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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-08-08 · Heft 32 (8.8.1847) · page 4

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 32 (8.8.1847)
Date
1847-08-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
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»5 Z rungsact verbunden war (3 Mos. 14, 20. 4 Mos. 6, 11.) symbolisirte das Gefühl der Andacht und der Dankbarkeit. Das schädliche Contagium kann nicht nur der Mensch, sondern auch das Kleid (3 Mos. 13, 47—59.) und das Haus, (das. 14, 33—53) welches vom Aussatze ergriffen, nee ist, verbreiten. Anch hier ist nicht zu bezweifeln, daß neu die Bedeutung von: schädlich, nachtheilig wirkend, hat. So wie der Mensch, so können auch Kleider und Häuser, vielleicht von menschlicher Ausdünstung angelockt, von jenen giftigen Insekten, welche die neuere Physiologie unter dem Namen Parasiten kennt, befallen und dadurch Krankheiten und Seuchen veranlaßt werden. Die ungeheuer große und schnelle Vermehrung dieser Gattung von Thierchen, welche, besonders von Ehreuberg, bei den Infusorien nachgewiesen wurde, stellt es beinahe als sicher hin, daß auch der Aussatz bei Kleidungsstücken und Häusern der Influenz solcher Milben zugeschricben ward. Ob solche Milben nicht noch heute die Ursache der orientalischen Pest bilden, ist zwar von der Wissenschaft noch nicht mit Gewißheit nachgewiesen, dieses thnt aber der Hypothese, daß sie zur Zeit Moses als solch eine Ursache erkannt wurden, durchaus keinen Abbruch, da die Geschichte der Medici« historisch nachweist, daß frühere Krankheiten untergegangen und neue an deren Stelle getreten sind und daß viele Krankheiten ihren ursprünglichen Charakter bedeutend umgeändert haben, welche Ansicht besonders bei den noch zu erwähnenden sypihlitischen Krankheiten zu berücksichtigen ist. Wenigstens spricht die Weise wie der Aussatz an Kleidern und Häusern zu behandeln sei, sehr dafür daß hier an solchen giftigen Infusorien gedacht werden könne. Denn auch bei diesem Aussatze wird von einem Zunchmen und Abnehmen gesprochen, welches zwar auch die Folge eines chemischen Processes sein kann, wahrscheinlicher aber als ein organisches Anfleben und Absterben zu betrachten ist. Ist der Aussatz ganz abgestorben, dann wird für den Wiedergebrauch des Gegenstandes verlangt, daß das Kleidungsstück gewaschen, das Haus aber ausgekratzt, übertüncht und mit dem Präservativ-Wasser (3 Mos. 14, 48—53.) bespritzt werde. Bemerkt man aber, daß der Aussatz trotz der angewandten Mittel immer mehr sich ausbreitet und fortlebt, dann kann das Miasma nur dadurch zerstört werden, daß das Kleid verbrannt (3 Mos. 13, 52. 55. 57.) und das HauS niedergerissen und^ dessen Schutt ganz entfernt werde, (das. 14, 39 — 47.). Auch derjenige Mensch, welcher in diesem aussätzigen Hause verweilt, wird-rav inficirt, schädlich, muß einen Tag lang sich als schädlich betrachten und seine Kleider waschen, (das. 46.47). (Fortsetzung folgt.) Geschichte des Tages. Riesser *) (Frankfurt a. M. im Juli.) Die 29. Nummer dieser Zeitschrift brachte unS aus der scharfgespitzten Feder des /-Correspondenten einen die Weil'sche Biographie Gabriel Riessers (Männer des Volks, Bd. II, Lieferung 2,) betreffenden Aufsatz, dessen Hauptzweck (?) es ist, zu beweisen, wie paradox es sei, unseren Riesser zu den „Männern des Volks" zu zählen. — Der Correspondent sucht vor Allem den Begriff des Wortes „Mann des Volks" zu begründen, und kommt zuletzt zu dem sonderbaren Schluffe: nur der sei ein Mann des Volkes, der vom Volke allgemein gekannt sei. (?) Er sagt unter Andern: „Gar ein Mann des Volkes pur exoellenee, ohne vom Volke gekannt zu sein, scheint uns paradox, da wir nicht im Stande sind, uns einen Mann des Volkes zu denken, der dem Volk unbekannt geblieben, selbst dem gebildeteren Theil desselben!" Wir wollen nicht untersuchen, ob Riesser den Wahrhastgebildeten des deutschen Volkes wirklich so unbekannt geblieben, (was wir, beiläufig gesagt, sehr bezweifeln,) sondern sogleich zur Frage übergehn: ist der vom Correspondenten festgestellte Begriff eines „Mannes des Volks" ein richtiger, und stimmt er mit den Begriffen überein, welche die Herausgeber jenes schönen, zeitgemäßen Werkes, (das wir keineswegs mit dem Correspondenten auf's journalistische Gebiet verweisen,) in wenigen, aber kräftigen Worten festgestellt haben? Ich setze diese Worte hierher: „Freunde des Volks haben es unternommen, die Männer des Volks in ihren Strebungen, Schicksalen, Charakteren zu schildern; sie haben es unternommen», mit voller Begeisterung für die Ideen, als deren Helden! die Männer dastehn, welche das Heil des Volkes in der Herrschaft der Wahrheit, der Freiheit und des Rechtes erkannt haben und noch erkennen; welche für den Fortschritt der Menschheit zur Erkenntniß ihrer ewigen Rechte und ihrer theuersten *) Wir haben uns die Freiheit genommen, Fragezeichen und kurze Bemerkungen dem Texte selbst beizufügen. Die Redaction.

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