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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1848-02-27 · Heft 9 (27.2.1848) · page 7

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 9 (27.2.1848)
Date
1848-02-27
Page
– (sequence 7)
Language
German
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71 flönnen wir bca Mcklenburgcr Rabbanitrn ihren Unmuih, dem Prof. Drlitsch seinen Verdruß, beiden zusammen ihr Bündnkß, das auf der Parole: Entweder starkrabbinischcS Zudcnthum oder Mystisch-Dogmatisches Ehristcnthum! ruhet; und freuen wir uns mit Men Freunden des rntschicvcnca Fortschrittes, daß einer der ge» tchrteßcn Nabbinen den Muth hatte, auch in dem gegenwärtigen Falle „einer religiösen Ueberzeugung von der Nichtverbindlichkcit eines Gesetzes auf der gegenwärtigen religiöscn Entwickclungsstufe" mit starker Betonung (eS sind jene Worte in dem Einhornschen Bescheide unterstrichen) zu gedenken , und zu wünschen, „daß Gott dieses Kind segnen und schmücken möge mit den Tugenden eines Israeliten nach seinem Herzen, eines Israeliten beschnittenen HerzenS". — Fürwahr eine solche Sprache verdient um so dankbarere Anerkennung, wenn man bedenkt, daß Rcbcnstcin in seinem Priiizipien-Entwurf für die Rcformgcnosscnschaft noch zu derAcußcrunz sich gedrungen fühlt: Zufolge der Pflicht, die Zusammengehörigkeit der Israeliten in religiöser Beziehung aufrecht zu erhalten, wollen wir das Gesetz der Beschncidung so lange unter uns foribcstehcn lasse», so lange die Bedeutung desselben als ein Zeichen des Bundes, in unscrn Glaiibeuc-brüdcrn noch thatkrästig genug lebt, um jeden, der dieses Gesetz unvollzogen läßt, als aus dein Bunde der Iurcuhcit getreten, zu erklären, und daß selbst Holdhcim, der so srcimüthigc Vorgänger Einhorns, »och vor wenigen Jahren in seiner Schrift über die Beschncidung sich zwar gegen jeden Zwang zur Vollziehung dieser Ecrcmonie erklärt, aber doch die fortdauernde religiöse Verbindlichkeit derselben anerkannt hat. — Die Unterhaus-Debatten über die Inden. Die Ncligionsschulc des Br. Sachs. (Schluß.) Berlin. -- Da diese Schule erst in diesem Jahre das Licht der Welt erblickte, während das mahnende Bcdnrfniß dazu so alt wie die Berliner Gemeinde ist, so ist dieß das beste Zeugniß dafür, aus welchen Trieben sie entstanden und von welchen Kräften sie getragen wird. Es fehlt ihr die Begeisterung und die praktische Einsicht der Leiter, wie die Thciluahmc der Jugend in eben so hohem Maße als die NcligionSfchule der Reformgrooffeufchaft der einen wie der andern sich erfreuet. Dar«« siecht sie hin und erhebt sich nach dem Zcugniß derrenigM Männer, die über ihr ferneres Schicksal zu entscheiden hatten, nicht über das Niveau des alten CH cd er. Nachdem die Schul-Commission der Ncformgcnosscnschaft aus daS Gutachten der an ihrer Ncligionsschulc sniigirenden Lehrer (Stern, Nebcnstcin und Holdhcim) eine Eonffrmation mchrer Knaben und Mädchen für Ostern beschlossen hat. kündigt die wegen ihrer geräuschlosen aber segensreichen Wirksamkeit immer mehr Anerkennung findende, unter der Leitung des Hrn. Dr. Sachs gestellte Ncligionsschulc in beiden Zeitungen eine geräuschlose Eonfirmation auf Ostern an. Nun, wir wollen nicht neidisch und nicht engherzig auf diese Eoncurrenz Hinblicken, wir wollen das Lob, das unsere Gegner in so reichem Maße uns schenken, indem sie unsere Werke nachahmcn, nicht in den Zeitungen ausposauncn, aber still und geräuschlos wollen wir uns des neuen Sieges freuen, den die junge Orthodoxie über die alte, die historisch gemäßigte Reform über die stabilen Traditionsgläubigen errungen hat. Noch ein paar gesunde Schritte vorwärts und die historischen Reformer stehen auf dem Boden der Reformgcnofscnschast. Nun sic sollen uns willkommen fein und nicht mit der albernen Frage behelligt werden, wie Diejenigen, welche sich von dem Traditionsglauben öffentlich losgesagt haben, innerhalb der Gcsammtgcmcindc einer Synagogen-Gemeinde beharren wollen. Literarisches. Lesebuch für Israeliten zum Gebrauche in Schule und Hans. Herausgcgcbcn von Leopold Lammfromm, Oberlehrer in Buchau am Feder sec. Blaubcurn, Verlag von Wilhelm Lubrccht 18-17. (290 S. gr. 8.) Au guten Schul - und Lesebüchern, von Israeliten und für Israclilcu verfaßt, ist unsere Literatur trotz mancher Versuche auf diesem Felde doch ziemlich arm, und dcßhalb ist jeder neue Versuch, der von einem eoinpctcntcn Autor gemacht wird, seine Vorgänger irgendwie zu übertreffcn, zu crrnunicrn und srcndig zu begrüßen. Wir gehören zwar nicht zu jenen Rigoristen, welche alle Gegenstände des Unterrichts von dem Standpunkte des positiven Glaubensbekenntnisses behandelt wissen wollen, glauben vielmehr, daß wie bisher so auch fortan, unbeschadet der festen Glaubenslreuc, den jüdischen Schüler» christliche Lehrand Lese, bücher über profane Lchrgcgrnstände in die Hände gegeben werden können und sollen. Allem bei Allem dem ist cS doch sehr zu wünsche« , daß recht viele und recht gute Lesebücher für Israeliten vorhanden fein mögen, welche außer dein allgemeinen Zwecke der Belehrung und Unterhaltung auch den speziellen Zweck, reine und aufgeklärte Begriffe über die väterliche Ncligion zu verbreiten und eben dadurch Liebe zu dieser den jungen Gemüthern eknzupflanzen, zur Ausgabe sich stellen. Diese Aufgabe hat auch der

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