Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 51 (19.12.1847)
- Date
- 1847-12-19
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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407 Staatsministcrs Due das Denkmal eingeweiht, welches sie im Verein mit ihren Glaubensgenossen in Rorrköping, Gothenburg und Kopenhagen dem Dichter Henrik Weraelanv, der bekanntlich als Schriftsteller (und Storchingsmann) für die Juden sehr wirksam war, gewidmet haben, und welches in Christiania aufgestellt werden soll. Dies Denkmal besteht aus einem Tempel im go« thischen Srylc, in dessen Mitte sich das Brustbild des Dichters befindet, und ist von gegossenem Eisen. Pinner. Königsberg. (Br. Ztg.) vr. Pinner wollte hier Vorlesungen über die gegenwärtige Lage der Juden in verschiedenen Ländern halten. Sowohl der Polizeipräsident als der Oberpräsident untersagten es aber, wenn sie nicht vorher das Manuskript geprüft hätten, wodurch Pinners ganzer Vorsatz scheite:n mußte, da er frei zu sprechen pflegt. — Das Tribunal des Königreichs Preußen als Appelationsinstanz bat dem 1)r. Falkson in seinem Eheprocesse angekündigt, daß kein mündlicher Schlußtermin in seiner Sache siatifinden, sondern auf den schriftlichen Vortrag zweier Referenten entschieden werden würde. Dieses Verfahren ist zwar gesetzlich gerechtfertigt, scheint aber erst später vom Tribunal beschlossen zu sein, nachdem anfangs Mündlichkeit festgesetzt war. 0r. Falkson will sich au den Gerichtshof mit der Petition wenden, ihm auch in dieser, wie in der ersten Instanz, Mündlichkeit zuzugesieben. Russische Verordnung. Warschau. DrrKmyer Warszawski meldet: „Es ist zur Kenntniß des Fürsten Statthalter gelangt, daß Juden sich heimlich iu'6 Ausland begeben, um sich dort anzusiedeln; daß einige von ihnen dann, wenn sie dort keinen passenden Aufenthalt gefunden haben, wieder in das Königreich Polen zurückkehren; endlich daß miiitä'ipflichtige Juden deshalb über die Grenze gehen, um sich dem Militärdienst zu entziehen, und nach Zurücklegung des dienstpflichtigen Alters wieberkommen und dann von der Aushebung frei sind. Hieraus entspringt auch der Uebclstand, daß die zurückkehrenven Juden gelegene Punkte zum Uebergang über die Grenze kennen gelernt haben und andern Militärpflichtigen das geheime Entkommen erleichtern. Um also dem vorzubeugen, haben die Gouvernements-Regierungen aufRescript der Regierungskommission des Innern vom 4. October d. I. die angemessene Verweisung an die Schulzen und Bürgermeister erlassen, daß diese, falls sich ein militärpflichtiger Jude heimlich über die Grenze entfernt oder ein solcher nach Ablauf seines dienstpflichtigen Alters in's Königreich zurückkehrt, sofort dem Kreisches, mit Beifügung aller den Uebcrläufer betreffenden Verhältnisse, davon Anzeige zu machen, und überhaupt alle Maßregeln zu treffen, um das geheime Entkommen von Juven über die Grenze zu verhindern. Uriel Acosta 'S Leben und Lehre, von Dr Herrn. Iellineck Zerbst 1847. sLcbluS.) Es hatten sich also zwei Schlachtordnungen gegen mich gebildet, die eine bildete Vas Volk, und die andere meine Verwandten. Sie ruheten nicht, bis sie mich von meinem früheren Standpunkt verdrängten. Sie sagten öfter: Unterwirf dich uns; wir sind ja alle Brüder und da brauchst du gar nicht zu fürchten, daß wir schlecht mit dir verfahren werden. Obgleich ich nun ' dies noch in Frage stellte und eine so gewaltsam erzwungene Unterwerfung mir höchst schimpflich erschien, so beklagte ich mich doch selbst, und erklärte: ich werde mich Allem, was ihr mir auferlegt unterziehen." „Ich trat in die Synagoge, welche von Männern und Weibern, die zum Schauspiel gekommen, voll war, und als es die Zeit verlangte, betrat ich die hölzerne Rednerbühne, welche sich in dt'- Mitte der Synagoge zum Predigen und zu andern Zwecken beflndet, und verlas mit lauter Stimme die von ihnen aufgesetzte Schrift, die das Bekenntnis enthielt, daß ich würdig sei wegen meines Vergebens tausendmal zu sterben. Nach beendigter Vorlesung stieg ich vom Rednerstuile herab und es näherte sich nun der Oberrabbi und sagte mir leise in das Ohr, ich möchte mich in emen Winkel der Synagoge verfügen. Als ich mich rabin begeben hatte, sagte der Thürsteher, ich sollte mich entblößen, ich entkleidete meinen Körper bis zum Gürtel, band ein leinenes Tuch um den Kopf, zog meine Schuhe aus, unv reckte die Arme aus, meine Hände an einer Säule haltend. Der Thürhüter band meine Hände mittelst eines Gürtels an diese Säule. Nachdem nun dieses geschehen, kam der Vorsänger und gab mir mit der Geißel 39 Schläge, gemäß der Tradition; denn ein Ausspruch des Gesetzes lautet dahin, daß die Zahl 40 ncht überschritten werden dürfe, und da diele solche gottcsfürchtige und gcsetzwillige Leute sind; so hüten sie sich wohl das Gebot auf eine derartige Weise zu übertreten. Während der Geißelung wurde ein Psalm