Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 51 (19.12.1847)
- Date
- 1847-12-19
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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403 der Vercrsnung vom Iabre 1828, in ker verbältnißmäßig nur wenige Laien Sitz, Rabbiner allein aberCtimmreckt hätten. Es ist dies dieselbe Tendenz, die in neuester Zeit die sogenannte badische Rabbiner-Versammlung, zu der sich leider so mancher unserer badischen Rabbiner mißbrauchen ließ, bervorrief. Ibr Ziel, unser Land! Mlt einem Pabste und den entsprechenden Kardinalen zu beglücken und so für Iahrzehnde den Fortschritkskeim zu ersticken, bat sic nickt zu erreichen vermocht. — Tie Synode, nach dem Muster der Verordnung v. 1828 ist der von uns verlangten Institution so nnabnlick, wie die Nacht dem Tage und wäre wahrltck ein Todesschlag für unsere Bestrebungen." Herr Schott hatte auck zu erwägen gegeben, es dürften die Wablcn nicht zu Gunsten der Fortschrittspartei ansfallen, wozu das Resinue weiter b» merkt: „Man stellt uns endlich als drobendcs Gespenst eine starr orthodore Majorität in der künftigen Synode in Aussicht. Ich habe von unserer tbatkrackigen, innerlich gesunden badischen Glanbensgeuossenschafr eine besiere Meinung. Tiefes Volk wird der M'ebrzabl nach nur Vertreter des gemäßigten oder entschiedenen Fortschritts senden. Und wenn auch nickt, wenn selbst das Schlimmste einlrcten sollte, — grade die jnngern intelligentern und thatkraftigen Rabbiner weiden auf unsrer Seite streiten und mir ibncn gewiß eine je kleinere desto enger gesckaarte Minorität unter den Laien. Eröffnet dieser beredt n und begeisterten Schaar einen Sprechsaal, in dem auch die Gegner, inscnderbeir unter den Rabbincn erscheinen und sich verantworten, und — die gure Sache wird siegen." Tie Einreichung der Eingabe wegen Berufung einer Synode wa-d mit großer Stimmenmeblbeit beschlossen. — Als letzter Gegenstand der Besprechung war die Frage an der Tagesordnung: In wie fern den Beschlüssen der Rabbinerversammlnng Geltung in Baden verschafft werden könne? Hierüber erstattctc Herr vr. Hamburger ans Carlsrube einen Bericht, welcher die durch solche bereits für zulässig erklärten Reformen im Leben und im Culrns einzeln aufzäblte, und beantragte, den Obberrach zu ersuchen, die Beschlüsse der Rabbinerversammlung einer badischen Synode zur Begutachtung vorzulegen, und im Falle der Zustimmung sowobl die öffentlichen religiösen Institutionen danach anzuordnen, als auch sämmtlichcn Religionsschullebrern anjuempsehien, aus dieselben beim Reltgionsunterrichte! Rücksicht zu nehmen." Wir ersabren aus den die Dis- I cn'sion einleitenden Worten des Herrn Präsidenten hier j zuerst gewissermaßen osficiell, „daß es den Machinationen emer finsteren Zeloten - Partei gelungen sei, der Ausfubrung des Beschlusses der dritten Rabbinerversammlung, im Juli d. I. ibre vierte Versammlung in Mannheim abznhalten, Schwierigkeiten zu bereiten, so daß eine Vertagung aufs nächste Jahr norhwendig wurde." Herr S ch o t t erklärte, er sei „nicht gegen die Rabbinerversammlung im Allgemeinen und vielmehr hieber gekommen, um manchen Beschlüssen derselben seine Zustimmung zu geben. Er selbst habe auch bereits schon manche Beschlüsse der Rabbinerversammlung in seiner Gemeinde zu verwirklichen gesucht, wie die Abschaffung des kol-nidre, die Gestattung des Genusses der Hülscnfruchle am Paffahseste, und in Bezug auf die Trauergebränche habe er in der badischen Rabbinerversammlung den Antrag gestellt, die 7tägige Trauer ans drei zu beschränken; auch der Abschaffung der zweiten Feiertage wollte er nicht entgegen sein. Allein er ivollre dies nur durch eine Synode bewirkt sehen, nickt vereinzelt. Ta er sich jedoch gegen die beantragte Synode ausgesprochen habe, so habe er in dieser Sache nicht weiter milznsprechen." Rach kurzer Discussion ward der Antrag mit einer an Einhelligkeit granzenden Majonrär zlün Beschlüsse erhöhen. Wir finden es billig daß den Beschlüssen der Rabbinerversammlnng, nachdem sie so vielen, großentbeils ungerechten Tadel ersah'en, in dieser Versammlung auch einmal enthusiastisches Lob zu Tbeil ward. Letztes erklärt sich aus der Jugend des Vereins wie der Stimmfubrer in der Versammlung; der Jugend erscheint alles in rosenrotbem Lickte. Wi .erlauben uns als Beleg folgende Stelle ans dem Be richte des Herrn Le v in ge r anszuheben: „An einen Zunz, Jost, Creizenach, Salomon schloß sich ein Geiger, Stein heim, Philippso hn, Stein und Holdbcim an, Namen, die voll klingen für jeden Geist und jedes Gem. tb, das glübt für das Ideal einer reinen, zeitgemäßen jüdischen Kirche." Der theil weise Mangel an ganz richtiger Würdigung der Pcrso nen und Verhältnisse fand sich jedoch reichlich dur Frische, Eifer, Gesinnungstuchtigkeit und guten Wille ersetzt. Ungern haben mir den wacker» Hrn. vr. Eller aus Mannheim bei der Versammlung vermißt. Wir wüden dem Vereine übrigens empfehlen, wo mög-