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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-09-26 · Heft 39 (26.9.1847) · page 7

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 39 (26.9.1847)
Date
1847-09-26
Page
– (sequence 7)
Language
German
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311 den vorschriftmäßigen Unterricht dennoch gesorgt sei. Elfteres widerlegt Augsburg und die hier bestehende Schule ist nur ein Privatunternehmen des Herrn Wolfsheimer, die zwar durch ihre anerkannte Trefflichkeit in ihrem Bestand gesichert ist, gleichwohl aber die Vortheile des auch für die christlichen Lehranstalten bestehenden gesetzlichen Schulzwangs nicht mit sich führt. Es war mir vergönnt, diese Schule zu besuchen und es scheint mir ein gewisser Geist der Einheit und der Ordnung darin zu herrschen. Herr Lehrer Wolfsheimer entwickelte gerade, mit dem Leseunterricht beschäftigt, die Lehre von den verschiedenen Satzgefügen. Die Antworten der Kinder^ waren irgend und Gewißheit ihrer Sache verrathend. Die Schul^uOed von 80Kindern besucht und zwar bis zum 11. Jahr qMWsießlich. Mit diesem Alter treten sie dann in andere AnffsslMr/ erhalt?«' jedoch hier noch Religionsunterricht und kann daher die SkMerzahl auf circa 100 angegeben werden. Sie werden von Hrn. Wolfsheimer und seinem geschickten Gehilfen Herrn Weiß in 2 LehrMn . unterrichtet. Geit dem Tode des Gesanglehrers ließ^DW^kese'n Unterricht ruhen. Warum dies aber die GemeM^auf deren Kosten der Unterricht ertheilt wurde, thut, konnte ich nicht erfahren. Sie gibt überhaupt Herrn Wolfsheimer ein Subsidium von jährlich 350 fl. Daß aber das Schulgeld außerdem noch bedeutend sein muß, geht daraus hervor, daß Herr Wolfsheimer für Miethe allein jährlich — hört eS ihr Landschullehrer, die ihr mit 150 fl. jährlich leben müßt — 400 fl. zahlen muß. Die Schule hatte vor einiger Zeit die Ehre von dem russischen Minister Hrn. von Uwarow besucht zu werden, der eingetreten überrascht sich äußerte r Diese Kinder sehen ja aus, wie Christenkinder!—Bezeichnend ist, daß man ihn nach der jüdischen Schule fragend, in die Synagoge gewiesen hat. — Auch Herr Vorsänger Kahn hat ein Mädchen-Jnstitut. — Ucber Herrn Rabbiner Aub dahier wurde erst kürzlich in diesen Blättern berichtet, nur wurde er irrthümlich Hirsch genannt und ich füge noch bei, daß er durch seine hohe Gestalt und sein langes hinabwallcndes schwarzes Haar auch äußerlich ein ehrwürdiges Aussehen besitzt. Er mag in den fünfzigen stehen. — In der Person des Herrn Lippmann Marr, besitzt die Geweinde einen vielseitig gebildeten Vorstand, der auch die in solchem Verhältnisse seltene Gabe hoher Beredsamkeit besitzen soll. Der hier bestehende Verein zur Unterstützung angehender Handwerker re. will dem Vernehmen nach mit Aufhebung der bisherigen Beschränkung der Erlernung in München und der Umgegend, seine Unterstützung nur bei schweren Gewerben angedeihen lassen. Die Aufstellung von Bezirksvorstehern dürfte aber zur Verhütung Hon Unterschleifen :c. dabei unerläßlich sein.— Hier leben etliche und vierzig jüdische Handwerker vom ausschließlichen Betrieb ihres Gewerkes und stehen sich dabei durchschnittlich sehr gut. Dagegen soll aber der Wohlstand im Allgemeinen leider im Abnehmen sein. Die jüdischen Blätter werden gelesen, bei dem jüngern Geschlecht sott jedoch der Jndifferentismus und die materielle Richtung, wie leider so häussg vorherrschend fein. Von den neuen Vorgängen hier und welche Hoffnungen auch wir Juden daran mit Recht und Zug knüpfen, will ich zu dem, was bereits in diesen Blättern gemeldet ward, noch hinzufügen: Wir werden die Brosamen bekommen! Die hiesige Hochschule wird von 15 Israeliten besucht und das musikalische Conservatorium von einem israelitischen Frauenzimmer aus Fürth. — Uno so angelangt aus dem Glanz- und Höhepunkt der vierzehntägigen Reise verlasse ich Dich mein lieber Leser. Dich inmitten einer herrlichen Königsstavl und einer alte Bilrungskeimc in sich tragenden isr. Gemeinde stehen lassend. Da bist Du nun viel besser daran, als ich, ein Lehrer, ein Landschullehrer, ein isr. Landschullehrer, der überall den Fortschritt und die Achtung gewahrt h^t, die man allen denen zollt, welche ihn fördern und der nun in einen Kreis zurückkehren muß, in dem die Volksbildung und was damit zusammenhängt, noch wenig Terrain gewonnen hat. ein ganzes Jahr zehrend von dieser geistigen Errungen,'chan, aber mit neuem Muth und neuer Federkraft zu wirken nach Kräften in dem kleinen angewiesenen Gebiete und mit einem Herzen voll Liebe gegen die, so ihn liebend umgeben und mit dem fel''ersscs:e Glauben an den Sieg der Wahrheit und an den, rer zu ihr leitet. Fühle sich doch Niemand durch diese hingeworfenen Zeich nungen gekränkt, glaube Niemand, irgend ein Aeußcrcs habe dabei auf mich influenzirt. Ich schließe vielmehr mit dem, was Gutzkow seinen Huel Acosta sagen läßt: - Nur meine eigne Thorheit ließ mich reden. Nur meine eigne Blindheit ließ mich sehen, Nur meine eigne Taubheit hören... meine! Bemerkungen über die Speisegesen«. Zunächst in Beziehung auf die in No. 6 u. 7 viIseH» Bl. von l>r. Einhorn mitgetheilren Materialien. Von Dr. Herrheimer. In No. 6 und 7 des „Israelit" d. Jahrg. sucht Herr i>r. Einhorn zu erweisen, daß die Hauptspeiseverbote „im Pentareuch" ' nicht als selbstständige, sondern als im Verbote levitischer Be.un.

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