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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1848-03-26 · Heft 13 (26.3.1848) · page 2

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 13 (26.3.1848)
Date
1848-03-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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«8 die Einheit des Glaubens überhaupt, die mitbin einzelne l Glaubensartikel aussckließe, als seine hervorragende \ Eigeuthümlichkeik bervorgehe. Tas Judcutbum lasse in i der Auffassung der Offenbarung vollkommene Freiheit, die gewahrt werden müsse. Uebrigeus spreche der Satz auch, im Widerspruch mir dem gestern angenommenen Prinzip, keine „im Judcutbum wurzelnde Ucberzeugung" ans. Eine „vorzüglichste Erleuchtung dcS Mcnschcngeistes, wie sie keiner andern Nation zu Theil geworden" (wie von dem Vorsitzenden die Offenbarung bezeichnet worden) gehe aus dem Passus nicht hervor, und es möge deshalb den Worten „göttliche Erleuchtung" das Wort v o l l k o m m e n st e vorangestcllt werden. Endlich findet der Redner, wenn einmal alle oder die wichtigsten Grundlagen der Gebete erörtert werden sollen, in der Vorlage der Kommission eine Lücke; cs sei darin nämlich nichts darüber gesagt, welchen Begriff von der Gottheit unsere künftigen Gebete aufstellen sollen, ein Begriff, der thatsächlich sehr verschiedenartig aufgefaßt werde. Indem er jedoch hierauf nur aufmcrksant machen will, stellt er schließlich das Amendement: Tie Offenbarung ist als die vollkommenste göttliche Erleuchtung dcS Menschengcistes und die heilige Schrift als Zeugniß einer solchen Offenbarung in unseren Gebeten aufzufassen. I^r. Stern weist den Vorwurf zurück, als habe die Kommission hier ein bindendes Glaubensprinzip aufstellen wollen, cs handle sich lediglich um die Auffassung der Offenbarung in unfern Gebeten. vr. Löwcntbal (Zuhörer) spricht gegen das Wort Idee in dem Kommissions-Antrag und findet nächstdcm in dem Wort Offenbarung eine Unbestimmtheit, da man nicht wissen könne, ob hier der Akt, oder der Inhalt, das Produkt der Offenbarung gemeint sei. Ten Ausspruch dcS vr. Salomen, daß in der Bibel keine eigentlich sinnliche Offenbarung vorkomme, und daß das darin von einem Verkehr Gottes mir einzelnen Menschen Erzählte von jeher bildlich oder rationell aufgefaßt worden, bekämpft der Redner und stellt daö Amendement: DaS Sichoffenbarcn Gottes heißt, daß sich Gott int Bewußtsein des Menschen kund gibt. vr. Schwarz (Zuhörer) kann unter Offenbarung nur den Inhalt der Offenbarung, das Gesetz verstehen. TieS Gesetz sei allerdings nur das Mittel und die Gottcsidec der Zweck; es frage sich nun aber: können wir den Zweck im Auge behalten, d. h. die Gotteöidcc bewahren, wenn wir das Mittel von uns weisen? Ter Redner kommt schließlich darauf hinaus, die Verwerfung des Passus zu beantragen. S a m o j c (Zuhörer) findet einen Widerspruch zwischen dem bereits angenommenen Einleilungssatz 1 A. und dem vorliegenden Ausspruch über die Offenbarung, dessen Inhalt er nicht als „im Iudenthume wurzelnd" betrachten könne. Er stellt das Amendement: Die Idee der Offenbarung ist in unseren Gebeten unerwähnt zu lassen. Salomon (Zuhörer) beantragt die Streichung des ganzen Paragraphen. vr. Salomon will, um Mißverständnissen zu begegnen, das Wort „nur" streichen, das dem Satze allerdings das Ansehen eines Prinzips gebe. Außerdem findet er das Recht der Offenbarung durch daS Wort „göttliche Erleuchtung" hinlänglich gewahrt, da hierdurch ausgedrückt werde, daß es keine gewöhnliche gewesen. Der Redner glaubt den Vorwurf des sogenannten Rationalismus, der ihm seiner früheren Aeußerungcn wegen gemacht worden, zurückgcwiesen zu haben und stellt — nachdem er die Behauptung, daß eine eigentliche Offenbarung in der Bibel m'cht vorkomme, wiederholt zu begründen gesucht — das Amendement: Tie Offenbaruttg ist eine von Gott selbst ansgegangene Belehrung, wie wir uns das göttliche Wesen;n denken und durch unser Leben und Streben zu verehren haben. Vr. Heß: Ueber die Einwirkung des göttlichen Geistes auf den menschlichen, oder die Offenbarung, herrsche auch in neuester Zeit und unter den tiefsten Denkern eine solche Verschiedenheit der Ansichten und Auffassungen, daß cs sehr gewagt erscheine, in einem Gcbelbnche eine solche zu wählen, welche die anderen ausschließe. Man könne entschieden der Reform angehören und doch über den so zarten Begriff der Offenbarung andere Vorstellungen haben, als sie der Kommissions-Entwurf adoptire. Er wolle nur an den tiefsinnigen Stcinheim erinnern, den jeder zu den aufrichtigen Anhängern dcS religiösen Fortschrittes zählen werde und der doch über die Offenbarung seinen eigenen gläubigen Standpunkt habe. 'Auf diesem stehen auch die meisten derjenigen Israeliten, welche m'cht einem fpecieU len, wissenschafftlichen Berufe sich gewidmet, und daß

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