Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 33 (15.8.1847)
- Date
- 1847-08-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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260 es die Atmosphäre desselben inficirte, gegen dieses konnte auch der Priester sich nicht sckützen, weßhalb ihm auch jede Annäherung mit einer Leiche streng untersagt ward. Aus dem bisher Auseinandergesetzten gehet hervor, daß die Grundbedeutung von keü heißt: inficirt verderben sein, vonnddnde inficiren oder verderben. Derjenige, welcher das Verderben bringt, versündigt sich gegen Gott. Wer absichtlich sich versündigt wird auögerottet, wer unabsichtlich, der soll seine Sünde mit einem Sündopfer sühnen. Eine Versündigung ist aber eine derartige Zerstörung deßhalb, weil durch sie die vom Schöpfer eingerichtete Weltorduung aufgehoben wird. Alles was Gott in's Dasein rief war sehr gut, (1 Mos. 1, 31.) um alle diese Gebilde Gottes im. physischen und im sittlichen Leben sollen auch in ihrer ursprünglichen Vollkommenheit und Gesundheit sich behaupten, alle sollen vollkommen sein, wie Gott selbst es ist. — Die Vollkommenheit in der göttlichen Schöpfung bezeichnet die h. S. mit dem Prädicat enp heilig. Die Quelle dieser Vollkommenheit ist Gott selbst, darum ist er der unbedingt heilige VNp. Alles was dem Gebrauche des Menschen entzogen und nur dem Höchsten geweihet ist, (geheiligte Orte, Tempel, Tempelgeräthe, Opfer, Priester) ist ebenfalls wnp höchst vollkommen, heilig. Aber auch jeder Mensch, welcher seiner ideellen Vollkommenheit entspricht kann wnp heilig werden, ja er soll es als Träger des Ebenbildes Gottes werden, denn der Mensch soll heilig sein, weil Gott heilig ist. (3 Vos. 19, 2.) Der Gegensatz dieser rwnp Heiligkeit (Vollkommenheit) ist hndd Zerstörung. Wenn der Prophet die einstige höchste Vollkommenheit (Messianische Heiligkeit) der Menschheit schildern will, verkündet er im Namen Gottes, daß der Allmächtige den Geist der Zerstörung n«oo.n nn hinwegführen werde (Sacharja 13, 2.) während der durch die Sünde gefallene David inbrünstig flehet: Gott möge ihm den Geist der Heiligkeit, der Vollkommenheit, tsnpn nn nicht entziehen (Ps. 51 13 vergl. Zes. 63, 10. 11.) Die beiden Begriffe, Vollkommenheit und Zerstörung rwnp und hndd erscheinen als sich entsprechende Gegensätze sowohl in menschlich physischer als in sittlicher Beziehung. — Die Zerstörung der menschlichen Gesundheit ist eine physische Zerstörung, sie ist eine Versündigung, weil Gott den Menschen gesund erschuf und weil nach seinem Willen der Mensch in diesem Zustande sich erhalten soll. — Zn tropischer Bedeutung erscheint dieser Begriff Zerstörung nqü da, wo er auf das Gebiet der Sittlichkeit des Individuums, oder des Staates und auf das der Weihe übertragen ist. Er bezeichnet deßhalb auch die Verletzung der sittlichen Vollkommenheit einer Person (1 Mos. 34, 5. 27. 3 Mos. 18, 24. 25.) einen sitt. lich verdorbenen Staat (3 Mos. 18, 27. 28. 20, 3. 4 Mos. 35, 34.) eine durch Götzendienst verdorbene Frömmigkeit (3 Mos. 19, 31. Hos. 5, 3. 6, 10) Die Entweihung des Tempels (Ps. 79, 1.) sogar das Zerstören der Götzenaltäre (2 Kön. 23, 8.) die Entweihung der dem Tempel geheiligten Gegenstände (3 Mos. 22, 1—7.) sowie überhaupt Alles, was in seiner Art zerstört und unvollkommen ist, daher auch einen zerstörten Ruf (Jechesk. 22, 5.) unvollkommene, entweihte Lippen. (Zes. 6, 5.) Ueberall, wo eine solche Verletzung stattfand ist die frühere Vollkommenheit namp zerstört worden in physischer sowohl (5 Mos. 23, 10—15.) wie in sittlicher Beziehung (3 Mos. 18, 30.). Es ist das Prädicat kdö, mit welchem diejenigen Speisen bezeichnet werden, welche zu genießen dem Israeliten verboten sind. Daß manche Speisen genossen wurden, welche derjenige, der eine höhere Vollkommenheit (namp) erstrebte, sich versagte, beweisen die Vorschriften für den Nasir (4 Mos. 6, 34.) der als ein dem Ewigen Geweihter mp bezeichnet wird; beweisen auch die diätetischen Vorschriften, welche der Mutter Simson's gegeben wurden. Dieser wird ausdrücklich anbefohlcn, sie soll nichts Schädliches köö genießen, (Richter 13, 4. 14.) Solches demnach, welches ihr bisher, sowie jedem andern Israeliten, zum Genüsse frei gegeben war; dessen sie sich aber jetzt im Zustande des Mutterwerdens zur Erzielung einer höheren Vollkommenheit ihres Kindes, sowie der berauschenden Getränke enthalten sollte. — Aber als allgemein für Israel verboten bezeichnet der Pentateuch jene oben genannten beide Arten Speisen, welche untersagt werden, weil sie ndb seien, nämlich 4, das gefallene und zerriss ne Vieh und 5, ganze Arten aus dem Thierreiche. (Schluß folgt.)