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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-12-26 · Heft 52 (26.12.1847) · page 4

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 52 (26.12.1847)
Date
1847-12-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
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4IS b. Ta selbst die h. S. diejenigen, welche in ihr als eine ihnen gewordene göttliche Offenbarung verkündend, auftreten, nicht über die Schranke, an welche der menschliche Geist gebunden ist, und die engen Grenzen menschlicher Subjektivität emporhebt, so ist die Fortbildungsfähigkeit der im Namen Gottes von Menschen verkündeten Wahrheiten durch die h. S. selbst nothwendig anerkannt. H. 13. Die Genossenschaft, ihrer heiligen Aufgabe, mit einer gründlichen Reform desZudenthums den Glaubensgenossen voranzu schreiten, lebendig sich bewußt, will mit dem Ausspruch des Propheten (Hosea 6, 6): „Liebe verlange ich und nicht Schlachtopfer, Gotteserkenntuiß und nicht Brandopfer", heiligen Ernst machen, und erkennt demgemäß nur die innerliche Religiosität, die geistige Erkenntniß Gottes und die sich aufopfernde Liebe zu Gott und zu Menschen als wahrhafte Religiosität an, hält für diese jedwede Bersinnlichung derselben durch die mosaischen Ceremonial- und Ritual-Vorschriften für entbehrlich, spricht der Uebung des Ceremonialgesetzes, weil der innere Zusammenhang desselben mit den ihm zu Grunde liegenden Ideen für den Menschen der Gegenwart verloren gegangen und nur künstlich und dürftig wieder hcrgestellt werden kann, nur einen nieder» Grad von dürftiger Religiosität zu und hält durch dasselbe eine wahrhaft innige Gemeinschaft mit Gott für unmöglich; §. 14. Bon diesem äußerlichen Cultus, oder dem mosaischen Eeremonialgcsctz sind nur noch solche Bestandtheile ferner beizubehalten, welche, wie die Feier« und Festlage, das religiöse Gefühl zu beleben und die geschichtlichen Denkmale aus der jüdischen Vorzeit in Erinnerung zu bringen, Fähigkeit in sich tragen, oder als passende Cultusformen in der Gegenwart zu benutzen sind; tz. IS. Als die für den Menschen auf der gegenwärtigen Stufe der Geistesbildung angemessenste Cultusform hält die Genossenschaft das mündliche Wort, den natürlichsten Ausdruck des Geistes, als Lehre und Gebet. Geschichte -es Tages. Eine Bekehrungsschrift. (Schluß.) Zunächst will man die Emancipation hindern, warum? we l die Juden sich taufen sollen, wenn sie.Bürgerrechte genießen sollen. Dagegen ließe sich nun freilich einwenden, man dürfe doch aber den Juden ihre Rechte nicht vorenthalten, man handle aber doch ungerecht, ihnen das zu verweigern, worauf sie den rechtlichsten Anspruch haben, was Humanität, Menschenliebe und Christen, thum für sie fordern. Darauf hat aber Hr. St. eine sehr schlagende Antwort: „Den Juden selbst sei damit nicht der geringste Dienst erzeigt; blieben sie in ihrem Unglauben an Christum, so wird darum doch ihr wahres Heil nicht gefördert." Also die bürgerlichen Rechte, für was find die zu achten? Die sind so gut als nichts. Und doch rathet uns Hr. St. für dieses Nichts uns vorläufig nur ein wenig taufen zu lassen, „bis der Morgen anbricht;" und doch hat dieses „Nichts" ihm einen solchen Werth, daß er es uns nur um diesen Preis ablassen will! Doch wahrhaftig es ist nicht zum Scherzen, daß solche Grundsätze noch im 19. Jahrhundert laut werden, daß die Geistlichen, die Lehrer des Volkes von solchen Ansichten ausgehen. Ich möchte doch Hrn. St. fragen, ob demnach ein katholischer Staat, nicht eben so gut alle Nichtkatholiken auszuschließen berechtigt sei» da die katholische Kirche bekanntlich nur die Katholiken als Christen betrachtet? Aber ich hätte so viel zu fragen, wenn ich mich hier auf eine Kontroverse einlassen wollte. Ich will nur das jüdische Publikum von den Ansichten unv Grundsätzen dieser Misfionsbestrebungen in Kenntniß setzen, um zur Vorsicht und Wachsamkeit zu veranlassen, um von den süßen Liebesworten dieser Seelenfischer und „Freunden Israels" sich nicht bethören zu lassen, besonders aber ihren Darstellungen der christlichen Religionslehren und Auslegungen der Bibel auch nicht das müdeste Vertrauen zu schenken, denn da sie nichts wollen als daß der Jude nur sich taufen lasse, mag in seinem Herzen die Wahrheit oder die Lüge wohnen, so wird von ihnen jedes Mittel angewendet, um nur Täuflinge zu erhaschen. „Mögen unter 100 Menschen 95 moralisch zu Grunde gehen, wenn vielleicht 5 ins Netz gehen, ist ja schon Vortheil genug." Deßhalb will man.die Emancipation verhindern, der Jude soll gequält und gedrückt sein, damit er zum Taufbecken flüchte; daßhalb will man jede Reform im Judenthum hindern, der Jude sott keine Aufklärung in religiösen Gegenständen erlangen, so keinen Ausweg kennen, als entweder Beobachtung thalmudischer Satzungen oder — Tauft. So die katholischen Mystiker, so die protestantischen.

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