Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 48 (28.11.1847)
- Date
- 1847-11-28
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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379 а. Als Grundlehre über das Wesen Gottes erkennen wir die Worte der Schrift: 1) Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. 2) Höre Israel, Zehovah, unser Gott, ist der Einzige, Ewigseiende. 3) Heilig, heilig, heilig ist der Ewige, Zebaoth. Die Geistigkeit, Allmacht, Allweisheit, Allgerechtigkeit, Allwissenheit und die allwaltende Liebe Gottes sind aus diesen und ähnlichen Schriftworten nachzuweisen. K. Als Grundlehre über das .Verhältniß Gottes zum Menschen. Kinder seid ihr dem Ewigen, eurem Gott. б. Als Grundlehre über die Natur und Bestimmung des Menschen. 1) Der Mensch ist im Ebenbilde Gottes geschaffen. (Freiheit, Sittlichkeit, Gemeinschaft mit Gott ohne Vermittelung.) 2) Tie Sünde lagert vor deinerThür, nach dir ist ihr Verlangen, doch du kannst ihrer Herr werden. 3) Und cs kehrt zurück der Staub zur Erde, woher er ward, und der Geist kehrt zurück zu Gott, der ihn gegeben. «I. Als Grundlehre über die Pflichten des Menschen gegen Gott. 1) Erkenne den Gott deines Vaters, daß du ihn anbetest. 2) Tu sollst den Ewigen, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit ganzem Gemüth. o. Als Grundlehre über die Pflichten des Menschen gegen sich selbst. Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der Ewige, euer Gott. f. Als Grundlehre über die Pflichten des Menschen gegen seinen Mitmenschen. 1) Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. 2) Du sollst dich nicht rächen und nicht Haß nachtragen. Die Sünde ist die Entzweiung des Menschen mit Gott, woraus der Unfriede mit sich selbst, als Strafe für die Sünde, entsteht. Aus dem Gefühl dieses Unfriedens entsteht die Reue oder das Streben nach Wiedervereinigung mit Gott, die ihm, ohne alle Vermittelung, als Versöhnung zu Theil wird. 6. Die Anerkennung aller dieser Lehren ist ohne Werth so lange sie eine äußere, nur durch Worte oder Eeremonien bekundete ist, sie gewinnt nur Bedeutung, wenn sie zur wahrhaften inneren Ueberzeugung, und somit zum Quell eines sittlichen Lebens und Wirkens wird. UI. Besondere Pflichten des Israeliten als Mensch, als Bürger und als Israelit. 7. Allgemeine Bestimmung der Menschheit. Die Menschheit soll zu einer immer größern, geistigen und sittlichen Vollkommenheit fortschreiten, und sich am Ende der Tage zu einer in der Erkenntniß und Anbetung des wahrhaften Gottes einigen, durch die innigste Liebe verbundenen Gemeinde verbrüdern. Tie vollkommene Glückseligkeit wird mit der vollkommenen- Sittlichkeit Hand in Hand gehen. (Messiasreich, das Iudenthum als Weltreligion.) 8. Allgemeine Bestimmung der Bekennner des Zudenthums. Den Bekenncrn des Iudentbums ist in der Menschheit die Aufgabe geworden, die höchste Erkenntniß vom Wesen Gottes und von der sittlichen Aufgabe des Menschen zu empfangen, zu wahren, zu verwirklichen und durch die lebendige Kraft des Beispiels zu verbreiten. Für die Erfüllung dieser Aufgabe und in keiner anderen Weise ist Israel auserwählr und zum Priesterromn berufen unter allen Völkern. 9. Israel als Volk. Israel hat als ein abgesondertes Volk einen Tdeil dieser Aufgabe zu erfüllen gehabt. Mit dem Untergänge des jüdischen Staats ist diese Aufgabe erfüllt und für immer erloschen. Daher ist die Hoffnung auf eine Wiederherstellung des jüdischen Staats vollkommen zu verwerfen. 10. Verhältniß des Juden zu seinen anders glaubenden Mitmenschen. Jeder Mensch, weß Glaubens und weß Volkes er sei, ist sein Nächster, und er soll ihn lieben wie sich selbst. (Schluß folgt.)