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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-10-10 · Heft 41 (10.10.1847) · page 4

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 41 (10.10.1847)
Date
1847-10-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
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324: scheheu, die eigentlichc Absicht dieser ist, uns nehmlich als einen Gegner Riesfers, zu dem wir in den fteundlichsten Beziehungen stehen, darzustellcn, und einen literarischen, genau genommen sprachlichen Streit 'in einen persönlichen umzuwandlen. Wir hatten zwar wie andres ähnliche auch unsre gewiß nicht hierher gehörige Opposition gegen Pokal und Adresse vom Jahr 1832 rein vergessen, da wir jedoch daran erinnert werden, schwebt uns auch unser Motiv wieder vor. Die banale Phrase des Antragstellers: „wir ehren dadurch ihn uns uns", schien jedenfalls nur halbwahr; wir konnten nicht finden, daß cs Riesser in den Augen des deutschen Publikums, 'auf welches es dabei insbesondere abgesehen war, in dessen damaliger Stimmung zu so besonderer Ehre gereichen würde, von einer größrcn oder kleinern Anzahl hiesiger Juden auf solche Weise ausgezeichnet zu werden, und fürchteten, cs möchte dadurch dem Gewichte seines Wortes bei diesem Publikum Eintrag geschehen. Dasselbe nahm freilich von der Manifestation damals gar keine Notiz, und der Nebenzweck der Adresse-Anfertigung, ward ohne weiteren Nachtheil für das Ganze erreicht. Diese Adresse hatte als bcsondern Beweggrund mit hcrvorgchobcn, daß die gute Sache der Juden »ihren Vertretern nicht nur keine äußere Vortheile bringt, sondern die in unserer Zeit oft nur zu ausschließlich erstrebte Popularität nicht in dem Maaße zur Folge hat, als sie wohl verdiente"; es ward also mit beabsichtigt dafür einigen Ersatz zu geben, daß man in Deutschland durch Vertretung dieser Sache nicht Mann des Volkes wird; zu jener Zeit hatte Dullcr seine Definition eines solchen noch nicht aufgestellt. Wir kennen weder diesen noch den Verleger der von ihm herausgegebcncn Sammlung, nicht einmal sie selbst, und haben blos von dem Verfasser der Riesserschen Biographie, so viel wir uns erinnern nach deren Vollendung, erfahren, daß er zu deren Abfassung aufgefordert worden sei. Uns hatte der Verleger das betreffende Heft mit dem Ersuchen, die Biographie in diesen Blättern zu besprechen, zugehen lassen, was wir in der Voraussetzung, daß cs sonst nirgendwo mit Ausführlichkeit geschehen durfte, auch gethan. Der Verfasser ist mit unserer Necension nach der erwähnten Eorrespondenz der Allg. Z. d. I. nicht zufrieden, was wir zwar bedauern, darum aber doch nicht glauben, daß seiner Arbeit von einem Unbefangenen eine zufrieden stellcndere werden wird. Er darf sich übrigens überzeugt halten, daß wir die Börne's, welche er für jene Sammlung, wir wissen nicht, ob aufgefordert oder unaufgefordert, auszuarbeiten übernommen, nichts desto weniger nach deren Erscheinen mit nicht geringerer Unpartheiligkcit besprechen werden, wo wir uns auch Vorbehalten , auf seine geäußerten Ansichten über den Elaubenswechscl zurückzukommen, welche, vorläufig bemerkt, wir wenigstens mit den lichtfteundlichen eines Besuchers des hier bestehenden Montagskränzchens , (dessen wir in diesen Blättern (Nr. 20 d. I.) bereits Erwähnung gethan,) und der Verfasser ist ein solcher, nicht in Einklang zu bringen wissen. Jüdische Zustände. Hamburg und Altona im Scpt. Nson nrii6 nnx sagt der weise Salomo, und als Corrcspondent für den Israeliten dcS 19. Jahrhunderts sage ich eS ihm nach: bei vielen einzelnen Nachrichten findet der Referent, der Redakteur und der Leser seine Rechnung. Denn nur einzelne Mittheilungen habe ich Ihnen aus unfern Gemeinden zu machen und nur der Begriff „jüdische Zustände", muß sie zu einem Ganzen verbinden. Nun zuvörderst — denn ein ordentlicher und gewissenhafter Corrcspondent muß chronologisch verfahren! — also zuvörderst: der Messias ist — noch nicht gekommen, das heißt, trotz der vielen gutklingendcn Stimmen, die sich in unserm politisch-socialen Verein, in unfern patriotischen Blättern, in dieser und jener Schrift für die Gcwerbefreihcit der Inden in Hamburg erheben, ist Alles noch beim Alten, und in unserm gediegensten Localblatte, wie z. B. in den privilegirtcn wöchentlichen Nachrichten schreiben sich Meister und Pfuscher die Finger ab, um darzuthun, daß Leute, die nur an Einen Gott und nicht an ein viertel Dutzend Götter glauben — weder Schuhe noch Stiefeln, weder Schniegel noch Beinkleider machen dürfen, daß man solchen Leuten wohl gestatten dürfe, das liebe Brod zu verdienen, aber nicht zu — machen u. s. w. In unfern übrigen Localblättcrn figuriren besonders über dieses Thema ein Herr Reichenbach und Witt, zwei Judenfresser im engsten Sinne des Wortes, besonders gilt dies von dem crsteren, der früher an jüdischen Bärten sich und andere schceren gelernt; für jüdisches Geld Medizin studirt und nun für die genossenen jüdischen Wohlthatcn nichts als bittere Pillen bereitet, ordentlich, als wenn Gutes mit Bösem vergolten eine — christliche Tugend wäre. Habe ich Ihnen schon mitgctheilt, daß Dr. Riesser seit einiger Zeit zumVorstehcr-Eollegio gehört, und vaß alle vernünftige Inden in Hamburg und Altona über diese Acquisition sich freuen? — jetzt wissen Sie es, das der Zionswächter in Altona sich betrübt, trauert. Er fürchtet, cs könnte sich R.'s Einfluß auf die Sache des Lichtes geltend und graugewordene Dummheiten zu Schanden machen. In der That haben wir jetzt ein musterhaftes Vorsteher-Amt, in welchem die Ma-

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