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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-10-10 · Heft 41 (10.10.1847) · page 3

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 41 (10.10.1847)
Date
1847-10-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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333 chen Passionszeit ansgeschieden werden. Tie nicht nur unästhetischen sondern auch kostspieligen Verrichtungen mit dem Lu lab n. s. w. am Laubhüttenfeste sollten ganz aufgehoben oder höchstens nur vom Vorbeter iu der Synagoge vorgcnommen werden. Tas Vorlesen aus der Thora sollte anständiger, mit mehr Würde ge« schchen und die Perikopen in drei Jahresabrbeilungen getheilt werden. Die Hafthora sollte deutsch von Rabbinen verlesen werden. Am 9. Aw sollten die Klagelieder Zerem. nur Morgens, aber deutsch verlesen werden; ebenso das Buch Ester am Purimfeste. Der Gottesdienst an den Werktagen sollte für Privatgottesdienst erklärt werden und die Vorsänger, die in Würtemberg zugleich Lehrer sind sollten nicht er officio ihn besuchen müssen. Die Synode sollte darauf hinwirken, daß im Wege der Verordnung den Lehrern als ihrer Bildungsstufe nicht angemessen, das Predigen abgenommen werde; dagegen sollte zum Gebrauche der gottesdienstlichen Erbauung eine amtliche Liturgie von der Oberkirchenbehörde herausgegeben werden. Die Schule anlangend, so ist cs durch die bestehenden Verhältnisse unmöglich, daß alle Schulen der alleinigen Aufsicht der Rabbiner unterstellt werden. Auf die Rabbinate des Landes kommen nahe an 60 Schulstellen. Das Schulwesen in Würtemberg ist so organisirt, daß der Ortsgcistliche fast täglich die Schule zu besuchen bat, um sein Aufsichtsamt gehörig zu führen; der Geistliche der herrschenden Kirche des Orts hat auch die Schule zu beaufsichtigen. Unter den vorliegenden Umständen muß also das Aufsichtsverhältniß der Schule so bleiben. Die Rabbinen aber sollten was den jüdischen Unterricht anlangt. Normen aufstellen. In manchen und den meistenjüdischen Schulen wird auf Kosten des Religionsunterrichtes noch TalmudischeS gelehrt, wie R a sch i u. a. zeitverschwendende Kommentare. Der Confirmanden - Ilnterricht wird gedankenlos nach Maiers Kompendium memorirt. An passenden Schulbüchern und Jugendschristen fehlt es gänzlich. Die Oberkirchenbehörde sollte durch eine Commission tüchtiger Schulmänner eine jüdische Geschichte für die Schule ausarbeiten lassen; sie sollte mit dem evangelischen C o n s i st o r i u m in Unterhandlung treten, daß das neue Lesebuch für die Schulen Würtembergs auch für.isr. Schulen besonders bearbeitet werde. Neben dem bestehenden Neligionsbuche sollte für jüdische Lehrer ein Lehrbuch der mosaischen Religion, wie das von Niemeyer für Gymnasien herausgegeben werden, damit der Lehrer selbst den Religionsunterricht zu ertheilen tauglicher werde. Tie Lehrer müßten auch um sich als Vorsänger tüchtig auszubilden, einen einjährigen Kursus als solche bei eigens dazu designirten älteren Lehrern machen , damit keine Klagen von den Gemeinden über Unwissenheit ihrer Lehrer und Vorsänger geführt werden. Mögen diese in Bausch und Bogen hingeworfene Bemerkungen der sich creirenden Synode über die Wunsche der Laien in Betreff der Reform von Schule und Synagoge einige Winke geben und unser Zweck ist hinlänglich erfüllt. Geschichte des Tages. Mißliebige Recension. / (Frankfurt a. M. im Sept.) Was wir zu der Entgegnung in Nr. 32 auf unsre Recension in Nr. 29 d. B. u. I. sagen? Wenn nach Börne *) „unter hundert Lesern nur einer den Berfasser versteht", so ist, was die Recenston betrifft, unser Freund, Herr Dr. Schwarzschild, dieser Eine nicht. Wie, wenn wir behauptet hätten, Ricsser gehöre nicht unter die deutschen Kriegshclden, hätte dies seinem Wertbe Abbruch gethan? Gewiß nicht. Mit den Männern des Volks verhält eS sich aber nicht anders, man gehört oder gehör^nicht zu solchen; ein Rechtsgelehrter würde sagen, es ist dies eine quae.<tio facti und darüber mit Grundsätzen nicht zu streiten-. Mann des Volkes im Sinne des Herausgebers jenes Werks ist Riesser allerdings, allein wir hatten dieDntlersche Vorrede nicht gelesen und nur den Sprachgebrauch beachtet; wer kann in unserer Zeit alles lesen,' was gedruckt wiro! Daß aber Hr. vr. Schwarzschild die Reeensi'on als einen Angriff aus Ricsser, zugleich auf dessen Biographen ansehen konnte, zeigt eben, daß er sie nicht verstanden hat. Auch das verdienteste Lob muß seine Granze cinhalten, wenn es nicht zur Lobhudelei werden, und eine der beabsichtigten entgegengesetzte Wirkung Hervorbringen soll. Wie diese Entgegnung als übereilt, können wir eine andere in der Allg. Z. d. Z. vom 20. d. (Nr. 39) nur als sehr ungeeignet in so fern bezeichnen, als , was in jener unabsichtlich ge- *) Nachgelassene Schriften, B. 4, S. 164.

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