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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1848-04-16 · Heft 16 (16.4.1848) · page 3

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 16 (16.4.1848)
Date
1848-04-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1S2 Ausgehcn in die deutsche Belkstbümlichkeit unmöglich, j und, wo dieser ui WahrKcik eristirt, jener ein Unding \ sei. Die Erfabrnug dal seitdem und insbesondere wieder i m den letzten Tagen die Richtigkeit unserer Ansicht auf daS Zweifelloseste bewährt. Zu der Märznacht haben viele wackere Jude» für die deutsche Freibcit, für die Wiedergeburt Deutschlands, mitgckämpst, sind für diese heilige Lache in den Tod gegangen. Ware eS mrr, wie Hr. Franke! glaubt, ein auf das Materielle gerichtete und im Materiellen ganz nnkcrgehendeS Linnen und Lrreben, waS die deutschen Inden gegen ein palästinensisches Iudenreich einnimmt, so wurden sie doch wabrlich nicht für ein vereinigtes Deutschland, für Preßfreiheit, für Constitution, kurz für die liberalen Institutionen auf deutscher Erde den Märtyrertod sterben. Daß es den deutschen Juden für daö, waS feine verschrieenen BoikSlcbrcr Weltrelrgion, GoklcSreich, die Herrschaft deS Rechtes und der Bruderliebe den bumancn idealen Fortschritt auf politischem und religiösem Gebiete nennen, mcht an edler Begeisterung, au lodcSmulhigcr Hingebung seble, daS baben sie mir ibrem Blute besiegelt, und dieses vergosienc Blut für die Befreiung der Böller von dem Joche auSgclebter, die Geister knechtender Iustitntione» ivird — das hoffen wir — ein lebenskräftigeres B uudeS; ei ch e n für die Ausnahme der Juden l» den deulscheu Bundesstaat fein, alS das Blut der Beschneidung ein Zeichen deS partikularen poliuschen LonderbundeS zwischen Gon und dem jütischen Bolke ist, deffen Ewigkeit Hr.!>r. LachS vor den Largen der gefallenen Märzhelden proklamirte. - - Jede Ansicht kann sich frei äußern; sie bat, jo unklar und lucousegneut sie sein mag. Gottlob rbre äußere Gesabr verloren. Aber der Kritik, die ibre schädliche Wirksamkeit nach Junen bervorznheben und bemerkbar zu machen hak, muß sie anbeimsallen. Die T^rrbedorie muß über ibr inneres Wesen klar werden, und wen» sie sich dann doch behauptet, mit vollem Bewußtsein deS Widerspruchs sich behauptet, selbst dann wenn sie den Widerspruch alö Religion verehrt, daun wollen wir sic achten und ruhig gewahren lassen. Bei dem Kampf der polnischen und deutschen Rationalität im Posen schon stehen die 500t >0 Juden mitten illne und wissen sich nicht zu entscheiden. Cie sind wohl am übelsten daran. Bcrmöge ihrer ganzen Bildung gehören sie dem deutschen Element an, dem sie j sich auch wahrend der ganzen Zeit der preußischen Re-; giermlg rückhaltsloS hi »gegeben haben, und dürsten für ,• die Wiedergeburt cineS polnischen RcicheS vicücicht eben so wenig ernste und wahre Lympathien haben alS für die cineS jüdischen. WaS soll in diesem erbitterten Kampfe auS den armen Juden werden? Qb sic von einem poluifchen Reich daS je hoffen dürften, waö Deutschland ihnen schon gewährt, ist wohl noch die Frage. Jedenfalls siud sie in einer äußerst schlimmen, kritischen Lage, aus der sie der liebe Gott bald befreien möge. H o l d h e i ui. Geschichte deö Tages. Die Rede von Dr. CachS. Berlin im April. — Die Rede. welche £r. L>r. Sachs frei der giostarligen Veicfrenteier iim 22. o. AlS. vor Aushebung rer Särge hielt, lautet nach c.ner Airihe.luiig rer hiesigen Zeitung wie folgt: „2m Rainen jenes malten BekenntiuffeS, daS als lebendiger Zeuge der LSelrgcichichtc und Beltgeschicke feit Jahrtausenden dasteht, im Flamen jener alten GotteSlchrc. die der Menschheit ihren Gott gebracht, die sie gelehrt. in den Stürmen und Bogen der Cieignsie die le 'ende und wallende ewige Forschung zu schauen, die sie angeleirct, das Behe» des GotieSodemS in dem Leben der Bolle: zu ei keimen, die durch den begeisterten M'iiiiv ihrer Herolde, die Prophe.en. für Bah:beit und Recht das 'Bort genommen, im Rainen jenes alten, rw.gen Bundes, der den Gedanken der Brüderlichkeit, liebender Theiknahmc des M'enfchcn am Menschen in ihrem kreise znerst begründet und gepstanzt, nehme auch ich aus ticsbewegler Brust, aus ergriffener voller Seele daS Bort kn diesem erhabenen, weihevollen Momente. CS war nicht drr Tod, der sie Alle gleichgemacht. die hier ruhen, sonder» die Kraft deS LebenS, die Macht erncr Zdcc. die Gluch der Bcgristrrmig. die alle Dämme und Scheidewände nieder: ist, welche sonst den Menschen von sich selbst, den Menschen vom Menschen scheiden. Cs war dir Macht einrr Uc'oerzengung, eine Erhebung der edelsten Gefühle und Gedanken, die jene Hingeschiedenen, deren Gedacht, niü hier in so ergreifender Beisc geselert wirk, hinauStricb in den Toreökampf: cS waren die würdigsten Ziele, für die sie gerungen, und denen sie mit Cinsehung ihrcS Lebens entgegengingen, raS freie Selbstbewusitsem, die rn ihrem Gebrauche ungehinderte, unheglknztc Kraft deö Mannes, die sic dein Batcrlande erstreiten

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