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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-08-08 · Heft 32 (8.8.1847) · page 3

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 32 (8.8.1847)
Date
1847-08-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
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SSL hen. Hätte man sich über das Wort ndb und über die Bedeutung des bew und nxon besser oricntirt, so wäre man nicht in diese Spielereien, von welchen der Pentateuch keine Ahnung hat, verfallen. — Die Bedeutung des bew wird uns klarer, wenn wir die Fälle näher bezeichnen, in denen dieses Opfer dargebracht werden mußte. Außer diesen von dem Aussatze Genesenen brachte ein solches Opfer dar 1, derjenige, welcher aus Versehen an den Heiligthümern Gottes sich versündigte, sie als solche zerstörte (3 Mos. 5, 15.) 2, Derjenige, welcher erkennt, daß er unwissend eines der Gesetze Gottes übertrat, es zerstörte, (das. 17.) 3, derjenige, welcher von Gott Verzeihung erflehet wegen, seines gegen den Nebenmenschen begangenen Unrechtes, durch welches er das Recht und die öffentliche WoKlfahrt zerstörte, (das. 20 — 26.) 4, Derjenige, welcher einer, dem andern Manne bestimmten, Sklavinbeiwobnt wodurch er des Andern Eigenthumsrecht zerstört, (3 Mos, 19, 20—22.) 5, Der Enthaltsame, Nasir, welcher unvorsätzlich durch das Zusammentreffen mit einer menschlichen Leiche, die Weihe seiner Enthaltsamkeit zerstörte. (4 Mos. 6, 9—12.). Das BE^x- Opfer verlangt demnach der Pentatench in solchen Fällen, in denen irgend eine Zerstörung, eine physische, sociale oder religiöse stattfand, bew heißt demnach nicht Schuldopfer, son dern Zerstörungsopfer, um heißt zerstören (Jechesk.- 6, 6. Hos. 14, 1.) verwandt mit BE" und ebbt. *) Darum hat bew als Partikel für dir Person, welcher eine Zerstörung zugcfügt wird ein b und für die Sache, durch welche zerstört wird bald ein b bald ein a. Es würde hier zu weit führen, alle die Stellen zn besprechen, welche nur dann erst wahrhaft verständlich sind, wenn bew mit „zerstören" übersetzt wird, cs genüge hier auf sie binzuweisen. (1 Mos. 26, 10. 3 Mos. 4, 1 — 12. 22. 27. 5, 14. 19. u. v. a. St.) Solch ein Zerstörnngsopfer mußte auch der vom Aussatze Genesene darbringen, weil er vielleicht unwillkührlich, trotz seiner Isolirung dennoch Contagium verbreitete und dadurch dem socialen Leben eine Zerstörung zufügte. Er sollte mit dem Blute dieses Opfers an den *) Vielleicht ist auch NBD rad. BD verwandt mit BEW rad. BE\ —? Jechesk, welcher in seiner Sprache mit dem Pentateuch am meisten Aehnlichkeit hat, stellt BßE'K und nNQü als Synonymen nebeneinander (22, 4.) beide können übersetzt werden „du hast zerstört." äußersten Gliedern seines Körpers berührt (3 Mos. 14, 14—18 ) dadurch an die Bedeutung dieses Opfers erinnert und zum Bewußtsein gebracht werden, daß es leicht möglich sei, daß er die Gesundheit anderer Menschen als nbb, als Schädlicher, zerstört habe. Erkennt er durch diese Ccremonie die Wahrscheinlichkeit seiner unvorsätzlichen Versündigung dann hat er die Pflicht ein bnet! als Entsündigungs- und Reinigungsopfer dem Höchsten darzubringen, das ihm die Befugniß ertheilt wieder in das sociale Leben einzutreten, ihn wieder auf seinen früheren Standpunkt eines ins, eines Unschädlichen versetzt. — nNBn, Endsundigungsopfer, hat, wie der Spfercultus im Allgemeinen, allerdings symbolischen Charakter; aber nicht, wie die christliche Dogmatik lehrt, in metaphysischer Bedeutung — wodurch das Opfer wie der Selbstzweck wird — sondern in psychologischer Bedeutung, daß es nämlich in der Seele des irrenden Sünders (niff) das Bewußtsein wecke daß er wegen seiner unvorsätzlichen Zerstörung der göttlichen Weltordnung den Tod verdient habe, datz aber die Liebe Gottes die menschliche Schwäche kennend (Pf 103, 10—15.) das Opfer als Lösegeld der Seele (3 Mos. 17, 11.) väterlich aufnimmt. Das Sündopfer gibt dem Menschen, welcher sich erinnert, daß er aus Versehen sich versündigte, oder welcher zweifelt ob er nicht wahrscheinlich sich versündigte (Job 1, 5.) die Beruhigung, daß Gott ihm als Reuevollen wegen dieser Versündigung verziehen habe und daß er wieder auf seinem früheren Standpunkt der Schuldlosigkeit sich befinde, daß er rehabilitirt sei. Von dem Standpunkte der zweifelhaften Versündigung aufden der Schuldlosigkeit mußten sich auch Ahron und seine Söbne versetzen, ehe sie die Priesterweihe empfingen, (2 Mos. 29, 14. 3 Mos. 8,) mußte sich auch der Hohepriester versetzen, ebe er ins Heiligthum trat. (3 Mos. 16, 3.) so wie diesen Zweck überhaupt alle jene Sündopfer hatten, welche an den verschiedenen Feier- und Festtagen dargebracht wurden. Dasselbe, wie bei dem vom Aussatze Genesenen, sollte der Opferritus auch bei dem Nasir, welcher unvorsätzlich seine Weihe zerstörte, erzielen. Er opfert ein Zerstörnngsopfer (be\x) im Bewußtsein seiner zerstörten (im moralischen Sinne) Weihe, und ein Entsündigunsopfer (nxen), das ihn wieder auf seinen früheren Stand der Schuldlosigkeit versetzte. (4 Mos. 6,! 9—12.) Das nby Ganzopfer, welches mit dem Opfe-

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