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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-10-31 · Heft 44 (31.10.1847) · page 4

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 44 (31.10.1847)
Date
1847-10-31
Page
– (sequence 4)
Language
German
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348 berichten, die vielleicht doch hie und da in dem weiten Meise Zhrer Leser einiges Jntereffe erregen dürften. Die Regierung von Oberpfalz und Regensburg hat von den Rabbinern der Provinz ein Gutachten darüber abverlangt, welche vorbereitende Studien und Kenntnisse zur Uebe-.nahme des Rabbiueramtes erfoderlich seien. Ohne Zweifel hat dieses darauf Bezug, daß unter der Verwaltung des Ministeriums Abel sich solche Subjekte zu diesem Amte drängten und es auch erhielten, welche aller wissenschaftlichen Bildung bar durch wirkliche oder vorgebliche ralmudische Kenntnisse, durch eine ernstlich gemeinte oder erhcucpelte Frömmigkeit sich bei den Gemeinden einzu schmeicheln und die Mehrheit der Stimmen sich zu gewinnen wußten, wobei oft noch andere wenig ehrbare Mittel in Anwendung gebracht wurden. Gewiß ist den bayerischen Lesern dieses Blattes das Aergerniß in frischem Andenken, welches vor mehreren Zähren dadurch erregt worden ist, daß in der Kreis - und Universitätsstadt W. ein Handelsmann als Rabbiner erwählt und mittelst Dispensatwn von der allerhöchsten Stelle auch bestätigt wurde, der weder eln Gymnasium noch eine Universität besucht hatte und auch keine Prüfung bestehen konnte. Trotzdem, daß ein Theil der Gemeinde nut Berufung aus das Gesetz, das wissenschaftliche Bildung von dem anzustellenven Rabbiner verlangt, gegen die Anstellung jenes Handelsmannes protcftirte, wurde seine Wahl dennoch bestätiget. Daß gerade die Rabbiner der Provinz Oberpfalz und Regensburg zu dem Gutachten aufgefordert worden find, mag seinen Grund darin haben, daß der gegenwärtige Minister für Kirchen - und Schulangclegenbciten, Herr von Zurhein, bis zu seiner Berufung rn'S Ministerium, Regierungspräsident in jener Provinz war. Dem Vernehmen nach haben die Rabbiner in ihrem Gutachten zugleich auch rie Errichtung einer obersten Kirchenbehörde für fämmtliche Israeliten des Königreiches angetragen, und das mit Recht, denn bevor e ne solche Behörde errichtet lst, wi d auch keine gehörige Ordnung in unser der regelnden Gestaltung gar sehr bedürftiges Synagogenwesen kommen. Die zweite Kammer unsrer so eben zu einem außerordentlichen Landtage zusammengetretenen Landstände hat an die Spitze der Desiderien, welche sie in der Adresse an den König nieverlegte, rie genaue Durchführung des in der Verfassung ausgesprochenen Princips der Glaubens - und Gewissensfreiheit gestellt, was wir als ein gutes Omen für unsere auf den nächsten Landtag, der aus den nämlichen Mitgliedern bestehen wird, zur Sprache kommenden Sache betrachten dürfen; denn wird jenes Princip zur Wahrheit, *0 sind alle unsere vieljährigen Beschwerden mit einem Male gehoben. Bor einigen Tagen starb der Nestor der bayerischen Rabbiner, Simon David Dispeker in Baiersdorf, dieser Mann war dadurch merkwürdig, daß er, der fast gar keinen Gehalt von seiner Gemeinde bezog und überdieß eine sehr zahlreiche Familie hatte, dennoch es dahin brachte, daß er seit langer Zeit schon als der reichste Mann in seiner gar nicht unbedeutenden Gemeinde galt. Ein seltenes Beispiel, was unter dem jüngeren Geschlechte der Rabbiner wohl nicht leicht mehr Vorkommen dürfte. Sein Nachfolger war schon bei seinem Leben designirt, und darin liegt weuigstenv das Gute, daß die ärgerlichen Händel und skandalösen Prozesse, welche so häufig bei unseren Rabbinerwahlen Vorkommen hier nicht Statt finden können. Schlüßlich erlauben Sie mir noch einige irrthümliche Angaben zu berichtigen, welche in einem kurzen Artikel, datirt Fürth 10. September in Nro. 40 des „Orient" enthalten find. Der Artikel ist in den „Orient" aus einem andern Blatte, mit (Gen.-Anz.) bezeichnet, üdergegangen; was das aber für ein Blatt sei, könnte ich nicht entziffern. Dort heißt es nun: der hiesige Rabbiner, welcher für gewisse Reformen inklinirt, obwohl er noch fern ist von dem anzustrebenden Ziel, war von jeher dem Argwohne dieser Partei, die unter dem Namen die schwarze bekannt ist. ausgesetzt. Was der Corresponvent unter dem anzustrebenden Ziel ver. stehe, kann ver Leser freilich nicht errathen, und er hätte deshalb besser gethan, sich etwas deutlicher auszudrücken. Vermuthlich fl«- will er mit jenem Satze einen Tadel gegen den Rabbis sprechen, daß sich seine Reformen blos auf die äuß'' tung des Gottesdienstes beschränkten, während deres zu thun gibt zur Läuterung und V"' Religionswesens. Wir müssen jedoch dessen Ansichten uns bekannt sind nehmen. Allerdings sind die men noch ferne von dem ar davon darf nicht ihm beia schränkt oder seine That einzig und allein die > vor Kurzem noch ' Haltens sind. Reformen," lich wurd' An

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