Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 47 (21.11.1847)
- Date
- 1847-11-21
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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- Mohel 1× ep/1006163
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:r-«K fordert laut und gebieterisch eine Aenderung. Denkt man noch hiezu, daß diese Operation in die Hände meist gänzlich unwissender Mo helin gegeben ist, so ergiebt sick, daß dadurch die Gefahr noch vergrößert, die Abstellung der Uebelstände noch dringender gefordert wird. Die Judenheit kann dem Hrn. Ref. nicht genug danken, daß er mit grellen, aber wahren Farben den Sachbestand schildert, und was noch mehr ist, zweckmäßige Vorschläge' zur Verbesserung dieser groben, jedes Gefühl empörenden Operation macht. Wir heben von diesen nur die wichtigern hervor, indem wir zur genauern Belehrung die Schrift selbst dringend empfehlen. „Die Mohelim müssen mit den uöthigen theoretischen und praktischen medicinischen Kenntnissen ausgerüstet, von der Medicinalbehörde geprüft und verpflichtet, und diesen verantwortlich sein. Ein Arzt werde bei jeder Beschneidung zugezogen, um über Zulässigkeit der Operation oder etwaige Modification derselben rc. zu entscheiden. Die Operation selbst erfordert: Der Cbitach geschehe über einer gut construirten Klemme, die Per iah mit einem schneidenden Instrumente; die M e z i z a h bleibt streng untersagt." — Zn Beziehung auf Blutstillung vermissen wir einen guten Vorschlag des Hrn. Ref. Am besten wäre es nach unsrer Meinung, dieselbe dem M oh el ganz zu entziehen, und einem Arzte zu überantworten. Schon diese kurze Darstellung rechtfertigt das von uns ausgesprochene Lob, nörhigr uns aber auch strengen Tadel ab. Ter Hr. Ref. ist auf halbem Wege sichen geblieben. Er zeigt uns wie durch zweckmäßige Aenderungcn der Operationsmetbode manche Gefahren bei der Beschneidung vermieden werden können, er gibt nicht au, wie man dieselben ganz umgeht. Dazu gibt es in der Tbar nur ein Mittel: gänzliche Unterlassung jener Körperverletzung. Denn es schützt keine noch so geschickte Hand, keine noch so kunstgerechte Operationsmetbode vor schädlichen Folgen und unglücklichem Ausgange. Die Beobachtung an seinen Kindern hätte dem Herrn Referenten diesen Ausspruch abnöthigen müssen. Vereinigte sich nicht Alles in diesen Fälle«, um keine Befürchtung auskommen zu lassen? Ein eine dicke Compressc! Bei solchem Verfahren sind etwaige Nachblutungen schwer, und nur dann zu entdecken, wenn es in vielen Fällen zu spät ist. Möbel, ein Opcrattur dabei, der Vater selbst Arzt, das Kind unter der beständigen Aufsicht? Und doch schützte All' das nicht vor Lebensgefahr, ja vor dem Tode. Welcher Arzt kann auch wissen, ob ein Kind Bluter- Anlage bat; wie kann ermittelt werden, ob nicht Disposition zu tödtlichen Krämpfen (eclatnpsia Trismus u. Tetanus,) zu Brand n. s. w. einem Reugebornen inne wvbnt? Unter solchen llmsiänden aber, wie kann man sich nur erkühnen zu beschneiden und beschneiden zu lassen, und zu der Menge gefährlicher Krankheiten, denen die Reugebornen ohnehin unterworfen sind, auch noch diese oft tödtliche Körperverletzung hinzuzufügen! Deßhalb tadeln wir den Ref., daß er, dessen Einsicht und Sachkenntniß diesen gewichtigen Betrachtungen nicht entgehen konnten, auch nur einen Augenblick 'Anstand nimmt, die Beschneidung, selbst wenn sie untadelhaft ausgeführt wird, als höchst gefährlich, gänzlich zu verwerfen. Wir schließen dies Referat mit der Hoffnung, daß das besprochene Buch, — besonders aber die getreue Darstellung der beiden Bcschneidungcn der Kinder des Hrn. Ref. (pag. 3 — 7) den Familienvätern die Augen öffnen, und so zur Unterlassung der verstümmelnden Beschneidung das ihrige beitragen mögen. Dr. W—ch. Geschichte des Tages» Versammlung der Reformfreunde. (Berlin im Nov.) — Scho» sind mehrere Tage vorüber, seitdem rie Versainmlung der Neformfreunde geschlossen, aber noch lebt der Eindruck, den sie auf uns gemacht, in uns fort, noch denken wir mit freudiger Erhebung der wissenschaftlichen Klarheit, der tiefen Gemütblichkeit und des wahrhaft religiösen Ernstes, mit welchem hier die höchsten Fragen der Zeit und der Neligion besprochen worden sind. — Aber noch größer als auf die hiesige Gemeinde wird die Wirkung jener Versammlung nach außen sein; Denn mögen auch die gegenwärtigen Zustände in den Gemeinden auch die Höherstrebenden von einem förmlichen Anschluß an die Resormgenoffenschaft noch zurückhalten; so sind die Sympathien für dieselben doch bedeutend, so zählt jede nicht ganz zurückgebliebene Gemeinde in ihrer Mitte nicht wenige, die ihrer religiösen Anschauung nach längst der Genossenschaft angehören und allen ih-