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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-12-19 · Heft 51 (19.12.1847) · page 2

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 51 (19.12.1847)
Date
1847-12-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
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406 Aussichten in Mecklenburp. Rostock. Auf dem meklenb. Landtage werden u.A. folgende Propositronen des engeren Ausschusses zur Sprache kommen: Verhältnisse und Rechte der Juden; Bericht über Heimaths-, Armen- und Nieverlassungsverhältnisse; Herausgabe einer Gewerbeordnung. Jüdische Docenten. Berlin. Nachdem das neue Gesetz über die Verhältnisse der Juden bestimmt hat, daß dieselben an Universitäten, so weit die Statuten nicht entgegenstehen, als Docenten und Professoren für gewisse Lehrfächer zugelassen werden können, kommt es jetzt zunächst darauf an, genau zu ermitteln, was die Statuten der preußischen Universität in dieser Beziehung gestatrcn und versagen. Zu dem Ende hat daher der Minister Eichhorn unterm 28. v. M. in einem Circulare alle Regierungs-Bevollmächtigten an den Universitäten aufgefordert, zu veranlassen, daß die einzelnen Facultäten, so wie auch Rektor und Senat 1) über den faktischen Stand der Sache und 2) wenn die Statuten die Zulassung der Juden zu den im Gesetze bezcichneten academischen Lehrfächern nicht gestatten, über die Frage, ob eine Modification derselben für zulässig und angemessen Zu erachten sei. näher berathen und sich äußern. Bei der Wichtigkeit der Sache — heißt es in dem Rescripte — ist nichts zu verabsäumen, was zu einer vielseitigen und gründlichen Berathung beitragen kann. Es haben daher zunächst die einzelnen Mitglieder der Facultät viririm ihre Ansicht in einem motivirten Votum auszusprechcn; sodann hat sich die Facultät zu einem Gesammtvotum zu vereinigen; darauf sind die Vota der einzelnen Facultäten dem Rector und Senat vorzulegen, welche zuletzt die Sache in ihrem die ganze Universität umfassenden Zusammenhänge zu erwägen und zu begutachten haben. Die theologischen und juristischen Facultäten, von welchen die' Juden durch da§ Gesetz ausgeschlossen find, haben natürlich bei der Begutachtung nicht ihr specielles Interesse, sondern nur das der Universität überhaupt ins Auge zu fassen, und überdies sollen die juristischen Facultäten auch die Frage prüfen, ob die jetzige Ausschließung, falls sie den Statuten gemäß statlfindcn mußte, auch für die Zukunft ohne alle weitere Modification zu befürworten sei. — Zur Vorlegung aller Verhandlungen ist nur ein Termin »o« drei Monaten gestellt. Deräuderungen. Breslau. Endlich scheint der langjährige Zwiespalt in der hiesigen jüdischen Gemeinde einer Ausgleichung sich zu nähern. Das Obervorsteher-Collegium hatte vor längerer Zeit schon einen Plan entworfen, wonach unbeschadet der Einheit der Gesammtgemeinde die Interessen der verschiedenen religiösen Richtungen beachtet und gewahrt werden sollen. Demnach sollte der Cultus nicht Sache der künftigen Synagogengemeinve sein, sondern es sollten in dieser zwei gesondert Cultusverbänve sich bilden, deren einem ein jegliches Mitglied der Gemeinde angchören müsse. Die Beamten jeglichen Cultusverbandes würden natürlich nur von diesem angestellt unv besoldet, die Bedürfnisse jedes Cultusverbandes von seinen Mitgliedern aufgebracht; natürlich hat auch die künftige Synagogengemeinve alle von dem Obervorsteher-Collegium eingegangenen Verpflichtungen zu übernehmen. Die Häuper der (orthodoxen) Opposition sind jetzt auf die Hauptpunkte dieses Planes eingegangen. Auswanderung. Posen. Die Auswanderung aus unserer Provinz in fremde Wclttheile ist nicht unbedeutend. Die Mehrzahl der Auswanderer besteht aus jüdischen Handwerksgesellen, namentlich aus Schneidern und Kürschnern. Sie kehren nach einigen Jahren in der Regel zurück und haben häufig ein kleines Kapital erworben. Verbesserungen in Oesterreich. Wien. Von Seite der Hofkammer ist bei dem Kaiser der Antrag gestellt worden, den Israeliten gleich allen übrigen Staatsbürgern den Betrieb des Bergbaues zu gestatten. Bevor indeß die Reformsrage vor den Staatsrath kommt, muß noch die Hofkanzlei darüber ihre Meinung abgeben. — In Ungarn müssen die Juden sieben Meilen entfernt von jedem Bergwerk wohnen und auch in den Erbläudern dürfen sie wcver in Bergorten noch in deren Weichbild domiciliren. Ausnahmsweise ist jeroch dem Baron Rothschtld der Besitz von Eisen, und Kohlengruben erlaubt worden. Gebete für den Pabst. Air (Südfrankreich). Die hiesigen Juden haben aus Dankbarkeit für die den römischen Juden zu Theil gewordenen Verbesserungen ihrer Stellung Gebete für den Pabst in ihren Synagogen veranstaltet. WergelandS Denkmal. Stockholm. Heute Vormittag haben die Mitglieder der hiesigen mosaischen Gemeinde in Gegenwart des norwegischen

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