Mannheim
Compact Memory

Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-11-14 · Heft 46 (14.11.1847) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 46 (14.11.1847)
Date
1847-11-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2566751-2567098-2567145--2889-2570859
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

363 menschlichen Befähigung nicht überschritten wird. Als Zeugniß einer solchen Offenbarung ist die heilige Schrift in unfern Gebeten aufzufassen und mit Ehrfurcht zu nennen. — Eine Verbindlichkeit der in ihr enthaltenen Lehren und Vorschriften wird jedoch nur insoweit anerkannt, als sie auch für uns noch eine Quelle der Gotteserkenntniß sind, und eine versittlichende Kraft auf das Leben auszuüben vermögen. h. Von den Sa bb atb g ebeten ist die Idee der Verpflichtung zu einer vollständigen Ruhe, so wie von der besondern Heiligkeit eines bestimmten Tages zu entfernen. Statt dessen ist es als eine religiös-sittliche Pflicht zu bezeichnen, daß der Mensch einen Tag vornehmlich der Weihe und Erhebung widme, und sich Alles dessen enthalte, was dieser Weihe entgegen steht. II. Antrag der Cösliner Reform-Genossen: Daß die' Versammlung sich für die Bildung eines Reformvereins erklären möge, der sich durchaus fernhalte von aller und jeder Bekenntniß oder Definition des wahren Judenthums und seine Benennung Genossenschaft für Reform im Judenthum" verändere in die Bezeichnung „Verein für Reform des Jndenthums", dessen Tendenz also auf Reformen innerhalb der Gesammtheit der Juden zu richten sei, und daß demnach die Berathung über die Mittel und Wege Statt zu finden habe, „wie am zweckmäßigsten vom Gesammtverein wie „von seinen einzelnen Mitgliedern für diesen Zweck „zu wirken sei," so daß die religiöse Bekenntnißsache unbedingt Eigenthum des Einzelnen und die Ordnung des Kultus das Recht der einzelnen Gemeinden verbleibe. m. Antrag des Herrn 0r. Honigmann aus Breslau, auf Festsetzung der Grundsätze, nach welchen die in Kultusangelegenheiten mit den bestehenden Einrichtungen in ihren Gemeinden dissentirenden Gesammlheiten bei der bevorstehenden Organisation der Synagogengemeinden eine Vereinigung oder eine völlige Lostrennung zu bewirken haben, so wie der Grundsätze, nach welchen innerhalb der Gemeinden selbst die von dem Gesetz offen gelassene freie Vereinbarung über Kultuseinrichtungen zu realisiren sein möchte. — IV. Antrag des Gutsbesitzers Herrn Berliner auf Schloß Zülz, das Reformationswerk auf die große jüdische Volksmaffe zu richten, um durch die Anlegung von Ackerbau- Schulen für die gereifte ärmere Jugend, und bei ausreichenden Mitteln von Kolonien für Familienväter dieselben vom Nothhandel abzuwenden V. Eingesandter Antrag des Herrn vr. Goldscheider in Sommerfeld, auf Abschaffung der Beschneidung. VI. Antrag des R e li g i on s le h re r s Herrn I>r Levy in Bres lau, für den Religionsunterricht, und besonders in der Bibelkunde einen Auszug aus der Bibel anzufertigen, der Alles dem jugendlichen Alter und unsrer Denkweise Unangemessene ausgeschieden hat. VII. Antrag des Obervorstehers Hellwitz in Soest. Da wir an den preußischen und fast allen deutschen Universitäten keinen Lehrstuhl für jüdische Theologie besitzen, und auch keine Hoffnung haben können, bald einen solchen errichtet werden zu sehen, so stellt sich die Bildung einer jüdischen Theologen-Schule entsprechend dem jetzigen Zeitbedürfnisse und gemäß unserem jetzigen Bildungszustande als eine dringende Nothwendigkeit heraus. Mein Antrag geht deßhalb dahin: Mittel und Wege ansfindig zu machen, um in Berlin, als dem geeignetsten Orte, eine solche jüdische Theologen - Schule unter der Oberaufsicht und nach den Prinzipien der Reformgenoffenschaft ins Leben zu rufen, oder falls dazu die Zeit in dieser Versammlung nicht mehr ausreichen sollte, eine Kommission zu ernennen, die einen Plan dazu entwerfen und an die Ausführung zu denken habe.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.