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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1848-04-30 · Heft 18 (30.4.1848) · page 3

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 18 (30.4.1848)
Date
1848-04-30
Page
– (sequence 3)
Language
German
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130 Menschengeistes innerhalb der Schranken der menschlichen Befähigung, als die Vernunft, diese sei in gewissem Betrachte allerdings etwas Göttliches uno somit die ganze Phrase bedeutungslos; sic wolle nichts Anderes sagen, als: die Offenbarung sei als eine Verstandeseperation aufzufassen. Das aber sei ein Widerspruch in sich; das -Wort „Offenbarung" habe einen herkömmlichen Begriff, sie siebe als ein übersinnlicher, übernatürlicher Vorgang der Verstandesoperation gegenüber; daher, weil er Wahr» heit wolle, müsse er auf sein Amend. bestehen, und aus der Verwerfung der Offenbarung int theologischen Sinne folge die Bedeutung des Pentateuchs von selber. — Bei der Abstimmung sind nur 2 Stimmen für dasselbe, es ist also verworfen. 5) Amend. Dr. Salomo». Gegen die Absicht des Vors., zugleich mit diesem Amcnd. dasjenige von Simion vorzunehmen, da sie beide ungefähr dasselbe zu sagen schienen, rcmonstriren Rebe »stein und Simion, welcher letztere, um sich verständlicher zu machen, sei» Amcnd. folgendermaßen ausgedrückt wissen will: Die Offenbarung ist als die höchste göttliche Erleuchtung des Menschcngeistes, wie sie nirgend sonst zur Erscheinung gekommen, und die bcil. Schrift als Zcugmß dieser Offenbarung in unfern Gebeten aufzufaffen. — Das Amend. Salomo» wird allem verhandelt. Dr. Holdbeim spricht sich gegen dasselbe aus. Ter Ausdruck „göttliche Belehrung" bezeichne etwas Aktives, eine wirkliche Thar eines Lehrers gegen den Schüler; eine von Gott selbst ausgegangcnc Belehrung aber etwas Unfehlbares, Ewiges, Unwandelbares. Das schließe jedoch jene Idee einer möglichen Fortentwickelung des Gegebenen aus und bezeichne überdies einen so übersinnlichen, mystischen Akt, daß er (H.) diesem Amend. seine Zustimmung nicht geben könne. — Rcbcnstei n und Heß erklären sich ebenfalls gegen dasselbe. Es sei überhaupt nicht zu sagen, daß mau das göttliche Wesen sich denke» könne; die Offenbarung könne, meint Dr. Heß, dahin nicht führen, sie könne nur den rein praktischen Zweck haben, die Menschen auf den sittlichen Pfad zu bringen, er (Heß) würde also nur den Schlußworten des fraglichen Amcnd.: „durch unser Leben und Streben zu verehren haben" beistimmen. — vr. S ch w a r z (Zuh.) trägt auf folgendes Subamend. an: Die Offenbarung ist eine ihrem religiösen Inhalte nach von Gott ausgegangene Lehre, wie wir uns das göttliche Wesen zu denken und durch unser Leben und Streben zu verehren haben. Dr. Salomon sucht nun sein Arriend. zu vertheidigcn und stützt sich besonders auf das Argument, daß, da Alles von Gott ausgehe, gewiß auch gesagt werden könne, die herrliche in der Thora bcsindliche Belehrung sei von Gott gegeben. Somit sei das ganz richtig; daS göttliche Wesen sich denken solle nur heißen: des einzigen, ewigen Gottes, vcS reinen Gottes des IudenthnmS sich bewußt sein; dieses Gottcsbewußtscin, dieses dem Judcnthume ungehörige GolreSbewußtsein haben wir unfern Vorvätern zu verdanken und diese denen, die von Gott selbst damit erleuchtet, oder, was dasselbe sei, vorn aut gemacht worden seien; der übrige Zusatz (deS Antrages der Komm.) drücke ihm vollkommen die Verbindlichkeit, die wir mir der Tbora nunmehr verknüpfen, aus. — DaS Subamend. Dr. Schwarz wird einstimmig verworfen; das Amcnd. selbst erhält nur 3 Stimmen und ist ebenfalls nicht angenommen. 6) Amcnd. Simion (s. oben bei 5). — Simion sucht seine Ansicht nochmals zu rechtfertigen und tritt namentlich der Behauptung des Dr. Hold heim entgegen, daß das Iuvcnthum gegenwärtig ein" Glaubcnsbckcnnrniß nicht zu scheuen habe und daß in dem ausgestellten Prinzip unser subjektives Iudcnt'lum im Gegensatz zum Iudenthum überhaupt gemeint sei; cS wäre alsdann mir dem Prinzip gar nichts ausgedrückt. Er sucht sich endlich gegen den Vorwurf der Erclnsivitär und der Abgeschlossenheit zu verteidigen, welche aus der Fassung seines Amcnd. manchen der Anwesenden entgegenzutretcn scheinen. — Dr. Hold heim spricht sich entschieden gegen das Amend. Simion aus; cs sei die Fortbildung des Menschcngeistes, die stete Zunahme der Erkeuntniß, die Läuterung der Einsicht und des Wissens etwas Göttliches, etwas geradezu von Gott gewolltes; eine fort und fort gebende Entwickelung sei von Gott geboten und cs gebe nirgends etwas im Zu» denthnm, das dieser Fortentwickelung widerstrebe. Er könne sich keinem Amend. anschließe», das die Offenbarung als die höchste göttliche Erleuchtung deS Men« schcngcisteS und die heil. Schrift als Zcugniß dieser Offenbarung darthue; dann wäre nach der heil. Schrift keine folgende höhere Erkeuntniß mehr möglich. —Behren d (auSCöslin) würde sich dem Amend. anschließen, wenn der Ausdruck „höchste" und der Zusatz „wie sie

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