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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-11-07 · Heft 45 (7.11.1847) · page 5

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 45 (7.11.1847)
Date
1847-11-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
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357 lischt» Sitte entsprechend, vorzuziehen sei." — (In einer Anmerkung wird auch die Frage: Muß der Israelit vor Gericht den Eid mit bedecktem Haupte schwören? verneint, da die Sitte mit unbedecktem Haupte nicht zu beten, in den historischen und rituellen Schriften des Judenthums durchaus keine Begründung habe.) Vom Schulklopfer, (welcher bei Eiden, die in der Gcrichtsstube geschehen dürfen, hinzugezogen wird) bemerkt Hr. Stein, es sei das eine Person, welche das 19. Jahrhundert längst nicht mehr kennt, was soll dieses Gespenst unter Lebenden? Am Schluffe spricht der Verfasser und mit Recht die Hoffnung aus, daß in Frankfurt eine Feststellung der Eidesformen um so mehr geschehen werde, als in neuerer Zeit mehrere deutsche Staaten und namentlich Hamburg in gänzlicher oder doch thcilweiser Abstellung des veralteten Judeneides den Anforderungen der Zeit Rechnung getragen haben. „Hinter diesen Staaten und besonders hinter der Schwesterstadt Hamburg wird die freie Stadt Frankfurt gewiß nicht Zurückbleiben. — Die Spnckgeftalt des alten Judencides wird aus unseren Mauern verschwinden und der Geist deö Jahrhunderts wird in unserer Vaterstadt für Licht und Recht einen neuen Sieg errungen haben." Cultus - Reformen. Von der holländischen Grenze: Einen äußerst regsamen Förderer findet die gottesdienstliche Reform an dem gelehrten und gefinnungstüchtigenOberrabbiner Hirsch in Luxemburg. Dort war am letzten Ncusahr- und Vcrsöhnungstage ein zu 3/4 deutscher Gottesdienst, indem statt der Piutim die Gebete der Genossenschaft , soweit sie nicht eine Uebersei;ung der flbsn find, ferner die von Jost und Auerbach herausgegebenen und Einiges von Stein vorgetragen ward. Dieses hat sehr gefallen, selbst dem gemeinen Volk. Nun hat man dort auch den dreijährigen Cyklus in Verbindung mit deutschen Haphtharas eingeführt. Obgleich nun alle mögliche Vorsicht gebraucht worden, die Majorität i.i einer Gemeindeversammlung auch dafür war, so sollen doch Schritte von der Opposition geschehen sein, um sich mit einer Collect iv-Vorstellung an den König zu wenden, was ihr inreß schwerlich etwas nützen wird. Die Wahl Rothschilds. London. Kürzlich versammelten sich die Mitglieder und die Freunde der neugebildeten Verbindung zur Beseitigung der dürgerlichen und religiösen Zurücksetzung der Juden (associalion kor the removal of the civil and religions disabilities of the jews) zur Feier der Wahl Rothschilds in's Parlement. Die Zahl der Anwesenden betrug ungefähr 120. Der Vorsitzende Hr. Mitchell eröffnete die Versammlung mit einem Toast auf die Königin, indem er sagte, „welche Freude es gewähre, jetzt auf eine noch nicht weit zurückliegende Zeit zurückzublicken, wo unter der Regierung englischer Könige gewisse Theile der City von London den Juden zur Wohnung angewiesen waren, außerhalb deren Grenzen es ihnen zu wohnen nicht gestattet war nnd mit dieser Zeit des Despotismus und der Unduldsamkeit die jetzige Zeit zu vergleichen wo jeder Bekenner des jüdischen Glaubens in diesem Lande ein vollberechtigter Dürger geworden und das höchste Gefühl der Ehrfurcht vor der König'» des ausgedehntesten, des freisinnigsten und gebildetsten Reichs a ls dem Erdboden fühle." Alsdann wurden die Gesundheiten der verwittweten Königin und des Prinzen Albert ausgebracht. Der nächste Toast galt dann „den Ministern." „Es wäre" sagte der Vorsitzende, „kein Zwelsel, daß vieles Gute von ihnen erwartet werden könne, wenn sie von der öffentlichen Meinung des Landes kräftig unterstützt würden. Er sei fest überzeugt, daß sie von den Juden das letzte Zeichen der Sklaverei das noch auf ih> neu ruhe entfernen wollten, und daß sie bereit wären die wichtigen Grundsätze, die die Bürger der City von London bei der letzten Wahl ausgesprochen, in's Leben treten zu lassen, die vollkommene Berechtigung Aller ohne Unterschied der Farbe und des Glaubens, das gerechte und ruhmvolle Princip der bürgerlichen und religiösen Freiheit." Es wurden alsvann noch mehrere Briefe von Freunden der Verbindung vorgelesen, unter Anderm auch einer von Lord John Russell. Mit besonderer Wärme wurde das „Wohl der liberalen Wähler der City von London, welche durch ihre Stimme die Sache der bürgerlichen und religiösen Freiheit bei der letzten Wahl der City unterstützt" auögebracht. Herr Carpenter gab einen Toast auf „Baron Lionel von Rothschild und bürgerliche und religiöse Freiheit." Er erwähnte dabei der Anstrengungen, die sowohl Christen als Juden für diese Wahl gemacht, und bemerkte, wie die Prinzipien der Freiheit nicht bloß in England, sondern auch in andern Ländern Europa's namentlich in Rom siegreich wären es sei daher nicht zu erwarten, daß diese Bestrebungen wieder ein« schlafen würden. Die Wahl Rothschilds sei vor Allem eine freiwillige Sache gewesen. Noch mehrere andere Toaste „auf das Gedeihen dieser Verbindung," „auf die Presse" u. s. w. wurden ausgebracht, und beim Schluffe Unterzeichneten sich viele der Anwesenden als Mitglieder der Verbindung. London. (Constitutionel). Der Globe sagt, daß in Folge dessen, daß durch einige Personen Zweifel gegen die Gültigke der Wahl ces Herrn Baron von Rothschild zum Mitglieve des Hauses der Gemeinen ausgedrückt worden, der Betheil gte eine

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