Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 9 (1848)
- Issue
- Heft 9 (27.2.1848)
- Date
- 1848-02-27
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Oberlehrer Lammfromm bei der Abfassung seines Buches sich . gestellt unv auf eine rühmliche Keife gelöset, so daß dasselbe zu! dem Besten zu rechnen sein dürfte, was von rseaelitischen Autoren in diesem Fache bisher geleistet worden ist. In Rücksicht auf daS Jugcndaltcr, das Abwechselung liebt, hat sich der Verfasser bestrebt» in dein für dasselbe brarbciteten Lesebuche Verschiedenes nämlich: AuferbaulicheS, Belehrendes, Nützliches und Unterhaltendes zugleich zu bieten. „Auferbauliches und Belehrendes, um dadurch den religiösen Sinn des Schülers, dessen Herz und Eemüth £um Göttlichen und Himmlischen zu er. heben, und dadurch die Hauptaufgabe der Schule zu lösen; Nützliches um seinen Beistand zu schärfen und ihn fürs praktische und bürgerliche Leben möglichst brauchbar zu machen, und Unterhaltenves, um auf eine rein erheiternde, das jugendliche Gemüth ansprechende Weise, Erstgenanntes zu unterstützen, Allseitigkeit in der Bildung zu erzielen und dcßhalb gleichzeitig auch dem Witze und. Scharfsinne Nahrung zu reichen." Aus diesen der Vorrede entnommenen Worten ersieht man, rast der Verfasser die Aufgabe, welche er sich bei feiner Arbeit vergcsetzt, keineswegs als eine leichte gedacht hat, wie sie es auch rn cerThat nicht ist. Er beurkundet aber auch sein hinreichendes Talent zu selchen Arbeiten. Das Lesebuch bietet in seinen sieben Abschnitten: 1) Religion im Allgemeinen. 2) Lehre von Gottes Eigenschaften. 3) Pflichten gegen Gott. 4) Pflichten der Men. schcn gegen sich selbst. 5) Pflichten der Menschen gegen Andere. 6) Pflichten der Menschen in besonderen Verhält« nissen. 7) Parabeln, Fabeln, erheiternde Erzählungen, Kernsxrüche, Lieder und verschiedene Sätze für Kopf und Herz; eine reiche Fülle von Belehrung dar; cs ist fast die ganze Rcligions - und Sitienlehre in einem heiteren Gewände und auf eine dem jugendlichen Geiste leicht faßliche Weile Largestellt. Die Sprache ist durchgängig rein und edel; die Erzählungen sind theilweise aus Len Schätzen des jüdischen Altcrthums, aus den ver« schiedenen Werken des Midrasch, recht zweckmäßig gewählt, so wie auch hinsichtlich der übrigen Erzählungen, die natürlich meisten« iheils aus andern Jugendschriften entnommen wurden, die Aus« wähl eine gelungene zu nennen ist. Auf das Einzelne kann wegen der Beschränktheit des uns gestatteten Raumes hier nicht eingegangen werden; wir bemerken blos noch. Laß die Verlagshandlung auch das ihrige dazu bcigctragen hat, um dem Buche eine ansprechende Ausstattung zu geben, weßhalb wir wünschen, daß dasselbe eine weite Verbreitung finden und der Verfasser dadurch; veranlaßt werden möge, den in der Vorrede versprochenen zweite»! Theil seines Lesebuches recht bald folgen zu lassen. — rr. — Einladung zur Subfcriptiorr. Am 4. Jan. d. I. verschied im 46. Lebensjahre der Dr. und Rabbiner M. Eller hicselbst, der sich durch sein gediegenes Wis« sen seine biedere Gesinnungs-. und Handlungsweise. so wie durch sein anspruchloscS, treues Wirken die Achtung derer, die ihn kennen gelernt, in vorzüglicher Weife erworben hat. Seinen Verlust beklagt insonderheit^ seine treue Gattin und seine sechs unmündigen Kinder, und ist die Lage derselben, da sie ohne alles Vermögen zurückgeblieben sind und die kleine Gemeinde des Dahingcschiedcnen ihnen nur wenig Hülfe gewähren kann, wahrhaft bcdauernsmcrth. Nm sie möglichst zu mildern, hat sich ein Eomitee am hiesigen Orte gebildet, und ist der Unterzeichtete von ihr um Herausgabe einer kurzen Biographie und einiger Vorträge des Verewigten ersucht worden, deren Erlös zum Besten der Wittwe Eller und ihrer sechs verwaisten Kinder verwendet wer« den soll. Gerne habe ich mich dazu bereit erklärt und wende mich vertrauensvoll an edle Menschenfreunde mit der angelegentlichsten Bitte, Laß sie doch die gute Sache durch Subfcription mit 16 Ggr. aus ein in den nächsten Wochen erscheinendes Werk: Dr. Eller nach seinem Leben und Wirken, nebst einigen Vorträgen des Verewigten, fördern mögen. Celle, im Januar 1848. H. Ch. 5 eimbur ger. ArchidiakonuS. Indem wir durch bereitwillige Aufnahme obiger Aufforderung die geneigte Aufmerksamkeit der Leser des Israeliten am dieselbe hinzulenken suchen, möchten wir unsererseits zu dem edlen Zwecke, zu dessen Förderung eia humaner christlicher Geistlicher so willig die Hand bot, etwas beitragen und knüpfen hieran die Bitte an edle Menschenfreunde, insbesondere aber an unsere hochachtbaren Amtsbrüder, fich an dem Werke der Humanitär nach Kräften zu betheiligcn und das Andenken eines biedern verdienten Glaubensgenossen und Collegen durch den kräftigen Schutz für seine hülflosc Familie zu ehren. Die Redaktion. Anzeige. Einer Familie, oocr kleinen Gemeinde, die einen Lehrer sucht, kann ich einen sehr gebildeten jungen Mann empfehle». Eisenach. Dr. Heß. Verlag der I. E. Hrrmann'schen Buchhandlung in Frankfurt a. M. — Druck vou Fried. Krähe in Offenbach.