Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 52 (26.12.1847)
- Date
- 1847-12-26
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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414 und mit Entschiedenheit der Meinung entgegensetzten werde«/ als wäre der Zweifel an der Autorität des ThalmurS, die Lossagung von den rabbiuischen Satzungen eine Negation des positiven Judeuthums. Eine klare richtige Auffassung der jüdischen Religion allen unfern Glaubensgenossen beizubringen ist unstreitig das beste Mittel die Bestrebungen der Missionäre zu vereiteln. Das sehen diese Leute gar wohl ein, deßbalb suchen sie von der einen Seite gegen Aufklärung und Reform Widerstand zu veranlassen, während auf der andern Seite in unzähligen Traktätchen der Thalmud und das Ceremonialgesetz geschmäht und verhöhnt werden. Nur ein rabbinisches Judenthum und auch dieses nur beschmutzt mit allen Mißbräuchen, verdüstert mit allerlei Mährchen soll beste- .hen, damit wer darin nicht mehr verweilen mag keinen andern Kuswcg vor sich sehe, als die Kirche. A. Verschiedenes aus Bayern. (Bayern, Anf. Dez.) Ich beeile mich, Ihnen die allerneuesten Veränderungen in den allerhöchsten Verwaltungsstellen anzuzeigen. Das Ministerium „der guten Hoffnung" wie es in der Kammer vielfach genannt wurde, ist nach neunmonatlichem Bestand zurückgetrcten und in Haupt und Gliedern erneuert worden. Für unsere Verhältnisse specieü wichtig ist nun die Ernennung des Herrn Staatsraths von Berks zum Minister des Innern, und des k. Kronobersthofmeisters Freiherr von Wallerstein zum Minister des Aeußeren und der Schul- und Kirchenangelegenheiten. Auch die Ernennung des Präsidenten des obersten Rechnungshofs Hr. v. Beisler zum Justizminister ist. bei der bevorstehenden neuen Gesetzgebung, nicht ohne Wichtigkeit für unsere Sache. Ohne weiter über diese Staatsmänner ein Urtheil fällen zu wollen, sei jedoch bemerkt, wie überall noch in frischem Andenken ist, was Fürst von Wallerstein während seiner sechsjährigen Verwaltung des Ministeriums des Innern flvr einem Dezennium uns war, wie er überall die Entwickelung in kirchlicher und politischer Beziehung anbahnte und ohne Zweifel gar Vieles bei längerem Verbleiben auf diesem hohen Posten getban hätte. Unter ihm wurde vr. Grünsfeld als Advokat in Fürth angestellt, unter ihm die Erforderniß einer Matrikel für die isr. deurschen Lehrer aufgehoben und ihre Ansprüche an die Staatsfonds zur Geltung gebracht; unter ihm wurde Hr. Rabbiner vr. Aub in Bayreuth für seine reformatorischen Bestrebungen belobt und ihm für den Religionsunterricht au dem dortigen Gymnasium ein Gehalt von 100 fl. aus Staatsmitteln zuerkannt; uyter ihm wurden die bekannten Kreisversammlungen berufen und die Zeloten mit ihren Anklagen gegen Hrn. Rabbiner vr.Loewi in Fürth mit Glanz zurückgewiesen. Nunmehr werden die Verhandlungen jener Kreisverfammlungen fürder nicht mehr in den trocknen und feuchten Kanzleien begraben liegen und die Erreichung einer ebnen Kirchenbehörde nicht mehr zu den Unwahrscheinlichkeiten gehören. Bei den nunmehr zu Ende gegangenen landständischen Verhandlungen ist die Judenftage so viel als nichts gefördert worden. Wohl hat der Referent Abgeordneter Hr. Regierungsrath von Lindenfels in der 20. Sitzung über die Petition des Münchner Vorstandes Bericht erstattet und die Erneuerung der Anträge vom vorigen Landtag beantragt; aber es kam zu keinem Beschluß der Kammer, noch weniger zu einem Gesammtbeschluß. Jndeß ist nichts verloren, da alle, außer den die Geldverhältniffe betreffenden Anträgen an den Thron eine fpecielle Abstimmung nicht erfuhren. — Leid thut es mir, muß aber im Interesse der Wahrheit doch gestehen, daß ich meine Nachricht, als habe der Magistrat Nürnbergs dem Herrn Joseph Kohn das Bürgerrecht verliehen, widerrufen muß. Sie wurde mir von einem direkt aus Nürnberg kommenden mit einem amtlichen Charakter bekleideten Mann mit aller Bestimmtheit mitgetheilt und nun zeigt fich's, daß er auch mystifizirt war. Daraus aber den Schluß ziehen wollen, als fei das Gegentheil beschlossen worden, wäre aber ein gänzlich falscher, vielmehr ist ein solcher Antrag von Herrn Kohn gar nicht gestellt worden, wozu derselbe keine Veranlassung zu haben scheint, da er völlig unbehelligt in Nürnberg wohnt. —r. N. S. Diesem Bericht kann'ich zu meiner großen Freude und gewiß zur Befriedigung aller Fortgeschrittenen noch beifügen, daß die alte Partei in Fürth in neuster Zeit mit ihrem Projekt eines Gegenrabbiners von der allerh. Stelle gänzlich abgewiesen worden sind. Unter den Entscheidungsgründen soll unter andern der sein, daß die Verwirklichung ihres Vorhabens, weit entfernt den Frieden herzustellen, ihn immer mehr gefährden würde und so wäre es auch. Noch eine gute Frucht des abgetretenen Ministers von Zurhein! — Verschiedenes. vr. Weil hat nicht das Band, sondern wie indeß offiziell berichtet worden, -das Ritterkreuz der Ehrenlegion, und nun von unserm König die Erlaubniß erhalten, denselben tragen zu dürfen. — Oberlehrer Lammftomm in Buchau hat seit Kurzem zwei Schriftchen herausgegeben: Ein Lesebuch für Israeliten, und einen