Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 52 (26.12.1847)
- Date
- 1847-12-26
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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410 •*#, lachten über seineRuiuen.*) Gott hat "geholfen, der gerechte Gott, «ud fortan sollte Ln keinem Winkel des großen Vaterlandes eine Meuschenseele seufzen unter dem Drucke des Yorkeren Arms! — Israel seufzt noch! — Allein Das, Israe. kitev, Das ist der Hoffnungsänker an unserer guten Sache, Das die Sicgesgewißheit im Kampfe für sie, daß die Macht unserer Gegner für die Dauer nicht kann die Oberhand'behalten, weil sie nicht gegründet ist auf das starke Recht, sondern auf das Recht des Stärkeren. Und hinweisend auf die Befreiung Deutschlands und auf die Wiedereinsetzuug unserer Vaterstadt in ihre alten Rechte, schreibt das Schicksal heute am Festtage, wie dort beim Daniel .**) in der Festvacht, fein Mene Mene verhängnißvoll au die Wand, und mahnend spricht es: „hüte Dich, Stärkerer, zu kränken den Schwächeren, einen Stärkeren finden könntest auch Du!" — Denn ist's wohl ein so großer Unterschied, ob ein Holk drückt ein Volk, oder ob Ln der Mitte des Volks die Mehrheit zuräcksetzt die Minderheit? — Und du, o theure Vaterstadt, freie Stadt, heute wieder eingesetzt in deine alten'Rechte, o laß es nicht ferner zu diesen alten Rechten gehören, deine israelitischen Söhne von den heiligsten Rechten auszuschließen, sondern benütze dein neues Recht, sie in die ältesten Rechte, ausgehend von unserem gemeinsamen Himmelsvater, wieder einzusetzen! Und deine wohlwollende, auch uns mit väterlicher Gesinnung zugewendete Regierung, wie sie im vergangenen Zahre ein Ringelcheu wieder von unserer Kette gelockert hat, —wir danken es ihr heute mit erkenntlichem Herzen — o so bitte sie, bitte sie, Stadt, am heutigen Tage, daß die ganze Kette zerbreche, und aus den Trümmern werde geschmiedet ein unwiderstehliches Schwert für die Gerechtigkeit, und darauf sei eingeprägt die unvertilgbareInschrift: Wir habe« Alle Einen Vater und Eine Mutter! — Und darauf, Israeliten, gründet sich auch unsere Hoffnung für die Zukunft. Auch unserem Kampfe wird einst, durch Gottes und edler Menschen Beistand, der Frieden blühen; das Vaterland, Frieden genießend nach außen, nach Frieden ringend im. Innern, cs wird um seiner selbst, um der'Wahrheit und des Rechtes willen, Frieden ausbreiteu über Israel. Denn ist's ein so großer Unterschied, frage ich wieder / ob ein Volk bekriegt ein Volk, oder ob Ln der Mitte eines Volkes die Mehrheit streitet, mit ungleichen Waffen gegen die Minderheit? — Friede, wahrer Friede herrscht nur dort, sei es in einer Familie , sei es in einer Gemeinde, sei es in einer Stadt, sei es in einem Staate, wahrer Friede bestehend Ln einem Sichfügen der einzelnen Theile zum schönen, gesunden Ganzen, wahrer Friede herrscht dort nur, wo kein Theil sich gekränkt fühlt, wo jeder an seiner Stelle, mit freier Bewegung, mit frohem Selbstbewußtsein, sein Leben und unverkümmertes Streben der Gesammt-' heit widmen darf. Wo dieses nicht der Fall ist, dort ist Kriegszustand, ein Streit Aller gegen Alle. Und in jenen höheren Frieden ist Israel im deutschenVaterlande noch nicht eingetteten; gegen Israel besteht noch eine Art von Kriegszustand unter manchen Völkern. Und warum? um des Glaubens willen! PNL" D’DliO atsn» der droben im Himmel thront, lächelt dazu! *) Hat ein sterblicher Mensch das Recht, zu Gericht zu sitzen über die Wahrheit, um zu stören Jemandens Frieden? — Nur Gott kann, von der höchsten Stelle aus, entscheiden über die Wahrheit, die Menschen aber sollen sich nicht einander fragen: ist dein Glaube wahr? sondern: ist dein Glaube achtungswerth? Jenes ist Gottes, dieses allein ist der Menschen Sache! Die Himmel sind Himmel dem Herrn, doch die Erde gab er den Menschenkindern. *) Etwa um hier über den Himmel zu streiten? um nach der Ebenbürtigkeit im himmlischen Bürgerrechte das irdische zu vertheilen? Nein! sondern.zum Frieden und zur gegenseitigen Beglückung hat Gott den Menschen die Erde gegeben; dadurch soll ihnen die Erde zum Himmel werden. —• *) Pf. 1, 3. *) Ps. 115, 16. Literarische Anzeige. Im Berlage der Zoh. Christ. Hermann'schen Buchhand-. lung in Frankfurt a. M. ist erschienen: Kunstsymbolik, Christliche, und Ikonographie. Ein Versuch, die Deutung und ein besseres Verständniß der kirchlichen Bildwerke des Mittelalters zu erleichtern, gr, 8. 1839. Rthlr. 1. 16 ggr. od. fl. 3. *) Klgl. 1, 7. **) Daniel 5, 26. Verlag der Z. C. Hermann'schen Buchhandlung in Frankfurt a. M. — Druck von Fried. Krähe in Offenbach.