele. (Schluß.) WaS den Heim Dr. ®. unS um so schätzenswerrhcr macht und wodurch derselbe sich merklich von den übrigen Eanerdaten markirt. ist seine ReligionS-Anschauuiig. die er auf keiner Kanzel, und gehöre sic der orthovorcsten Gemeine an. nicht nur keinen Augenblick verleugnet, sondern überall mit einem fast unnachahmlichen, alle Herzen besiegenden Zauber, ohne Scheu und Rückhalt, wahr wie sein ganzes einnehmendes Wesen, verkündet. Lügt die Fama nicht so dürfte sich den übrigen recht tüchtigen Candwaten eine 2te Stelle im Großherzogthum P. eröffnen. Gleiwitz soll endlich von rer eignen Ueberrcife ihrer Rabbiner.Idee übergeugt. und allen Ernstes, nachdem daffclbe mit einem Tugend in- und ausländischer Eandiraten angeknüpft, entschlossen sein, den vr. Hirschfcld auS Wollstein zu acquiriren. Abgesehen davon, daß derselbe der historisch - positiven Schule, denen Janusgesichter eigen sind, angchört, so lst uns bei diesem Engagement auffallend, raß dieser geistliche Herr, solche bedeutende Eoncurrenz-Rückschritte, wie zw:, scheu London, Crefcld und dem so bescheidenen Gleiwitz macht. Macht derselbe in Folge seiner Gewohnheit, auch aus religiösem Gebiete, Rückschritte, w dürsten bei dessen Reüssuung. die freieren Jrcen, welche während der Vakanz etwa dort amgctaucht' keiner bc''ondcrcn Förderung sich erfreuen. Anders hingegen stellen sich die jüdischen Berbältmssr PosenS unserem Auge rar und ge. wahren überhaupt, sowohl für rw Gegenwart. a!S Zukunft einen ftcundlichern Anblick, als die Schlesiens. Ist auch die bedeutende Anzahl der dortigen Jurcnheit, welche man auf 80.360 angicbt, wie überhaupt die jüdische Volksmasse, bei flüchtiger Anschauung nicht Hoffnung erregend, so ist dies gewiß bei näherer vorurtheilS. ftkier Betrachtung. Denn selbst jene Juden-Nasse birgt, bis auf dre Denker und Vagabondcn, die gewiß keiner Volksmenge mangeln. recht viele gesunde Elemente, die nur der Befreiung religiöser Vorurthrile und Fesseln bedürfen, um Herrliches und Großes ttt liefern. Zn eben dieser Masse findet man alle Gewerke, vom Künstler bis zum schwcrcu Arbeiter, Lastträger würdig vertreten. Der gesunde Verstand jener Masse zeigte sich vor Zähren am Klarsten, als die DiSmembrirung der Krongütcr, Behufs Colomsirung der Juden PosenS, von intelligcntern Männern, zum Heile der Zuden und Menschheit überhaupt angeregt wurde. Hier sah man Juden von den verschiedensten Altersiufen und religiösen Vorurtheilev, den Krebsschaden der Zudenhe t. die Vcruachläss guaz des cizentlichcn biblischen MenschcnbcrufeS, des Ackerbaues, woran frerlrch mehr die viel gepriesene christliche Liebe, als eie Eigenliebe der Juden schuld ist. fühlen und sich becrfern, ihr.Scherslem von Hab und Gut, der Realisirung dieftr heilsamen Idee zu ovfcrn. Wir können uns der Hoffnung hingeben, da die Provinz intelligente und gesinnungsrüchtige Religionslehrer, Geistliche gewinnt, daß jenes Ackerbau. Projekt zur geeigneten Zeit wieder ausgenommen, und nicht an kleinlichen religiösen Vorurtheilea, wie sie Her Ezer aus Hilchuth Schabbas. und D’Tin *?'“U dcducirte, Steine deS Anstoßes sieden wird. Richten wir unfern Blick auf den Kern dieser Masse so sind unsre Hoffnungen von den Juden PoscnS gewiß keine sanguinische In Gemeinden deS Großhcrzogthums begegnet man Männern mit wahrer nicht scheinbarer Jnrcll-genz, reellem Wissen, und waS Hauptsache ist mit gründlichen Kenntnissen deS Zuoemhums. Diesen genügt eS nicht eine Rerormirung, die auf Almemor, Spnagogcnstaub und Chorgefang sich beschränkt, wie den anspruchslosen genügsamen Schlesiern. sondern sie verfolgen langsanr aber sichern SchrincS ihr Ziel, die Regenerirung der Judenheit und des vermcinrlichcn JudenlhumS. Jh-.c Gemeinde-Verwaltung ifl wie bereits erwähnt, geordnet und ihre geistigen Pflanzstäitcu, die Schulen musterhaft. Gewiß wird Niemand die geistige und sirrlichc Hebung der Posner-Jurea den Schulen in Adrcvc stellen und liefern diese eben den unzweideutigsten Beweis, wie förderlich israelitische Confcssiousschulcn der Jurenheit und dem Judenthume seien. Die hochweisliche Regierung hat nicht nur durch die Schulen, und rnergrschen Gesetze, den ursprünglichen polnischen Chaos eutwirrt, und mrendlich viel Menschcnheil gegründet, sondern aus friedlichem unv um so sicherm Wege rem Slaventhum einen unheilbaren Schlag versetzt, unv dem Germanismus iu dieser Provinz einen Ungeheuern Vorschub geleistet. Behender und umfassender wird Humanität und Wissen nun in der Provinz verbreitet werden, da das Licht der Bildung schon so viele erleuchtet, und Rabbiner und Geistliche, alS Leiter der Tugend und des Altcrü gewählt werden, welche nicht mit der Zeit im Rückstände sind» sondern der sich selbst brwsßten Gegenwart angehören. Bewirken die intelligenten Geistlichen noch, daß