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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-12-26 · Heft 52 (26.12.1847) · page 7

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 52 (26.12.1847)
Date
1847-12-26
Page
– (sequence 7)
Language
German
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415 Catechismus über die nothwendigsten Glaubens- und Sittenlehren der biblisch-mosaischen Religion. Ebenso hat auch Hr. Schullehrer Hofheimer in Kappel seine vom katholischen Kirchenrath gekrönte Preisschrist über den Religionsunterricht in der Schule, drucken lassen. — Den dieser Tage veröffentlichten Ergebnissen der israel. Centralkirchenkaffe pro entnehmen wir Nachstehendes : Die von den Israeliten des Landes erhobenen Personalsteuern betragen fl. 5142. Beiträge der Kirchengemeinden zu den Rabbinatsbesoldungen fl. 3609. Zuschuß der Staatshauptkaffe: ff. 3000. — Ausgaben: Besoldungen fl. 1991. Rabbinatsbesoldungen : 6808. Unterstützungen an vormalige Rabbinen und Vorsänger fl. 1525. Reisekosten-Entfchädigung an die Bezirksrabbinen: fl. 1387. Beiträge an arme Kirchengemeinden für den Religionsunterricht und außerordentliche Beiträge zu den Gehalten von Leh. rern und Vorsängern unter fl. 250. bis zu diesen Betrage fl. 465. Unterstützungen an Gewerbslehrlinge fl. 1215. Unterstützungen an Rabbinats - und Schulamtszöglinge fl. 660. Das Vermögen des Centralkirchenfonds betrug am 30. Juni 1846 fl. 50,558 und hatte pro 18454e um fl. 344 abgenommen. Unter den Lehrern, welche einer der Belohnungen, welche für solche pro 18*7*8 ausgesetzt waren, als würdig erkannt worden, lesen wir: Unterlehrer Elsäßer in Oberdorf. Es ist überhaupt erfreulich, daß unsere Oberschulbehörde seit etlichen Jahren die israel. Lehrer in dieser Beziehung verhältnißmäßig sehr bedenkt. Verschiedenes. Frankfurt a. M., 21. Oct. Einer Mittheilung unseres geographischen Vereins in der «gemeinnützigen Chronik" entnehmen wir die Statistik der hiesigen israelitischen Gemeinde. Diese belief sich am 1. Januar d. I. auf 3237 Personen, darunter 1759 männliche und 1478 weibliche. Mit den nicht eingebürgerten, mit polizeilicher Erlaubniß hier wohnenden Fremden (sogenannten Permisfionisten) mag sich die israelitische Bevölkerung auf höchstens 5000 Seelen belaufen. Bemerkenswerth ist auch, daß unter beiläufig 700 Geburten in der israel. Gemeinde während der letzten 10 Jahre nur zwei unehliche waren. Predigt am 18. Oktober. (Frankfurt a. M.) Die Worte welche unser Rabbiner Stein am 18. Oktober gesprochen, waren so gediegen und so treffend die Wünsche und Forderungen der deutschen Judenheit aussprechend, daß fie es wohl verdienen in weitere Kreise zu dringen. Ich glaube daher mir Ihren Dank zu verdienen, wenn ich Ihnen aus dessen Predigt einige der betreffenden Stelle« wörtlich mittheile: Ja, — so heißt es im 1. Theile — die Bürger unserer Stadt find ihrer Obrigkeit in Wahrheit zugethan, deffen freuen wir.uns heute vor Gott! — Aber wir lenken heute unsern Blick aus den beengenden Mauern einer einzelnen Stadt in das große Vaterland hinaus, und wir gedenken am Feste an die lange Fastenzeit, welche das deutsche Volk in Trauer verlebte, da ein eiserner Arm schwer auf ihm lastete, jede freie Regung niederhaltend durch seine gewaltige Wucht. An den Boden gedrückt, wagte die deutsche Nation kaum zu seufzen, ihr Athem ging leise, ihre Pulse stockten. Und wann ein Wort laut wurde, was war's? ein Loblied auf die Unterdrückung des. Vaterlandes! War dieser Zustand ein wahrer Zustand? Nein, das war er nicht, und deßhalb konnte er nicht bleiben. In Wahrheit stand Deutschland auf, und in Wahrheit schloß das zur Vaterlandsliebe aus einem achtzchnhundertjährigen Schlummer wiedererwachte Israel ihm fich an; das jüdische Blut, das auf dem Schlachtfelde floß, es floß nicht gezwungen aus den Herzen der Heuchelei, sondern es floß frei und freudig, Herzblut der Wahrheit war's, vergossen für eine wahrhaft große Sache. O ihr Wackeren aus Israel, die ihr ausgehaucht euere Seelen für die Sache des Vaterlands, wie beneidenswerth ist euer Loos! Israels Hoffnung in die Zukunft schloß euer brechendes Auge — Heil euch! ihr habt ihn nicht erlebt den Tag welcher unsere gebrochenen Fesseln auf's Reue löthete! — Doch fort mit der Trauer am Tage des Festes! Daß unsere Fesseln find gebrochen worden, das ist wahr; daß fie wieder find gelöthet worden, ist auch wahr, aber daß die gelötheten kein Stückwerk, daß fie an Dauerhaftigkeit gleich seien den ursprünglich geschmiedeten, gottlob, das ist unwahr! Daß der allmächtige Gott in seiner großen Huld und Gnade einen bessern Geist in der Menschheit erweckte, einen Geist der Miloe und Versöhnung, einen Geist der Liebe und gegenseitigen Würdigung: dem Herrn sei Dank, das ist wahr! Daß diesem gegenüber der Geist der Finsterniß und der Verfolgung, der Geist des Religionshaffes und der Lieblofigkett für die Dauer werde bestehen können, das, freut euch, Brüder und Freunde, das ist unwahr! Daß wir Deutschland angehören von ganzem Herzen, das ist wahr; die Gründe aber, weßhalb man uns die unbedingte Aufnahme ins Bürgerthum versagt, die sind unwahr! O daß Deutschland gedächte der Tage seines Elendes und seines Jammers, da fein Volk gefallen war in des DrängersHand, undNiemand ihm half, Feinde sahen

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