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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1848-04-23 · Heft 17 (23.4.1848) · page 3

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 17 (23.4.1848)
Date
1848-04-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
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131 die Sache der Aufklärung, des religiösen Fortschritts, ihre schönsten glorreichsten Siege feiern. Eisenach im April 1848. Nr. M. Heß. Geschichte deS Tages. Tranerpredigt im Reformtempel. Berlin. Dci der Gcdächtnißseicr für die gefallene» März. Heiden, welche, wie in allen Kirchen, auch in dem Goticohause der Rcsormgcncssenschast abgchaltrn wurde, sprach I)r. Holdheim folgende Worte: „Ein großer, heiliger Schmerz vereinigt und heute hier an dirscr Altarstätte, wo sonst auch freudige Empfindungen des Dankcs al6 heiliger Opfcrduft zum Himmel aufst.igcn. Ein großer heiliger Schmer; um die für die Freiheit und Rettung des Vaterlandes freiwillig rn den Tod Gegangenen, UNI die, die idr warmes i Blut, ihr junges, frisches Leben freudig Hingaben für die große, heilige Sache rer Freiheit, für die Auferstehung und Wiedergeburt des Vaterlandes. Ihnen gilt unser Schmerz, ihnrn gclirn unsere Thronen, ihnen, die für uns sich geopfert, die für unsere Kinder den heil gen Opscrtod gestorben sind. Viel crlcs Blut ist grfios. srn, viele edle Zugcndkrast ist gebrochen, auS unserer Milte gc. schwmidcn. Aber daä Blut stoß ciiicr edlen heiligen Lache, die Äraft brach die Fcsicl, die unsere edelste, heiligste Kraft, die Frei, heit, darnirdcr hielt. Und der Tod um solche Hciligthümcr ist rin schöner, bcncidcnSwcrlhcr! Fürwahr, mit jcncm altcn Scher müssen wir auerufeu: O, daß auch w-r stürben den Tod der Gcrechten, daß auch unser Eure drn ihrigen an Ehre und Ruhm gleich wäre! Wer für das Höchste und Edelste zu sterben weiß, der bezeugt c6 mit seinem Tode, daß cS ein HöchüeS, Eoelsteü giebt, dem alle Kostbarkeiten der Erke nicht gleich kommen. Wer jür Recht, für Wahrheit und Freiheit muthig sein Leben opfert, der besiegelt cs „nt feinem Opscrtode, daß Recht, 'Wahrheit und Freiheit die höchste Krone der Sterblichen fei. Die Religion weiß sich keiner Nernchmlichcren Offenbarungen des Göttlichen im Menschen zu rühmen, als des Todes der Gerechten für eine heilige Sache der Gerechtigkeit. Und wir Menschen bedürfen solcher Os-! fcnbarungcn des Göttliche», um uns daran auS unserer Eischlaf. ' fung wieder empor-urichten. wir bedürfen solcher lauten, lrbciidigcn Zeugnisse, um unfern gcsunkcncu Mulh, um unfern Glauben an die Herrschaft rcS Rechts und der Freiheit daran wieder zu beleben. Wären sie nicht gefallen zum Opfer der Freiheit, eS fehlte ' unS das Bewußtsein unserer Kraft, unseres Muthes, für die Freiheit zu sterben. Und wäre unS die Freiheit auch dann zu Thril geworden, ohne unser Zulhun, ohne unser Verdienst, ohne schweren Kamps um dieselbe, wir würden sic dann nur als ein Geschenk rer Gnade, als eine Willfährigkeit der Macht betrachten dürfen, und die Macht, die sic unS gab, könnte sie unS wieder nehmen, ohne daß wir ein Recht hätten, uns darüber zu beklagen. Aber die nut dem Blute unserer Edelsten thcuer bezahlte, schwer errungene Freiheit ist unser heiligstes, unveräußerliches Eigenthum geworden, vcffcn Besitz wir nicht einer fremden Macht, die wir unserer eigenen sittlichen Kraft verdanken. — Za wohl, meine Brüder und Schwestern, mehr als man glauben möchte haben wir jenen gefallenen Helden zu verdanken. DaS verjüngte Vaterland haben wir von neuem auS ihre» Händen als heiligstes Erbe, als theurcS Äermächlniß empfange»! Und wie ihr Tod ein ncurS Vaterland unS erobert, so hat er auch daS Herz unseres Königs uns völlig umgewandclt. Zn jener ewig r-lhmwüldlgcn Nacht iah unser König, wo er fein gewappnetes Volk, wo er die edelsten kräftigsten Stützen seines Thrones suchen soll. Nicht in den Zcucrschlünden, die Tod und Verderben verbreiten, sondern in der Liebe, in dem Herzen eines Volkes, daS Recht und Freiheit höher als das Leben achtet. An dem Morgen, rer jener denk, würdigen Rächt folgte, durfte unser König mit dem Psalmisten sprechen: „Jetzt habe ich erkannt, daß der Herr hilft seinen Gcsalbten, rhn erhöhet auS seinem heiligen Himmel durch mächtige SicgcSthatcn seiner 3kechtcn. Zcne mit Wagen, diese mit Rossen, wir aber rufen an den Namen deS Herrn, unscrS GortcS. Und diesen Treuen uno Tapfer», denen wir solche Siege, denen wir ein freies Vaterland mit einem freien LaiikcSvatcr versanken, weihe» wir riese heilige Stunde des Gedächtnisses. Zc größer die Errungen,'chaftcn sind, die sie mit ihrem Tore uns gewonnen, je tiefer ist die Trauer des Vaterlandes um den Verlust seiner besten, edelsten Söhne. Lasset uns Trost und Erhebung suchen in einem Gebete zum Allvater. Alihciligcr Goti! wie uiicrsorschlich ist Dein Wille, unergründlich Dein Rathschluß! Wie Waffcrbächc leitest und lenkest Du das Herz der Könige und die Geschicke der Völker! Wir beugen unsere Knicc in tiefer Ehrfurcht vor Dir und flehen in kindlicher Demnth zu Deiner Weisheit. Durch blutige Pfade führst Du uns zum hcrlvollcn Siege und lassest mit Thränen unS säen die hoffnungsvolle Saat, damit wir freudigen Herzens ernten die beglückende Frucht. Zn Deiner allwaltcndcn Liebe willst Du unS nur die Gaben gewähren, deren wir uns durch eigene Kraft würdig machen. Du hast unS mit der unsterblichen Krone deS Rechts- und ZreihcitSgrfithls geschmückt, und cS ist Dein Wille, daß wir

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